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Schüler äußern Kritik an der Wahl

I bims – Das sagt Langenscheidt zur Kritik Hamelner Schüler

HAMELN. Ist „i bims“ tatsächlich ein Jugendwort? Wenn es nach der Meinung der Schüler des Schiller-Gymnasiums geht nicht. Wir haben die Kritik an die Langenscheidt-Redaktion, die jährlich zur Wahl aufruft, weitergeleitet und auf andere Fragen Antworten bekommen.

veröffentlicht am 11.12.2017 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 11.12.2017 um 16:37 Uhr

Foto: dpa
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Wenn etwas als cooler Trend angepriesen wird, obwohl niemand es kennt, verwundert das und lässt plumpe Willkür vermuten. So ähnlich ging es den Schülern der Klasse 9e des Schiller-Gymnasiums, als sie vom Jugendwort des Jahres erfahren haben: „I bims“. Im Unterricht hatte Deutschlehrerin Inga Bode mit ihnen dieses Online-Sprachphänomen „Vong-Sprache“ sezieren wollen, um festzustellen, dass ihre Schüler es gar nicht kannten. Die Wahl zum Jugendwort dann zog etliche Leserbriefe der Schüler nach sich, die am vergangenen Mittwoch in der Dewezet erschienen. Tenor, grob zugespitzt: Wie kann so ein Blödsinn, den wir, die Jugendlichen, nicht kennen, es zum Jugendwort schaffen? Wir haben die Kritik an die Langenscheidt-Redaktion, die jährlich zur Wahl aufruft, weitergeleitet und auf andere Fragen Antworten bekommen.


Die Schüler haben „I bims“ noch nie zuvor gesehen, gehört, geschweige denn benutzt – wie konnte das zum Jugendwort erklärt werden?
Wir haben nicht den Anspruch, dass alle das kennen. Mit der Wahl zum Jugendwort wollen wir Jugendliche animieren, sich mit Sprache auseinanderzusetzen, sich damit zu beschäftigen. Oder auch mal, kreativ ein neues Wort zu entwickeln. Die eine „allumfassende“ Jugendsprache gibt es in diesem Sinne aber nicht. Man kann Jugendsprache gut mit Dialekten vergleichen: Was Jugendliche in Hamburg auf dem Pausenhof sprechen, kann für Münchner Teens vollkommen unbekannt sein. Trotzdem können sie sich in vielen Fällen vorstellen, was gemeint sein könnte. Aus diesem Grund kann ein Wort, das nicht im kompletten deutschsprachigen Raum bekannt ist, dennoch für die Erforschung der Jugendsprache in einer Momentaufnahme interessant sein. Die Resonanz gibt uns ja recht. Über eine Million Votings gab es.


Aber wissen Sie denn, wer da abstimmt?
Wir erheben natürlich keine Daten darüber. Aber ich glaube nicht, dass sich 25- bis 30-Jährige sich vor den Rechner zu setzen, um darüber mit abzustimmen.

Und wer reicht die Vorschläge ein?
Jeder, der sich mit Jugendsprache auseinandersetzt, darf einreichen. Das sind vor allem die Jugendlichen selbst, aber auch Erwachsene, Lehrer, Sozialarbeiter, in deren Umfeld das einzureichende Wort oft verwendet wird, quasi als die „Lobbyisten“ für ein bestimmtes Wort.


Wie setzt sich die Jury zusammen, die am Ende entscheidet, welches zum Jugendwort gekürt wird?
Mehr als die Hälfte der Jurymitglieder sind Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in ihrer Freizeit mit der Sprache der Jugendlichen be-schäftigen und Experten in Sachen Sprachgewohnheiten der jungen Generation sind. In diesem Jahr sind es 21 Juroren und Jurorinnen, darunter Jugendmedienvertreter und ein Sprachwissenschaftler.


Was heißt „junge Erwachsene“ – wie alt sind die?
Zwei Drittel der Jury-Mitglieder sind bis maximal 24.

Wie wird gewählt?
Zuerst wählen die User über ein Online-Voting auf surveymonkey.de, dann eine Jury. Die Wahl verläuft in zwei Wahlgängen und zwei Abstimmungsrunden. Aus den Top 10 werden die Top 5 gewählt. Das Gewinnerwort steht nach der Diskussionsrunde und der finalen Abstimmung fest.

Information

„Jugendwort des Jahres“

Im Jahr 2008 hat der Langenscheidt-Verlag zum ersten Mal zur Wahl des Jugendwortes aufgerufen; eng verknüpft damit ist die jährliche Veröffentlichung des Buches „100% Jugendsprache“ des Münchner Verlags. Die Kritik, dass die Wörter nicht wirklich aus dem Sprachgebrauch der Jugendlichen stammen, ist nicht neu. „Wir haben ein Wort gefunden, das wirklich bereits gesprochen wird“, sagte ein Sprecher in diesem Jahr dazu gegenüber der Deutschen Presseagentur. Dem Vorwurf, so spreche niemand, habe man dieses Jahr etwas entgegensetzen können. Die Klasse 9e des Schillers sieht das offenbar anders.



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