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Betriebsrat: Ziele bei Umsatz und Gewinn immer wieder übertroffen

„Honeywell“: Empörung über Schließungs-Pläne

HAMELN/ALFELD/HILDESHEIM. „Es ist skandalös, dass die Belegschaft und der Betriebsrat von Honeywell vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, verurteilt Uwe Mebs, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln, das Vorgehen des „Honeywell“-Konzerns. Ein Vertreter des US-Unternehmens hatte der Belegschaft die Botschaft überbracht, dass Honeywell die Absicht habe, seine Tochter Elster GmbH in Hameln zu schließen.

veröffentlicht am 21.02.2018 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 21.02.2018 um 18:30 Uhr

Das Unternehmen Honeywell will den Standort seiner Tochter Elster an der Kuhlmannstraße schließen. Foto: fn

Die Produkte, elektronische Steuerungen für Heizungen, sollen demnach nach Tschechien verlagert werden. Diese Information der Arbeitgeberseite traf die 68 Beschäftigten bei der Elster GmbH an der Kuhlmannstraße nach Gewerkschaftsangaben ohne jegliche Vorwarnung.

Honeywell schaffe offenbar weitere Tatsachen. Nach Informationen des Betriebsrates wurden bereits Kunden von Elster schriftlich über die beabsichtigte Standortschließung informiert. „Allein dadurch wird unser Geschäft und damit auch die Arbeitsplätze nachhaltig von Unternehmensseite gefährdet“, blickt Birger Pfeiffer, Betriebsratsvorsitzender bei Elster, in eine ungewisse Zukunft voraus.

„Das Vorhaben von Honeywell ist auch aus wirtschaftlicher Sicht absolut nicht nachvollziehbar.“ Der Standort in Hameln sei seit Jahren höchst profitabel. Selbst die jährlich höher gesteckten Ziele bei Umsatz und Gewinn seien übertroffen worden. Die beabsichtigte Schließung in der Öffentlichkeit aus „wirtschaftlichen Gründen“ plausibel erscheinen zu lassen, sei aus Sicht der Arbeitnehmervertreter absolut absurd.

„Honeywell liefert ein Paradebeispiel für die hässliche Seite des Kapitalismus“, so Mike Wasner, der zuständige Gewerkschaftssekretär. „Weil es um die Gewinnmaximierung geht, sollen die Interessen der Arbeitnehmer an einen sicheren und zukunftsfähigen Arbeitsplatz auf der Strecke bleiben.“ Es sei von der Konzernleitung zynisch einerseits von den Beschäftigten immer höhere Leistungen abzufordern und sie dann bei erst bester Gelegenheit zu entsorgen.

Noch sei es unklar, wie sich die Situation bei Elster in der nahen Zukunft entwickeln wird. Nach Informationen der IG Metall sind dem Betriebsrat bis heute noch keine schriftlichen Informationen von Honeywell über ihre Pläne zur Verfügung gestellt worden.

Doch wie auch immer: „Wir werden uns den Absichten des Konzerns entgegenstellen und uns für den Erhalt der Arbeitsplätze in Hameln einsetzen“, stellen der Betriebsratsvorsitzende Birger Pfeiffer sowie die Gewerkschafter Uwe Mebs und Mike Wasner unmissverständlich klar.



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