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Gesundheitsamt sieht in Unsen hygienische Gefahren – andernorts ist das kein Problem

Hygienische Gefahr: Kein Hundepaddeln im Freibad

veröffentlicht am 29.08.2016 um 18:13 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:58 Uhr

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Autor:

Diana Koschorreck
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Verwunderlich daran: In vielen anderen Freibädern dürfen die Vierbeine seit Jahren ins Wasser.

„Es ist schade, aber nicht zu ändern. So ist hier jetzt nun einmal die Regel“, sagt die Betriebsleiterin des Waldbads, Janine Klauder, „Und an diese Regel müssen wir uns halten.“ Im vergangenen Jahr hatte es zum Ende der Freibadsaison im Waldbad das erste Hundeschwimmen gegeben. Damals paddelten rund 60 Vierbeiner durch das Wasser und spielten mit ihren Artgenossen oder den zugehörigen Herrchen. Und in diesem Jahr soll das plötzlich verboten sein? Ja! Denn 2015 wusste das Gesundheitsamt noch nichts von der Aktion. Erst im Nachhinein sei man darauf aufmerksam geworden, heißt es aus der Kreisverwaltung. Und als dann die Betreiber nach einer Genehmigung für das diesjährige Hundeschwimmen fragten, lehnte das Amt ab. Grund sind laut einer Sprecherin des Landkreises „Sporenbilder“ und „parasitäre Dauerformen“, die sich in den Fliesenfugen oder den Filtern festsetzen und dort auch den Winter und die Chlorung überstehen könnten. So könne auch nach dem Hundeschwimmen und in der neuen Saison eine Krankheitsgefährdung für Mensch nicht ausgeschlossen werden.

Das Verbot gilt übrigens für den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont. Und das bleibt auch vorerst so. Das Gesundheitsamt werde seine Entscheidung nur noch einmal überdenken, falls und sobald sich an der Situation grundlegend etwas ändere. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein neues Reinigungsmittel erfunden würde, das alle vielleicht vorhandenen Sporen nachweislich abtöten könnte.

Dabei ist das Schwimmen für Hunde am Ende der Freibadsaison in anderen Gemeinden längst Tradition. Im nahen Bennigsen zum Beispiel findet am 10. und 11. September schon zum dritten Mal das Hundeschwimmen statt. Die Geschäftsführerin des Freibads, Martina Riemer, hatte überhaupt keine Probleme, ihre Genehmigung zu bekommen. „Ich wüsste auch nicht, was das Gesundheitsamt dagegen sagen sollte“, sagt sie, „Hygienische Gründe können es gar nicht sein. Nach den Hunden geht ja niemand mehr ins Wasser.“

Schließlich sind die Hunde in den Bädern die sozusagen die Abschwimmer. Nach ihrem Wasserabenteuer wird das Becken geleert und zur nächsten Saison mit neuem Wasser befüllt. Das Gesundheitsamt für die Region Hannover sieht darin – anders als das in Hameln – offensichtlich keine Gefahr durch resistente Sporen oder Keime.

Auch Christian Rerop hält die Entscheidung des Hamelner Gesundheitsamtes für falsch, was allerdings auch kaum überrascht: Rerop ist Mitbegründer der überregionalen Initiative „Hund im Freibad“. Diese unterstützt Bäderbetreiber bei der Aktion und stellt auch Werbematerial zur Verfügung.

„Es gibt keine hygienischen Bedenken“, sagt Rerop, „das Gesundheitsamt und deren Hygienevorschriften sind in dem Moment raus, wo der öffentliche Badebetrieb beendet ist und kein Mensch mehr ins Wasser geht.“ Diese Meinung habe er sich auch schon vom österreichischen Gesundheitsministerium – das in Sachen Bäder die gleichen Bestimmungen wie das Deutsche habe – mit Brief und Siegel bestätigen lassen. Die Initiative weiß in diesem Jahr von mehr als 110 Hundeschwimmen-Veranstaltungen im Bundesgebiet. Wohl überall dort, wo das Gesundheitsamt die Sache mit den Keimen etwas lockerer sieht.



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