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Die Welt der Psychopathen

„Ich bin super, es liegt an den anderen“

Kriminalpsychologin und Schriftstellerin Lydia Benecke zeichnete im vollbesetzten Saal der Sumpfblume psychopathisches Verhalten nach – mit prominenten Beispielen aus Film, Literatur und Politik. Die Beurteilung, ab wann ein Mensch ein Psychopath ist, sollten Laien aber doch lieber Fachleuten überlassen, rät sie.

veröffentlicht am 09.04.2017 um 18:58 Uhr

Der bekannte Film-Psychopath Hannibal Lecter durfte bei Kriminalpsychologin und Schriftstellerin Lydia Benecke nicht fehlen.
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Autor

Katharina Mork Reporterin
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HAMELN. Immer wieder nicken die Zuschauer im Publikum. Hier ein zustimmendes „Genau“, dort ein erleuchtetes „Ah“. Sie alle scheinen mit Psychopathen zu tun zu haben. Die Kombinationen aus Narzissmus und Antisozialer Persönlichkeitsstörung, die Kriminalpsychologin und Schriftstellerin Lydia Benecke im vollbesetzten Saal der Sumpfblume vorstellt, passen offenbar wie die Faust auf’s Auge zu den Verhaltensmustern von Freunden, Bekannten, etwaigen Arbeitskollegen oder des eigenen Chefs. Über die Modelle verschiedener Auswüchse des Bösen hinaus, stellt Lydia Benecke ebenso prominente Beispiele aus Film und Fernsehen vor. Neben Hannibal Lecter, dem wohl bekanntesten Psychopathen der Filmgeschichte, zählt auch Dagobert Duck zu den Wurzeln „menschlicher“ Abgründe. In seiner habgierigen Art erfüllt er eine von sieben Todsünden, die sich immer wieder in Verhaltensweisen von Psychopathen wiederfinden, häufig in Kombination. Dass das Böse nicht nur in Filmen, sondern ebenso in der Realität wütet, erklärt sie am Beispiel von Donald Trump und Methoden, die ihn zum Wahlsieg geführt haben. Die Lüge als Instrument des eigenen Erfolges – typisch für jemanden, der nichts Gutes im Sinn habe. Bezeichnend sei auch das Fehlen von Schuldgefühlen und Reue, so Benecke. So mancher Zuschauer stellt sich während des Vortrags Fragen: Ist mein Partner ein böser Mensch, wenn er mich täglich belügt? Stimmt etwas nicht mit meinem Sohn, wenn er mir schon zum dritten Mal Geld gestohlen hat, ohne dabei Reue zu zeigen? Ist meine Mutter eine kaltblütige Psychopathin, weil sie mich vernachlässigt hat? Die Inhalte aus Beneckes Präsentation verleiten womöglich so manchen dazu, in verhaltensauffälligen Menschen Psychopathen zu sehen. „Bitte machen Sie eines nicht – gehen Sie heute nicht nach Hause und fangen wie wild an, ihre Mitmenschen zu analysieren. Dafür gibt es Fachpersonal“, mahnt die Kriminalpsychologin.

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