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Nach Beißattacke folgt Erhöhung um 583 Prozent

Hundehalter verzweifelt an Steuererhöhung

HAMELN. Karl-Friedrich Meyer ist verzweifelt. Seit längerem liegt er mit den Behörden im Clinch, fühlt sich missverstanden, rumgereicht und ungerecht behandelt. Der Grund dafür ist sein knapp neunjähriger Hund Meilo, für den Meyer seit geraumer Zeit eine deutlich höhere Steuerlast zu stemmen hat.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 21:00 Uhr

Ein Bild aus glücklicheren Tagen. Karl-Friedrich Meyer mit seinem Border Collie Meilo. Foto: pr
Jens-Thilo Nietsch

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Genauer gesagt sind es 738 Euro im Jahr, die für seinen Border Collie anfallen. Für den 84-Jährigen eine zu hohe Belastung, die er nicht mehr stemmen könne, wie er sagt. Vorher bezahlte er noch 108 Euro jährlich und muss nun also eine Steigerung um 583 Prozent verkraften. „Für mich ist das ein herbes finanzielles Minusgeschäft. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, muss ich Meilo abgeben“, zeigt sich Meyer verzweifelt. Seine Rente helfe ihm hier nicht weiter, sagt er.

Aber wie war es zu der drastischen Steuererhöhung überhaupt gekommen? Auslöser war eine Beißattacke seines Hundes gegen eine Joggerin im Hamelner Klütwald. Durch den Angriff wurde die Läuferin so sehr verletzt, dass sie zur ärztlichen Versorgung ins Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen werden musste.

Für die Joggerin der Beginn eines medizinischen Leidensweges, für Meyer und seinen Hund, den er 2011 aus dem Hamelner Tierheim geholt hatte, der Beginn diverser Behördenschreiben. Seit der Beißattacke wird Meilo vom Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landkreis als „gefährlicher Hund“ eingestuft, wodurch sich auch die Besteuerung ändert. Zudem muss Meyer als Hundehalter Auflagen erfüllen, um den Hund weiterhin führen zu dürfen. Zum Beispiel darf Meilos Leine maximal nur zwei Meter lang sein.

Meyer bezahlt die Steuern, erfüllt die Auflagen und unternimmt in der Zwischenzeit Versuche, um die Situation zu ändern und wieder in eine niedrigere Steuerklasse für den Hund zu kommen. Er lässt Anfang 2019 einen Wesenstest bei seinem Hund durchführen. In einem Gutachten von der Tierärztin Dr. Sandra Bruns aus Hannover heißt es dazu, dass „bei Meilo keine Hinweise auf gestört oder inadäquat aggressives Verhalten gefunden werden“. Weiterhin zeige Meilo in den Situationen des Wesenstests sozialverträgliches Verhalten nach dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden. Ergebnisse, die Meyer zuversichtlich stimmen und die er nach eigenen Angaben auch dem Landkreis übermittelt hat. Mit dessen Antwort ist Meyer allerdings nicht zufrieden. „Mir wurde mitgeteilt, dass es sich bei dem Gutachten nur um eine Momentaufnahme handeln würde, eine verlässliche Grundlage für eine Gefährlichkeitsprognose sei das nicht. Ich wurde an andere Stellen verwiesen, die mich dann wieder zurück an den Landkreis verwiesen haben.“

Vom Landkreis heißt es dazu: „Konkret zu einem Einzelfall können wir (…) grundsätzlich keine Auskunft erteilen aus datenschutzrechtlichen Gründen“, so Pressesprecherin Sandra Lummitsch. Welche Schritte Meyer nun gehen will, weiß er noch nicht genau. Aber eins steht für ihn fest: „Ich gebe nicht auf.“



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