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Hamelner Andreas Engelhardt hilft seit Monaten auf den Philippinen beim Wiederaufbau

Hoffnung durch „Sonnenschein“

Gapas/Hameln. „Willkommen, Interhelp. Danke, dass ihr uns helft …“ Mit blauer Farbe hat jemand diese Worte auf ein verbeultes Stück Blech geschrieben und am Ortseingang des 658-Seelen-Dorfes Gapas aufgestellt. Das Schild drückt die Dankbarkeit der Menschen aus, die hier leben. Viele waren verzweifelt, als der Taifun „Haiyan“ im November über die philippinische Insel Leyte hinwegfegte. Der gigantische Tropensturm hat ihnen alles genommen: ihre Angehörigen, ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage, die Kokos-Palmen. Die Verwüstungen waren groß, die Hoffnungslosigkeit auch. Fast vier Monate nach der Katastrophe hat sich die trübe Stimmung aufgehellt. Zwar gibt es immer noch kein Wasser und keinen Strom, aber: „Die Einwohner haben wieder Lebensmut gefasst, sie können sogar wieder lächeln“, berichtet der Hamelner Andreas Engelhardt, der ehrenamtlich für die heimische Hilfsorganisation Interhelp das Projekt „Sunshine“ leitet. Gemeinsam mit dem Mindanao Tourism Council und der Ateneo de Davao University hat Interhelp Anfang Februar ein 3-in-1-Projekt gestartet: Freiwillige helfen Dorfbewohnern beim Wiederaufbau, setzen zerstörte Schulen, Kindergärten, medizinische Zentren und Familienhäuser instand, Experten zeigen Kokos-Bauern, wie man Kürbisse, Auberginen, Bohnen und Gemüse-Eibisch einsät, hegt und pflegt, und Psychologen der Universität behandeln traumatisierte Kinder, bereiten Schüler auf mögliche weitere Naturkatastrophen vor und bilden einige von ihnen zu Gesundheitslotsen aus. „Ein Haus für eine Großfamilie, die 26 Mitglieder hat, bauen wir für etwa 300 Euro wieder auf“, sagt Engelhardt, der auf eigene Kosten auf die Philippinen gereist ist.

veröffentlicht am 24.02.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Jonallier Perez, Leyte (Philippinen)
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Auf Leyte sehe es leider immer fast noch so aus, wie in den ersten Tagen nach dem Taifun. „Nur der Müll und der Bauschutt ist inzwischen weg.“ Viele Hütten sind notdürftig mit blauen Planen abgedichtet worden. In Gapas wurden 95 Prozent aller Häuser beschädigt, 40 Prozent des Dorfes wurden fortgeweht, elf Einwohner kamen durch die Naturgewalt ums Leben.

Unter der Leitung des Hamelners werden Dächer mit Wellblech eingedeckt, Zimmerdecken eingezogen und frisch renovierte Gebäude angestrichen. Farbenfroh soll es in Barangay (Ort) zugehen: Der Kindergarten leuchtet inzwischen pink, die kleine Gesundheitsstation blau und das Dorfgemeinschaftshaus apfelgrün. Wer kann, fasst mit an oder versorgt die Helfer mit Essen. Mehr als 30 Frauen und Männer haben sich dem philippinisch-deutschen Team angeschlossen.

Der Lebensmut ist zurückgekehrt nach Gapas. Die Einwohner haben wieder eine Zukunftsperspektive. Das Projekt „Sonnenschein“ sei darauf angelegt, dass das im Ort angebaute Gemüse nicht nur für die eigene Dorfbevölkerung ausreicht, erklärt Interhelp-Chef Ulrich Behmann, der die Hilfsaktion im fernen Leyte von Hameln aus steuert. „Die Menschen sollen sich durch den Anbau von Feldfrüchten selbst, ihre Familien, aber auch andere Menschen ernähren können. Das verstehen wir unter Hilfe zur Selbsthilfe.“

Die Schule hat jetzt wieder ein Dach. Mit Spenden aus Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Barsinghausen und Bielefeld hat Interhelp Tische und Stühle gekauft und Schulsachen angeschafft. „Die Mädchen und Jungen sind glücklich. Wir alle sind froh, dass wir Freunde in Deutschland haben, die uns helfen, obwohl sie uns gar nicht persönlich kennen“, sagt Bürgermeisterin Leah Gade. Einige Dorfbewohner hätten vor Freude geweint, erzählt sie. Wenn das Sunshine-Team das Dorf verlässt, wollen die Bewohner ihm zu Ehren ein Konzert geben und eine Party feiern. „Wir haben neue Freunde gewonnen“, sagt Tourismus-Chef Jon Mana-ay Perez.

Spenden-Konten: Nr. 33233, Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01); Nr. 700 700 000, Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60); Nr. 20313, Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10).

Die Überlebenden lernen, wie sie sich und andere durch den Anbau von Feldfrüchten ernähren können.



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