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Hameln (ni). Es sind die Sünden der Vergangenheit, an den sich die Fußgängerzonen-Architekten bei der Erneuerung der Bäckerstraße jetzt die Zähne ausbeißen: Weil etliche Immobilienbesitzer in den zurückliegenden Jahren einfach das Straßenpflaster vor ihrem Haus angehoben haben, um den Eingang zum Geschäft im Erdgeschoss stufenlos zu gestalten, stehen die Pflasterer jetzt vor dem Problem, auf kurzen Strecken unterschiedliche Höhen ausgleichen zu müssen – notfalls auch durch den Bau einer Rampe.

veröffentlicht am 13.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:21 Uhr

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Für Rollstuhl- und Rollatorfahrer ist die Baustelle in der Bäckerstraße mit ihren behelfsmäßigen Schotterpisten eine Herausforderung, die sie kaum bewältigen können. Aber auch wer gut zu Fuß ist, läuft Gefahr, ins Stolpern zu geraten. Und das nicht nur auf dem unebenen Untergrund neben dem Bauzaun, sondern auch da, wo das neue Pflaster schon liegt. Denn die Rampe, die neuerdings auf der rechten Straßenseite parallel zur Fassade eines Modegeschäftes verläuft, entspricht erst mal nicht den Gehgewohnheiten eines Schaufensterbummlers. Damit sie nicht übersehen wird, ist sie mit zwei dicken Granitpollern bestückt, die wiederum nur ins Auge fallen, wenn sich nicht zu viele Leute auf der Straße drängen. Was zurzeit aber nicht gegeben ist, weil sich die Straße wegen der Baustelle in der Mitte zum Nadelöhr verengt und sich die Menschen ausgerechnet in Höhe des Rampenauf- und -abganges stauen. „Ein Problem“, räumt Stadtplanerin Michaela Klank ein, aber nur ein temporäres, das sich mit dem Weiterrücken der Baustelle in Richtung Münsterkirchhof erledige. Was bleibe, sei aber die Rampe, und an die müssten sich die Fußgänger „vermutlich erst gewöhnen“.

Die besonderen Schwierigkeiten, die es bei der Erneuerung der Bäckerstraße zu meistern gelte, erklärt Klank so: Im oberen Teil sei die Straße gerade mal 8,50 Meter breit. Die Eingänge zu den Geschäften lägen auf der rechten Straßenseite teilweise über 20 Zentimeter höher als auf der linken. Das Gefälle von der einen zur anderen Seite betrage an einigen Stellen mehr als acht Prozent. Für eine behindertengerechte Sanierung der Straße – ein Muss nach heutigen Maßstäben und laut Förderbescheid für das Projekt Fußgängerzone auch unumgänglich – sei aber allenfalls ein Gefälle von zwei bis drei Prozent akzeptabel. Für Rollstuhlfahrer optimal wäre ein Prozent, weil dann die Räder geradeaus laufen und die Fahrer nicht permanent gegensteuern müssten. Ein Prozent reiche aber nicht, damit bei Regen das Wasser von der Straße schnell genug in Richtung Gosse fließt.

Um die Bäckerstraße auf voller Breite und Länge so auszubauen, dass sie behindertengerecht ist, sich trotzdem keine Pfützen bilden und auch noch alle Geschäfte ohne Stufen im Eingangsbereich auskommen, müsste den verantwortlichen Planern die Quadratur des Kreises gelingen. Weil die aber unmöglich ist, haben sie an anderen Lösungen getüftelt und schließlich einen Kompromiss gefunden: Die Straßenhälfte links der Gosse wird so plan wir irgend möglich gepflastert und die Neigung zur Gosse höchstens drei Prozent betragen. Auf der anderen Hälfte erfolgen Niveauausgleich und Entwässerung mithilfe von voraussichtlich zwei Rampen und über ein Gefälle von bis zu fünf Prozent. Anders als durch diese Zweiteilung „hätten wir die Probleme mit den unterschiedlichen Höhen nicht in den Griff bekommen“, so Klank.

Für die Schaffung ebenerdiger Eingänge bei allen Geschäften fühlt sich die Stadt im Rahmen der Sanierung nicht zuständig. „Das lässt sich nicht über die Pflasterung lösen, sondern nur im Haus“, stellt Michaela Klank klar. Wer heute noch eine Stufe vor der Ladentür habe, könne also nicht damit rechnen, dass die im Zuge der Erneuerung verschwindet – durch Anhebung des Pflasters.

Dass einige Hausbesitzer genau diese für sie kostengünstige Variante in der Vergangenheit gewählt haben, mache die Arbeiten an der Bäckerstraße jetzt „ganz, ganz schwierig“ und habe eben auch solche Kompromisse wie die Rampe zur Folge, sagt Klank. Im Nachhinein lasse sich nämlich nicht mehr herausfinden, ob die Beseitigung der Stufe vor der Ladentür per Anhebung des Pflasters seinerzeit mit ausdrücklicher Zustimmung der Stadt oder ohne deren Wissen erfolgt sei. Und darum bleibe den Planern gar nichts anderes übrig, als Rücksicht auf die Geschäfte zu nehmen und einen irgendwann einmal hergestellten ebenerdigen Zugang auch bei der Erneuerung der Straße zu erhalten.

Bäckerstraße

in der Schieflage Mit Rampen gegen das starke Gefälle

Ohne die Rampe wäre der stufenlose Zugang zum Geschäft nicht möglich. Foto: Dana



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