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Hameln (fh). Der letzte Vorhang ist längst gefallen. Das schwarz-rote Logo der „Päpstin“ verschwindet allmählich aus dem Hamelner Stadtbild. Und trotzdem: Aus den Köpfen ist der Musical-Erfolg knapp eine Woche nach der letzten Vorstellung in Hameln noch lange nicht. Nun steht sogar die Frage im Raum, ob die umjubelte letzte Vorstellung am vergangenen Sonntag, tatsächlich der endgültige Schlusspunkt gewesen sein soll: Ein Wiedersehen mit der „Päpstin“ in den kommenden Jahren ist nicht ausgeschlossen.

veröffentlicht am 22.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:41 Uhr

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HMT-Chef Harald Wanger blickt gerne zurück auf den knappen Monat, in dem Hameln zur Musical-Stadt wurde. Ein großer fünfstelliger Überschuss blieb am Ende für die Hameln Marketing und Tourismus GmbH übrig, sagt Wanger. Über 22 000 Besucher waren es insgesamt, die letzten Aufführungen der Produktion waren restlos ausverkauft. „Die spannende Frage ist jetzt, wie groß der Überhang ist“, sagt Wanger. „Waren es 50, die noch gerne Karten gehabt hätten oder doch eher 1000?“ Die HMT will „belastbare Zahlen“ auf diese Frage mit einer Befragung vor Ort ermitteln.

Auswerten will man bei der HMT auch die Postleitzahlen der Ticketkäufer. So wollen die Touristiker ergründen, welche Zugkraft das Musical überregional hatte. Wo hat die Werbung gewirkt? Wo steckt gegebenenfalls noch Besucherpotenzial? Eins steht bereits fest: Einen Schatten auf die sonst strahlende Bilanz der Hamelner „Päpstin“ wirft der Bereich Bus-Tourismus. Zehn Prozent der Besucher kamen auf diesem Weg nach Hameln (wir berichteten). In Fulda, der Heimatstadt der „Päpstin“, sei dieser Anteil deutlich höher, sagt Wanger.

So wie das Ergebnis der Befragung sind aber auch Konsequenzen daraus noch nicht absehbar. Kehrt die „Päpstin“ zurück? Wenn ja: wann? Oder lockt am Ende ein anderes Stück die Musicalfans?

Grundsätzlich denkbar sei eine Neuauflage, bekennt Wanger: „Wir haben gezeigt, dass wir so ein großes Projekt in Hameln stemmen können.“ Ob nun aber die „Päpstin“ oder ein anderes Stück eines Tages wieder für Beifallsstürme sorgen wird, ist völlig offen. Laut Wanger werde man mit Spotlight Musicalproduktion in Kontakt bleiben. Die Musicalmacher aus Fulda haben neben der „Päpstin“ beispielsweise die Stücke „Friedrich“ – über Friedrich, den Großen – und „Elisabeth“ – über die Heilige Elisabeth von Thüringen – im Angebot.

Doch ob „Päpstin“ oder andere Musical-Helden: Wann es Zeit für die nächste große Show in Hameln wäre, steht ebenfalls in den Sternen. Wanger hegt Zweifel, dass sich schon im kommenden Jahr ein Projekt vom Kaliber des Musical-Sommers 2012 auf die Beine stellen ließe. Dies sei eine Frage der Arbeitskapazitäten.

Auch im Hamelner Theater dürfte ein erneutes Gastspiel in den Sommermonaten des kommenden Jahres für gewisse Probleme sorgen. Die Spielzeitpause wird normalerweise genutzt, um das Haus instand zu setzten. Dafür wurde in diesem Sommer die Zeit deutlich knapper. „Das wussten wir vorher und haben uns darauf eingelassen“, sagt Theaterleiterin Dorothee Starke, stellt aber auch klar: „Das geht nicht immer.“ Starke spricht im Rückblick auf die „Päpstin“ von einem „guten Kooperationsmodell“ und zudem von einer „gut gemachten“ Produktion. „Ich freue mich genau wie die HMT, dass das Musical funktioniert hat.“

Nicht nur die Stadt, auch das Hamelner Theater hat offenbar mit der „Päpstin“ erfolgreich Werbung in eigener Sache betrieben: Viele Spielzeithefte ihres Hauses hätten die Musical-Besucher mitgenommen, berichtet Starke. So mancher, besonders aus dem weiteren Umland, betrat das Hamelner Theater zum ersten Mal – und erwägt nun offenbar wiederzukommen.

Auf den Musical-Zug aufspringen will die Theaterleiterin deshalb aber trotzdem nicht. „Wir haben Musicals durchaus im Programm“, betont sie zwar, als städtisches Theater habe man jedoch eine grundsätzlich andere Aufgabe: „Wir können nicht nur leichte Muse zeigen oder wochenlang dasselbe Stück.“ Schließlich gelte es, einen Bildungsauftrag zu erfüllen.

Also bietet der Spielplan des Theaters Hameln auch in der kommenden Spielzeit keine große Musical-Show à la „Phantom der Oper“. Mit dem Schauspiel „Der Name der Rose“ geht es im Oktober aber immerhin – genau wie in der „Päpstin“ – hinter Klostermauern.

Gibt die

Päpstin

eine Zugabe? HMT erwägt Wiederholung



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