weather-image
13°

S-Bahn-Manager: „Jetzt muss etwas geschehen!“ – Stadtwerke sehen jedoch keine Abstellnot am Bahnhof

Höchste Eisenbahn beim Parkproblem

Hameln. Wer im April Stressfreiheit bei der Parkplatzsuche am Hamelner Bahnhof genießen möchte, der musste gestern früh aufstehen. Denn es war der Tag, an dem die Monatskarten für einen Dauerplatz im Parkhaus verkauft werden. Die Tickets sind bei Pendlern begehrt, aber rar, deshalb bildet sich die Schlange vor den Türen des Reisezentrums, das um 7 Uhr öffnet, immer früher. Inzwischen sei es ratsam, schon um 6.30 Uhr dort zu sein, berichten Betroffene. Denn wer hier nicht zum Zuge kommt, muss im nächsten Monat Zeit für die morgendliche Parkplatzsuche und den Weg vom Auto zum Bahnsteig einplanen.

veröffentlicht am 24.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 18:21 Uhr

270_008_7032446_hm103_Dana_2403.jpg
Marc Fisser

Autor

Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Die Hameln-Pyrmonter sollten sich mehr Gedanken machen, wie der Umstieg vom Auto auf die Bahn weiter verbessert werden kann“, rät S-Bahn-Manager Ulrich Wiethaup. Als Wangelister kennt er die Probleme beim Umstieg am Bahnhof in Hameln. Wiethaup spricht von „Mangelverwaltung“ bei den Parktickets. Und der Bedarf an Parkraum werde weiter zunehmen, ist er überzeugt. Vor allem, wenn der Landkreis dem hannoverschen Verkehrsverbund beitritt, was die Bahnfahrt für Spontanreisende verbilligen wird, sei mit weiteren Fahrgästen zu rechnen, die eine Abstellmöglichkeit für ihr Auto suchen. „Angesichts der langen Umsetzungszeit für solche Projekte, sollte jetzt angefangen werden“, appelliert Wiethaup in Richtung Stadtverwaltung und den Stadtwerken als Parkhausbetreiber. „Wir brauchen Nägel mit Köpfen“, unterstreicht er.

Das Thema wird bei den Stadtwerken viel entspannter gesehen als von dem Bahnexperten. Sprecherin Nicole Schilawa bestätigt zwar, dass derzeit nicht jeder Interessent eine Jahres- oder Monatskarte für das Parkhaus am Bahnhof bekommen kann; aktuell gebe es eine Warteliste von 30 Autofahrern für das Jahresticket, 13 seien für eine Monatskarte eingetragen. Auf der Ausweichstellfläche am Hastenbecker Weg seien jedoch 35 Dauerparkplätze frei. „Für den nur geringfügigen zusätzlichen Parkplatzbedarf stellt sich demnach auch weiterhin keine Frage der Notwendigkeit einer Parkraumerweiterung“, heißt es in einer Stellungnahme des stadteigenen Unternehmens. Ausgeblendet bleibt allerdings, dass die Tagesparker am Bahnhof seit langem in Not sind, wie der tägliche Blick auf die Zahlen des Parkleitsystems zeigt. Einerseits gibt es im Bahnhofsviertel einen spürbaren Parksuchverkehr, andererseits fahren viele Pendler sicherheitshalber gleich zum Einsteigen nach Springe oder Völksen – was ökologisch und zeitlich nicht sinnvoll erscheint, zurzeit aber noch durch den dort niedrigeren Fahrkartenpreis aufgefangen wird. Um ein billigeres Bahnticket nach Hannover bemühen sich Stadt und Landkreis seit Jahren. Ab April wollen Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit Vertretern des Großraumverkehrs Hannover (GVH) noch einmal verhandeln. Über die Höhe der Ausgleichszahlung aus der Kreiskasse gibt es noch unterschiedliche Auffassungen. Kämmerer Carsten Vetter hofft auf einen Abschluss bis zum Sommer, damit das neue Preissystem 2015 greifen kann. Der Erste Kreisrat geht auch davon aus, dieses Geld im sechsstelligen Bereich nur wenige Jahre zahlen zu müssen. Denn die anfängliche Mindereinnahme der Bahn werde voraussichtlich mit der Zeit durch den Fahrgastzuwachs ausgeglichen. Genau so war es für Hameln-Pyrmont schon bei der Einführung der GVH-Zeitkarten für Berufspendler gelaufen.

Die Verantwortlichen erwarten auch, dass es sich um keine „Einbahnstraße“ handeln wird: Das erweitere Großraumticket dürfte mehr Menschen aus der Region Hannover dazu bringen, nach Hameln-Pyrmont zu fahren. „Die S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Wiethaup, „jetzt muss aber auch außerhalb des bisherigen Großraums etwas geschehen!“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?