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Immer wieder bricht die Herde aus / Amtsveterinär will Situation der Tiere verbessern / Kontrolle

„Hunde hetzen meine Schafe in den Tod“

Hameln (ube). Tote Tiere aus der Herde von Schäfer Christian Pardey (46) haben das Kreisveterinäramt auf den Plan gerufen: Der Mann aus Bodenwerder hat seine Schafe auf den Hamelner Weserwiesen untergebracht und seit November neun Schafe verloren. Der Betriebswirt und Vorsitzende des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz im Weserbergland behauptet, seine Schafe würden immer wieder von freilaufenden Hunden angegriffen, gejagt, gerissen oder aus ihrem Gatter auf Äcker und sogar in die Weser getrieben. Erst am Dienstagabend habe ein Hund eine Heidschnucke und ein Weißkopfschaf gerissen. Eine Tierärztin des Veterinäramtes habe die Kadaver angeschaut und die Bissverletzungen gesehen, so Pardey. Dem widerspricht Amtstierarzt Dr. Peter Bolten: „Weder ich noch einer meiner Mitarbeiter haben diese toten Tiere gesehen.“

veröffentlicht am 05.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 08:41 Uhr

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Zum wiederholten Mal waren am Mittwoch Schafe und Ziegen von der umzäunten Wiese an der Hamelner Uferstraße ausgebrochen – mit Unterstützung eines Hundehalters und von Jugendlichen gelang es vier Polizeibeamten, die Herde wieder zurück auf die Weide zu treiben. Christian Pardey sagte, aggressive Hunde seien das Problem. „Schon zweimal sind Schafe aus Angst in die Weser gesprungen. Im vergangenen Sommer ist ein Schwarzkopfschaf von einem großen Hund unter Wasser gezogen worden und ertrunken. Pardey kritisierte die Behörden: „Ich habe um Hilfe gebeten, aber niemand tut etwas.“ Anwohner und Spaziergänger bestätigten auf Nachfrage der Dewezet, dass Hunde die Herde schon mehrfach angegriffen haben.

Kreisveterinäramt hat

Verfahren eingeleitet

In einem Vieh-Anhänger hat Pardey die jüngst verendeten Schafe unter Heu, einem Teppich und einem Stahlgitter zwischengelagert. „Die liegen dort, weil sie von einem Tierkörperverwertungsbetrieb abgeholt werden“, erklärte der Schafhalter.

Dr. Peter Bolten, Leiter des Fachdienstes Ordnung/Veterinärwesen beim Landkreis Hameln-Pyrmont, sagte gestern auf Anfrage: „Wir wollten die beiden Kadaver heute anschauen und gegebenenfalls eine amtstierärztliche Zerlegung durchführen. Doch als wir ankamen, waren sie bereits abgeholt worden.“ Und: „Dass Schafe so häufig ausbrechen, kann mehrere Ursachen haben. Möglich, dass Hunde auf die Weide springen, aber auch Futter- oder Wassermangel können Gründe dafür sein.“ Weitere Details wollte Dr. Bolten aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mitteilen. Grund: „Es gibt ein laufendes Verfahren gegen den Schäfer.“ Der Amtsveterinär sagte nur soviel: „Wir sind gerade dabei, die Situation der Schafe zu verbessern.“

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Die Stadt Hameln habe bislang nur einen einzigen Hinweis des Schäfers auf wildernde Hunde bekommen, sagte ihr Sprecher Thomas Wahmes. Mitarbeiter der Ordnungsabteilung seien danach mehrfach vor Ort gewesen, haben dort aber stets nur angeleinte Hunde gesehen. „Außerdem gibt es in dem Gebiet keinen Leinenzwang.“ Hundehalter seien aber verpflichtet, zu verhindern, dass ihre Vierbeiner Menschen und Tiere gefährden oder anfallen.

Die Stadt kündigte am Abend an, sie werde aus aktuellem Anlass die Kontrollen am Weserufer verstärken.

Die Ordnungsabteilung bittet die Dewezet-Leser um Hinweise. Wer weiß, wem die streunenden Hunde gehören, wird gebeten, sich mit der Behörde unter der Telefonnummer 05151/202-0 in Verbindung zu setzen.

Viehtrieb an der Weser:

Ein Polizist scheucht die Schafe zurück ins Gatter. Im Vieh-Anhänger schauen sich Ermittler die toten Tiere an und befragen Schäfer Christian Pardey.

Fotos: ube

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