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Flötenspieler Gabor Vosteen liebt die magischen Momente im Zirkus

„Ich bin Teil der Illusion“

Hameln. Beide spielen Flöte und haben ein buntes Kostüm, der eine hat die Hauptrolle in einer Sage, der andere ist Teil einer Vorstellung, in der die Illusion eine große Rolle spielt. Der Rattenfänger von Hameln und Gabor Vosteen haben einiges gemeinsam. Dem Flötenspieler des Zirkus Roncalli folgten gestern rund 600 Kinder aus der Innenstadt in die nachmittägliche Zirkusvorstellung – ein starkes Bild. Gegen kalten Wind und Regen hatte sich der zarte Flötist noch eine Extra-Zirkusschicht über sein Manegen-Outfit gezogen.

veröffentlicht am 11.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Im Gegensatz zum Rattenfänger kann Vosteen von seiner Künstlergage leben. Er gehört zu den Menschen, die ihren Kindheitstraum leben. „Ich wollte schon immer zum Zirkus und Clown sein“, sagt er. Während andere zum Fußballtraining gingen, übte Vosteen zaubern, jonglieren und Einrad fahren. Flöte spielt er seit seinem sechsten Lebensjahr. Was für die meisten nur ein Einstiegsinstrument ist, bleibt für Vosteens die Hauptsache: Seine Liebe zur Flöte ist beständig – er spielt das Blasinstrument in allen Stimmlagen, in der Zirkusvorstellung hantiert er virtuos mit bis zu fünf Sopran-Flöten und verbindet Musik mit visueller Comedy.

Die Eltern haben der Kreativität des Sohnes Raum gegeben, ließen ihn „brotlose Kunst“ – in diesem Fall Musik – studieren. Später besucht er noch eine Theaterschule. „Etwas Vernünftiges habe ich nicht gelernt“, sagt Vosteen und lächelt ein zufriedenes Lächeln. Seit sechs Jahren ist der 34-Jährige Profi. Mit seiner Flötennummer habe er vor zehn Jahren klein angefangen, war bei GOP-Shows und beim Kleinen Fest im großen Garten in Hannover zu sehen. In die Niederlande und nach Österreich haben ihn die Engagements geführt, in Varietés, zu Straßenfesten und Kunstprojekten. Der Vertrag bei Roncalli ist begrenzt. Flexibilität gehört zum Beruf. Auch für die Familie – seine Frau und die eineinhalbjährige Tochter, mit denen er eigentlich in Berlin lebt, sind mit auf Tour. „Für meine Tochter ist Roncalli ein riesengroßer Spielplatz.“

Ein Teil von Roncalli zu sein, gefällt Vosteen. „Wir tun alles dafür, den Zuschauer in eine andere Welt zu entführen“, sagt er. Wie viel Aufwand, Schweiß, und Technik hinter der nostalgischen Show stecken, sehen die Zuschauer natürlich nicht. „Aber wenn sie am sehr poetischen Ende der Vorstellung zurückwinken, dann bin ich Teil dieser Illusion“, sagt der Flötenmann über diesen für ihn magischen Moment.

Die Stimmung der Gäste sei von vielen Faktoren abhängig. „Das ist in jeder Stadt und zu jeder Jahreszeit unterschiedlich.“ Nach dem Sommer, wenn die Schule beginnt, ist es eben ganz anders als vor Weihnachten. „In Hameln merkt man, dass die Menschen schon in Vorweihnachtsstimmung sind.“ Wenn abends der Weihnachtsmarkt erleuchtet ist und über dem Roncalli-Zelt ein Meer von 3500 Glühbirnen Lichterglanz verbreitet – wohlgemerkt die alte, inzwischen verbotene Sorte, die Bernhard Paul in seinem Lager hortet, weil ihr Licht einfach wärmer ist – „das ist schon schön“, findet Vosteen.

Mit dem Rattenfänger fühlt sich Gabor Vosteen, Flötenmann vom Zirkus Roncalli, durchaus verbunden: „Das ist auch eine Art von Show“, findet er.

doro



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