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Hameln (mafi). Beschwingt fahren oder gehen die Hamelner seit vorgestern über den neuen Teil der Münsterbrücke – und mancher Nutzer fragt sich, ob auch die Konstrukteure etwas schwungvoll waren. Denn Fahrbahn und Fußweg erinnern an eine Berg- und Talbahn. Und wer unter das neue Bauwerk schaut, stellt zudem fest, dass auch die Pfeiler nicht in paralleler preußischer Ordnung stehen. Aber doch, es sei alles nach europäischen Normen gebaut, versichert Knut Bischof, der als Mitarbeiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Baumaßnahme überwacht. Der „Knick“ in der Fahrbahn sei bei solchen Stahlverbundbrücken aus statischen Gründen üblich. Durch die Überhöhung werde vermieden, dass das Tragwerk nach unten durchhänge, wenn schwere Fahrzeuge hinüberrollen – man erinnere sich an den Physik-Unterricht in der Schule. In Sichtweite zeigt die alte Eisenbahnbrücke mit ihrer Stahlfachwerk-Konstruktion, wie man es alternativ auch hätte machen können. Für größere Spannweiten wäre auch eine Hängebrücke infrage gekommen.

veröffentlicht am 24.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:41 Uhr

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Die Stahlverbundbrücke wird an diesem Wochenende nach Worten von Knut Bischof „locker“ die rund 300 Tonnen der beiden Autokräne tragen, die zum Abbau der Behelfsbrücke eingesetzt werden. Obwohl der Neubau überaus stabil konstruiert sei, könne er sich trotzdem gefahrlos um mehrere Zentimeter durchbiegen. „Als Fußgänger spürt man diese Bewegung durchaus“, sagt Bischof.

Dass die Widerlager und Pfeiler unter der Brücke nicht parallel angeordnet sind, erklärt der Fachmann mit der alten Gründung im und am Fluss. Die Fundamente werden weiterverwendet. Das erspart nicht nur Kosten, sondern auch Schäden durch das mögliche „Setzen“ und somit eventuelle Reparaturarbeiten.

Der neue Brückenteil ist seit der vergangenen Nacht vorerst wieder gesperrt, um von dort aus das benachbarte Brückenprovisorium zu demontieren. Heute werden 20 bis zu 33 Meter lange und bis zu 40 Tonnen schwere Teile des Überbaus auf 20 Lastwagen verladen und zum nächsten Einsatz in die Niederlande befördert. Am Sonntag sind die Stützen an der Reihe. Am Montag, wenn gegen 5 Uhr der erste Linienbus anrollt, soll die Münsterbrücke wieder für den Fahrzeugverkehr frei sein. Der Fußgängerweg an der Südseite bleibt auch während der Abbauarbeiten der Behelfsbrücke geöffnet; Radfahrer müssen dort in dieser Zeit schieben. „Der Abbau sieht spektakulär aus, ist aber eigentlich ganz simpel“, sagt Bischof. Er empfiehlt Interessierten, am Samstagvormittag vom Torbay-Ufer oder vom Werder aus zuzuschauen.

Wenn die Behelfsbrücke verschwunden ist, wird noch deren Rampe zurückgebaut und die Kreuzung am Brückenkopf erneuert. Außerdem müssen eine Stützwand errichtet und die Zufahrt zum Fuß- und Radwegtunnel angelegt werden. Die Asphaltierer rücken ebenfalls noch einmal an, um auf der Fahrbahn die Deckschicht aufzubringen. Noch bis ins zweite Quartal hinein wird im Bereich der Brücke gearbeitet, erklärt Bischof. Der Verkehr werde aber nur noch wenig gestört.

Alles eine Frage der Statik:

Brückenschlag mit Bogen. Am Baustellenzaun auf dem Fußgänger-/Radweg können Schaulustige an diesem Wochenende den Abbau der Behelfsbrücke verfolgen.

Foto: Dana

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Konstrukteure haben den Bogen raus



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