weather-image
16°

Auch an vielen Orten außerhalb der Bäder dürfen oder sollten die Vierbeiner nicht baden

Hundeschwimmen schwer gemacht

veröffentlicht am 31.08.2016 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:45 Uhr

270_0900_11848_hm201_jch_3008.jpg

Autor:

Diana Koschorreck
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Hamelner Gesundheitsamt hatte das NLGA vor der Entscheidung, das Hundeschwimmen im Waldbad Sünteltal abzusagen, um Rat gebeten. Auch wenn das NLGA zu Einzelheiten keine Auskunft geben möchte, erklärt Dr. Katrin Luden aus der Abteilung für Wasserhygiene auf Anfrage, dass das NLGA dem Hundeschwimmen in Freibädern grundsätzlich kritisch gegenüberstehe. „Aus unserer Sicht ist das eine unnötige Belastung des Systems ‚Freibad‘, das ja eigentlich für die Freizeit von Menschen gedacht ist“, sagt sie. Die Experten sehen die Gefahr, dass Parasiten – wie sogenannte Giardien und Kryptosporidien – aus dem Fell oder vom After der Hunde abgespült werden und so ins Wasser gelangen. Diese Parasiten bilden dann Dauerformen, die mitunter dem Chlor und auch so manchem Desinfektionsmittel gegenüber resistent sind, eine lange Lebensdauer haben und Infektionskrankheiten auslösen können.

Aber wo sollen Bello, Waldo und Co in Hameln in Zukunft ihrem Wasserspaß nachgehen? Sonderlich viele Möglichkeiten gibt es da nicht – auch wenn Hunde grundsätzlich in allen öffentlichen Gewässern schwimmen dürften. Die meisten Kiesteiche in der Gegend fallen aber schon einmal weg, denn diese sind in Privatbesitz. Auch der nahegelegene Humboldtsee ist für Hunde verbotenes Terrain. Die Weser eignet sich aufgrund ihrer Strömung und der oft nicht gut zugänglichen Ufer zudem an den meisten Stellen im Stadtgebiet auch nicht besonders zum „Hundepaddeln“. Da bleibt fast nur noch das heimische Planschbecken oder ein längerer Ausflug, um den Hund ins kühle Nass zu befördern. Im Emmerauenpark in Lügde gibt es neben anderen Freizeitangeboten zum Beispiel einen eigenen Hundestrand. Hier können die Vierbeiner sich nach Herzenslust austoben.

Damit dem besten Freund des Menschen auch an anderen Gewässern nichts passiert, hat Tierärztin Dr. Kristin Heczko ein paar wertvolle Tipps: Der Hund sollte beim Baden immer im Blickfeld des Herrchens sein. „Das ist im Grunde, wie bei einem Kind, das lässt man ja auch nicht aus den Augen“, sagt Heczko. Darüber hinaus sollten Hundebesitzer vor dem Schwimmspaß das jeweilige Gewässer auf spitze Gegenstände, wie Scherben, untersuchen. Um die Verletzungsgefahr zu verringern, gibt es beispielsweise auch Wasserschuhe extra für Hunde. „Ebenso wie für Menschen gilt natürlich: Wenn ein warmer Körper ins kalte Wasser springt, kann der Kreislauf verrückt spielen“, sagt die Tierärztin, „darauf sollten Herrchen und Frauchen achten.“ Es sei ebenfalls sehr wichtig, die Ausdauer seines Hundes genau zu kennen und ihn nicht zu weit wegschwimmen zu lassen. Denn dann könne es passieren, dass der wasserbegeisterte Vierbeiner den Weg zurück nicht mehr schaffe und gerettet werden müsse. Darüber hinaus empfiehlt die Tierärztin, genau auf Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten der Gewässer zu achten. „Ich finde es schön, wenn die Hunde in ein Gewässer gehen können, wo sie am Anfang noch stehen und dann langsam weiter hineinlaufen können. Dann entscheiden sie auch selbst, ob sie schwimmen wollen und sind nicht dazu gezwungen“, sagt Heczko. Weil es unter anderem diese Möglichkeit in einem Freibad nicht gibt, wäre die Tierärztin auch selbst nie auf die Idee gekommen mit ihren Dackeln zum Hundeschwimmen zu gehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?