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Angst vor Darmspiegelung

veröffentlicht am 30.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 13:41 Uhr

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Peter L. (57) aus Hameln fragt: Mein Hausarzt hat mir zu einer Darmspiegelung geraten. Freunde aus meinem Bekanntenkreis haben nichts Gutes über die Spiegelung berichtet, sodass ich mich schwertue, einen Untersuchungstermin auszumachen. Kennen Sie einen Facharzt, der mir mehr über das Verfahren sagen und mir meine Angst nehmen kann?

WIR HELFEN WEITER Ihre Fragen - auch

anonyme Zuschriften - leitet unser Redakteur Ulrich Behmann an

Fachärzte aus der

Region weiter. Die Antworten werden in

einer der nächsten

Ausgaben veröffentlicht, Ihre Namen geändert.

Adresse: Dewezet-Sprechstunde, 31784 Hameln Telefon: 0 51 51/200-421

E-mail: u.behmann@dewezet.de

Dr. Franz-Josef Vonnahme antwortet: Sie müssen sich keine Sorgen machen: Die Darmspiegelung ist harmlos, der Darmkrebs allerdings nicht. Er entwickelt sich langsam über Vorstufen von Gewebsveränderungen, sogenannte Polypen. Werden diese rechtzeitig entfernt, kann Darmkrebs verhindert werden. Hierzu ist eine Darmspiegelung notwendig. Ihr Hausarzt überweist Sie an einen Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen, den sogenannten Gastroenterologen, der viel Erfahrung in solchen Untersuchungen hat. In einem ersten Gespräch möchte der Arzt von Ihnen wissen, ob Sie einen empfindlichen Bauch haben, welche Ess- und Stuhlgewohnheiten Sie haben, welche Medikamente Sie nehmen, ob Sie Bauchoperationen hatten und ob Darmkrebs bei Ihren Eltern oder Geschwistern aufgetreten ist. Er erklärt Ihnen den Ablauf der Untersuchung, dass der Dickdarm etwa 1,20 bis 1,50 Meter lang ist, wie der Darm in Ihrem Bauchraum verläuft, dass die Schleimhaut des Darmes völlig schmerzunempfindlich ist und dass lediglich die Dehnung des Darms bei Knick- oder Schlingenbildungen zu spüren ist. Bei Patienten, die Vernarbungen nach Bauchoperationen haben, kann die Spiegelung in Narkose vorgenommen werden. Oft genügt aber eine schmerzlindernde Medikation, die den Patienten in einen leichten „Schlummerzustand“ versetzt. Bei einem Drittel der Patienten werden für die Coloskopie gar keine Medikamente benötigt. Natürlich hat eine Darmspiegelung nur Sinn, wenn der Darminhalt vollständig entleert wird. Dann kann der Arzt auch kleinste, versteckte Veränderungen erkennen und gegebenenfalls entfernen. Davon spüren Sie übrigens nichts, da die Schleimhaut – wie schon erwähnt – unempfindlich ist. Der Arzt gibt Ihnen eine besondere Trinklösung zur Darmreinigung mit, die nicht über die Nieren ausgeschieden wird, sondern den Darm auswäscht. Selbstverständlich wird Ihr Untersucher Sie auch über mögliche Risiken einer Coloskopie aufklären. Eine Darmverletzung ist bei einem erfahrenen Endoskopiker selten: bei 6000 Untersuchungen tritt dieses nur einmal auf. Werden Polypen oder größere Gewebsanteile entfernt, kann es zu Blutungen kommen, die aber in der Regel endoskopisch beherrscht werden.

Haben Sie schließlich die Untersuchung und die Wirkung der Schlummerspritze hinter sich, nimmt der Arzt sich die Zeit, das Ergebnis und auch mögliche Konsequenzen mit Ihnen durchzusprechen. Er gibt Ihnen eine Empfehlung, wann die Untersuchung wiederholt werden muss und wünscht Ihnen einen guten Appetit, denn nach längerer Nüchternheit haben Sie sich das Essen ja wirklich verdient. Viele Patienten berichten uns übrigens nach der Untersuchung, dass lediglich die Trinklösung zur Vorbereitung der Untersuchung am unangenehmsten sei – sie schmeckt eben nicht jedem. Das Thema Darmkrebs betrifft übrigens nicht etwa nur eine Randgruppe; pro Jahr erkranken in Deutschland über 70 000 Menschen daran. Darmkrebs ist somit eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Ländern. Dieser Krebs ist heilbar, allerdings nur, wenn er rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird.

Wenn Sie mehr über das Thema Darmspiegelung wissen möchten, empfehle ich Ihnen, am Donnerstag, 2. Dezember, um 17 Uhr ins Sana-Klinikum Hameln zu kommen. Unter dem Titel „Kann Vorsorge vor Darmkrebs schützen?“ werde ich über die aktuellen Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge referieren. Die Teilnahme an diesem Seminar ist kostenlos.

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