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Höhere Standgebühr statt Werbegroschen

veröffentlicht am 25.02.2011 um 11:18 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (CK). Sie sieht sich für die „Hardware“ zuständig und die anderen für das Schöne. Und vielleicht deshalb hat sich Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann jetzt selbst beim Thema Weihnachtsmarkt eingeschaltet. Eingedenk der Tatsache, dass sich vor zwei Jahren abgelehnte Bewerber um einen Standplatz in Hameln eingeklagt hatten, aber auch angesichts der ständigen Querelen im letzten Jahr rund um das bunte Treiben war nämlich nichts mehr so wie es war. Denn Etes Hütte, ein beliebter Treffpunkt, war nicht mehr berücksichtigt worden, vor allem aber hatte die IG Weihnachtsmarkt, ein Zusammenschluss vieler, aber nicht aller Beschicker, sich nicht mehr in der Lage gesehen, den (freiwilligen) Werbegroschen weiter zu erheben und damit das Rahmenprogramm zu finanzieren. Und so war der weithin bekannte Weihnachtsmarkt in Hameln zu einem ständigen Zankapfel geworden.

Jetzt soll alles anders werden. Und weil die Werbung, die die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) für den Weihnachtsmarkt auf den großen Reisemessen betreibt, schon in der kommenden Woche anläuft, haben im Rathaus die Köpfe geraucht. Das Ergebnis stellt offenbar alle zufrieden: „Wir werden künftig eine gesonderte Gebühr erheben, die gestaffelt ist nach dem, was ein Standbetreiber anbietet. Dieses Geld werden wir an die HMT weiterleiten, die sich dann um Dekoration und Programm kümmert, wobei die IG eng mit eingebunden werden soll“, sagte die Oberbürgermeisterin gestern. Das habe den Vorteil, dass die IG um ihren Vorsitzenden Peter Ehlerding nicht mehr auf den guten Willen der Beschicker angewiesen sei und deshalb auch nicht länger um das Geld bangen müsse – denn eingeklagt werden konnte es bisher nicht. „Hier musste Rechtssicherheit her“, findet Susanne Lippmann.

HMT-Chef Harald Wanger betritt damit Neuland, wie er sagt, freut sich aber zugleich auf die neue Aufgabe, zumal der Weihnachtsmarkt aus seiner Sicht die „wertvollste Veranstaltung im Jahr“ ist, eine Behauptung, die er mit gezählten 500 Bussen pro Saison und jeweils geschätzten 300 000 Besuchern untermauert. „Der Weihnachtsmarkt hat für uns und übrigens auch für Gastronomie und Hotellerie eine zentrale Bedeutung, deswegen muss an seiner Qualität und Weiterentwicklung gearbeitet werden“, so Wanger, der überzeugt ist, nach den auch überregional bekanntgewordenen Zankereien müsse jetzt auch ein Stück Image zurückgeholt werden. Das sieht auch Peter Ehlerding so, Vorsitzender der IG. Sein knapper Kommentar: „Danke, Frau Lippmann.“

Stadträtin Gaby Willamowius machte aber zugleich eins deutlich: „Die Verwaltung betreibt auch weiterhin das Kerngeschäft.“  Soll heißen: Für die Vergabe der Standplätze nach dem vom Gericht bestätigten Kriterienkatalog ist allein die Verwaltung zuständig, eine Einbindung der IG nicht vorgesehen. „Sonst könnten uns wiederum andere, die nicht Mitglied der IG sind, verklagen“, gab die Oberbürgermeisterin ihr Schützenhilfe. An der neuen Gebührensatzung wird nach Willamowius Worten derzeit noch gestrickt, allerdings hat sie schon Vorstellungen, was in der neuen Saison anders und vor allem besser werden soll: Der Lütje Markt, inzwischen neu gepflastert, soll mit einbezogen werden, ebenso das FiZ (Familie im Zentrum) in der Osterstraße. Mehr noch: Auch im leerstehenden Hochzeitshaus sollen Aktivitäten stattfinden, sofern nicht der (eher unwahrscheinliche) Fall eintritt, dass bis dahin ein gut situierter Mieter oder Käufer das Gebäude für eigene Zwecke benötigt.

Übrigens: Noch immer hat die Oberbürgermeisterin keinerlei Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft, die wegen diverser Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt Büros im Rathaus und Privatwohnungen von Mitarbeitern durchsucht und Akten beschlagnahmt hatte. Lippmann: „Wir haben nicht mal eine Antwort bekommen.“



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