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Heute: Brustschmerzen

veröffentlicht am 13.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 03:41 Uhr

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Herbert M. (62) aus Hameln fragt: Ich bin nach einem Tag mit Garten- und Grabarbeiten bei frischem Wind mit akuten Brustschmerzen im linken Bereich, die in der Nacht immer schlimmer wurden, ins Krankenhaus gekommen. Ein Herzinfarkt wurde aber ausgeschlossen. Nach drei Tagen durfte ich wieder nach Hause, allerdings nicht ganz schmerzlos, was aber abhängig von der Atmung und von Drehbewegungen auftrat. Was war da mit mir los?

Uwe Thies, Arzt für Allgemeinmedizin und Chirotherapie, antwortet: So ein Krankheitsbild kommt recht häufig vor. Die Brustwirbelsäule hat zwölf bewegliche Glieder. Wirbelgelenke sorgen dafür, dass sie im Gesamtbild wie auf Schienen arbeiten, scharnierähnlich von einem Wirbelkörper zum anderen. Bandscheiben puffern Stöße in jeder Höhe elastisch ab. Weiterhin gibt es Nervenstränge vom Rückenmark, die die Steuerung, zum Beispiel der Brust- oder Rippenmuskulatur, ermöglichen. Schließlich kommen noch die Rippen ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass die Lunge, so elastisch wie sie ist, nicht in sich zusammenfällt.

Die Rippen sind mit einem kleinen Köpfchen seitlich vom Wirbelgelenk aufgehängt und drehen sich bei der Atmung um die Längsachse und wickeln bei Ein- und Ausatmung den Zwischenrippenmuskel aus und ein. In unmittelbarer Nähe liegt ein Nervengeflecht. Dieses kann mit Schmerzen reagieren, wenn dort etwas nicht stimmt, zum Beispiel das Rippenköpfchen in seiner Führung klemmt und sich nicht frei bewegen kann. So ist das Atmen dann sehr schmerzhaft, zum Beispiel in Ein- oder Ausatmung, oder auch die Drehung, wie bei der Gartenarbeit. Beim Graben etwa, der drehenden Lastbewältigung aus dem Kreuz heraus, muss es dort in einer ganz bestimmten Höhe der Brustwirbelsäule zu einer Störung gekommen sein, die sich dann so äußerte, wie beschrieben. Die Abkühlung im Wind war dann nur noch das I-Tüpfelchen.

Unser Körper besitzt feine Fühler, die sehr schnell Fehler melden können. Denn so soll ja Schlimmes verhindert werden. Der Schmerz bei einem Herzinfarkt ist ein solches Beispiel. Ist dann wirklich nur die Rippe „verhakt“, und man weiß sogar noch wie, dann müsste es möglich sein, sie wieder zu „enthaken“.

Chirotherapeuten, Krankengymnasten, Osteopathen und Manualtherapeuten können hier oft helfen und dem Rippenköpfchen aus der Verklemmung helfen, um endlich wieder schmerzfrei zu werden. Nun muss nicht jeder Schmerz, der zufällig in der linken Brust auftritt, durch eine verhakte Rippe bedingt sein, andererseits auch nicht jeder durch einen Herzinfarkt. Das macht die Diagnose und die sich daraus ergebende Behandlung schwierig. Die Erkenntnis, welche Ursache die schmerzhaften Symptome haben, kann natürlich nur ein Arzt gewinnen, der den Patienten genau unter die Lupe nimmt.

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