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Schauspieler Rainer Strecker im Interview

„Ich denke an großmäulige Menschen“

Hameln. Eigentlich ist Rainer Strecker Schauspieler, tritt im „Tatort“ und in der Serie „Einsatz in Hamburg“ auf. Eine weitaus größere Fangemeinde aber kennt und verehrt Strecker nicht für seine schauspielerische Leistung, sondern für seine Stimme: Rainer Strecker liest die Jugendbuchreihe „Skulduggery Pleasant“ des irischen Schriftstellers Derek Landy. Neun Bücher erzählen mittlerweile von der titelgebenden Hauptfigur, Skulduggery Pleasant, die nicht nur ein großspuriger Detektiv ist, der Maßanzug, Hut und Schal trägt und Luxusautos fährt, sondern zudem auch noch ein lebendes Skelett; neun Hörbücher hat Strecker eingesprochen. Am Samstag, 5. März, liest Rainer Strecker in der Buchhandlung von Blum ein „Best of Skulduggery“ – die witzigsten, skurrilsten und spannendsten Stellen aus den bisher erschienen Bänden dieser außergewöhnlich erfolgreichen Jugendbuchreihe. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Schüler. Im Interview erklärt er, warum er privat keine Hörbücher hört – und wie er es schafft, großmäulig zu klingen.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Verena Hoenig
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Wie oft lesen Sie ein Buch, bevor es ins Studio zum Aufnehmen geht?

Drei Mal. Das erste Mal einfach so aus Neugierde und um einen Eindruck zu bekommen. Beim zweiten Lesen unterstreiche ich die Zwiegespräche mit verschiedenen Farben. Beim dritten Mal lese ich laut, denke mir Stimmen für die Figuren aus, markiere mir schwierige Stellen und Zungenbrecher. Und ich unterteile schwierige, verschachtelte Sätze so, dass sie verständlicher werden. Beim vierten Mal wird aufgenommen.

Wieso können Sie Ihre Stimme so gut verstellen? Haben Sie das als Kind schon gemacht?

Ich kann meine Stimme gar nicht gut verstellen und konnte das auch als Kind nicht. Was man aber lernt als Schauspieler ist, dass der Körper allgemein durchlässiger wird. Das heißt: Ich stelle mir einen Gletscher vor und bekomme Gänsehaut. So auch die Stimme. Ich denke an einen schüchternen oder großmäuligen Menschen – und die Stimme folgt.

Üben Sie die Stimmen für die einzelnen Figuren zu Hause noch mal vor dem Einsprechen?

Ich habe inzwischen eine kleine Datenbank für verschiedene Stimmen. Für den Neunteiler „Skulduggery Pleasant“ ist das auch nötig. So weiß ich, wenn nach einem Jahr das neue Buch aufgenommen wird, wie ich damals den oder den gesprochen habe. Kurz reinhören reicht und ich hab den Ton.

Was ist beim Vorlesen richtig schwierig?

Zum Beispiel eine lange Landschafts-Beschreibung so spannend zu lesen, dass man zuhören muss. Wenn ich eine solche Textstelle bewältigen muss, dann kann ich die Landschaft vor meinem inneren Auge sehen. Ich lese dann nicht ab, sondern beschreibe. Dann kann der Zuhörer vielleicht auch was sehen. Das hoffe ich zumindest.

Wie lange können Sie pro Tag für eine Aufnahme im Studio lesen? Wie lange können Sie sich konzentrieren?

Ich schaffe fünf bis sechs Stunden. Dabei benötige ich öfters Pausen und viel frische Luft. Auch heißes Wasser, wenn die Mundmuskeln müde werden. Denn Wärme wirkt lösend auf Verspannungen.

Haben Sie als Kind Kassetten gehört?

Natürlich „Die drei ???“, „Hui Buh – Das Schlossgespenst“, „Winnetou“ und viele mehr.

Und heute?

Ich höre nie Hörbücher. Ganz selten mal, wenn ich Auto fahre, aber dann sind es mehr Vorträge oder Interviews und keine Geschichten.

Warum? Erinnert es Sie an Arbeit oder gefällt es Ihnen nicht, wie andere Hörbuchsprecher klingen?

Wenn ich Zeit habe, lese ich lieber selbst ein Buch, statt es mir vorlesen zu lassen. Es ist aber nicht so, dass ich jedes Mal denke, das würde ich anders oder besser machen. Um Gottes willen. Es gibt so großartige Kollegen. Ich mache aber, wenn ich Zeit habe, mit meiner freien Zeit lieber etwas anderes.



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