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Tierschützer halten illegale Veranstaltungen in der Region für unwahrscheinlich

Hundekämpfe in Hameln? Eher nicht

Hameln. Hundekämpfe in Hameln? Drei Männer, die unter Verdacht stehen, solche Veranstaltungen durchzuführen, sollen sich laut Internet-Meldungen öfter in Hameln aufhalten. Bislang gibt es aber keine Beweise. Dass Kämpfe in Hameln stattfinden, halten Experten der „Anti-Dogfighting Campaign“ für wenig wahrscheinlich.

veröffentlicht am 11.04.2016 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Bislang ist es nur ein Internet-Gerücht: In Hameln sollen sich laut Meldungen bei Facebook öfter Männer aufhalten, die in Verbindung zur Hundekampf-Szene stehen. Beweise gibt es bisher nicht, das Kreisveterinäramt hat die Ermittlungen aufgenommen (wir berichteten). Dass solche Veranstaltungen, die verboten sind und hohe Geld- beziehungsweise Haftstrafen nach sich ziehen, in Hameln und Umgebung durchgeführt werden, scheint aber eher ausgeschlossen. Die Organisation „Anti-Dogfighting Campaign“ (ADFC), die sich für die Bekämpfung von Hundekämpfen einsetzt, hat bisher jedenfalls keine Hinweise auf illegale Veranstaltungen im Weserbergland. „Uns ist zur Zeit nichts dergleichen bekannt“, sagt Tatjana Frey vom ADFC-Team Deutschland.

Der Zusammenschluss der Hundeschützer ist seit mehreren Jahren in den USA tätig, mittlerweile gibt es aber auch einen Ableger in Deutschland. „Wir kämpfen gegen die Diskriminierung von sogenannten Kampfhunden. Wir wollen zur Aufklärung über diese Tiere beitragen, die keine Monster oder blutrünstigen Bestien sind, sondern wirklich sensible Hunde“, erklärt Frey. Nach eigenen Angaben setzt sich die „Anti-Dogfighting Campaign“ für Gesetzesänderungen zum Schutz der Tiere ein, hilft bei den Behörden bei Ermittlungen und sammelt Beweise gegen Gruppen und Personen, die Hundekämpfe durchführen.

Auch der ADFC hatte laut eigener Aussage mehrere Hinweise erhalten, dass sich Personen aus der Hundekampf-Szene in Hameln aufhalten sollen. „Das Telefon und unser Posteingang auf Facebook haben nicht mehr stillgestanden. Wir haben dann unsere Ermittler vor Ort nach Hameln geschickt, um die zwei zu beobachten“, berichtet Frey. Nach Informationen der Hundeschützer hätten die Männer Bekannte in Hameln und seien bereits öfter in der Stadt gesichtet worden.

Bei einem der Männer soll es sich laut „Anti-Dogfighting Campaign“ um einen bekannten Hundekämpfer handeln, der seine Veranstaltungen in Slowenien durchführt. „Unser ADFC Slovenia Team ist schon länger an ihm dran“, sagt Frey. Da der Mann die Kämpfe jedoch im Ausland austrage, hätten die deutschen Behörden keine Handhabe, um gegen ihn vorzugehen, bedauert Frey.

Dass in Hameln und Umgebung tatsächlich Hundekämpfe stattfinden, hält sie für eher unwahrscheinlich. „Bekannte Hundekämpfer haben trainierte Hunde und wollen als Sieger hervorgehen. Wenn einer der Männer also einen Kampf in Deutschland veranstaltet hätte, wäre er in Begleitung seiner Hunde angereist. Hundekämpfer nehmen für solche Veranstaltungen nicht einen beliebigen Hund, den sie gerade gefunden haben. Die Strafen in Deutschland sind zu hoch, um dieses Risiko einzugehen. Die deutschen Behörden sind wachsam, ein No-Name-Kampf würde sich nicht rechnen“, sagt Frey. Ihre Organisation müsse bei ihren Recherchen vorsichtig vorgehen, da Personen, die sich in dem Milieu bewegen, häufig auch bei anderen kriminellen Aktivitäten wie Waffen- oder Drogenhandel ihre Finger im Spiel hätten, erklärt sie.

In Deutschland gebe es strenge Gesetze, zudem seien die Behörden – anders als in anderen Ländern – in den seltensten Fällen korrupt. Deshalb würden die meisten Hundekämpfer ihre Veranstaltungen in angrenzenden Ländern mit weniger hohen Strafen durchführen, sagt Frey und fügt hinzu: „Wenn bei uns so etwas stattfindet, handelt es sich in den seltensten Fällen um bekannte Hundekämpfer. Das sind dann eher Amateure.“



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