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Frust über langes Warten bleibt / „Wohnblockbüros“ für schnellere Infos

Hungerstreik in der Kaserne abgesagt

Hameln. Doch kein Hungerstreik – so lautet die Nachricht aus der Linsingen-Kaserne. Eine kleine Gruppe von Flüchtlingen hatte am Dienstag vor einer Woche angekündigt, nichts mehr zu essen und zu trinken, um Druck auf Behörden auszuüben. Hintergrund sind die monatelangen Wartezeiten bis zur Asylantragsstellung.

veröffentlicht am 26.10.2015 um 13:55 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Hameln. Eine kleine Gruppe von Flüchtlingen hatte am vergangenen Dienstag am Rande ihrer Demonstration auf der Hochzeitshausterrasse angekündigt, ab sofort Essen und Trinken zu verweigern. Damit wollte sie ihrem Unmut über lange Wartezeiten Luft machen – die Termine, an denen sie ihre Asylanträge stellen können, sind auf April 2016 datiert.

Nach Auskunft von Landkreis und DRK, zuständig für die Organisation in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Linsingen-Kaserne, ist es jedoch nicht zu einem Hungerstreik gekommen. Der Frust über das monatelange Warten macht sich aber weiterhin breit. Die Verantwortlichen auf dem Gelände versuchen, mit Informationen zu beschwichtigen.

„Erst heute Morgen wurde erneut mehrsprachig informiert, unter anderem mit Beteiligung von Ina Menzel, Leiterin des Amtes für Zuwanderung und Ordnung, um die Zusammenhänge zu erklären und Abläufe darzulegen, aus denen die Warterei resultiert“, erklärt Sandra Lummitsch vom Landkreis auf Nachfrage der Dewezet. Dass die Flüchtlinge so lange ausharren müssen, bis es weitergeht, liegt derzeit vor allem an der Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zunächst werden Menschen aus den als sicher deklarierten Ländern gehört, um sie schneller abzuschieben. Danach kommen die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten zum Zuge.

Inzwischen sind in den Wohnblocks auf dem Kasernengelände „Wohnblockbüros“ eingerichtet worden. Flüchtlingssozialarbeiter haben jetzt dort ihren Arbeitsplatz, um dichter an den Bewohnern zu sein, besser auf deren Bedürfnisse reagieren zu können und Informationen schneller zu streuen, heißt es. Die Lage auf dem Gelände, zum Beispiel auch zu den Essenszeiten, sei „unaufgeregt“; ihrem Ärger machten sich die Flüchtlinge in persönlichen Gesprächen Luft, „die Demo war eine Ausnahme“, sagt Sandra Lummitsch.

In Hamburg-Bergedorf hatten im September etwa 100 Flüchtlinge mit einem Hungerstreik gegen ihre Unterbringung in einer Turnhalle demonstriert. Auch in Nürnberg hatten Flüchtlinge diesen Weg gewählt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Beide Hungerstreiks wurden inzwischen beendet.

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