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Hiobsbotschaften aus Japan lassen die guten Zahlen vergessen

veröffentlicht am 16.03.2011 um 10:11 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (red). Die gute Stimmung bei den Hameln-Vertretern auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin hat sich schnell relativiert: Die Meldungen über die Naturkatastrophe, die Japan heimgesucht hat, erschütterte auch die aus der Rattenfängerstadt angereisten Vertreter, darunter Harald Wanger, Chef der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT).

Angesichts der Hiobsbotschaften aus Japan traten selbst die guten Zahlen des Vorjahres schnell in den Hintergrund. Peter Blumenstengel, langjähriger Leiter der Deutschen Zentrale für Tourismus in Japan, war fassungslos. Ob vor diesem Hintergrund die geplante Deutsche Reisewoche in Japan und Korea, zu der auch die Deutsche Märchenstraße mit Hameln angemeldet ist, stattfinden kann und soll, stand für ihn zunächst im Hintergrund. Die Messegesellschaft sprach über Lautsprecher den Kolleginnen und Kollegen aus Japan im Namen aller Touristiker ihr tiefes Mitgefühl aus. Am Samstag wurde der Japan-Stand dann geschlossen. Zu sehr waren die Gäste mit der zum Teil verzweifelten Suche nach Informationen aus der Heimat beschäftigt.

Dass die Telefon- oder Internet-Verbindungen in die besonders betroffenen Erdbeben-Regionen rund um die Stadt Sendai noch immer völlig lahm liegen, bestätigte auch Hiroshi Yuji, langjähriger Verkaufsleiter der Japan Airlines, der mit seiner Frau in Hamburg lebt. Verbindungen gebe es nur von Tokio abwärts. Den Angehörigen seiner Frau an der Westküste gehe es gut. Seine eigenen Verwandten auf der Südinsel Kyushu würden jedoch schon seit Monaten unter den Folgen von Missernten durch Vulkanausbrüche leiden. „Was unser Land zurzeit erleidet, ist furchtbar. Aber die Japaner werden es schaffen“, sagte Yuji im Telefonat mit Wanger. In der Vergangenheit hatte er mehrfach Reisen der Rattenfängergruppe nach Japan vermittelt.

Maiko Nishikawa-Fried, die mit ihrer Mutter seit vielen Jahren regelmäßig im Sommer mit rund 30 Erzieherinnen in die Rattenfängerstadt reist, um das Freilichtspiel zu sehen und selbst auf der Bühne in traditionellen japanischen Kostümen aufzutreten, zeigte sich tief beeindruckt: „Meinen Verwandten und Freunden in Japan geht es gut. Aber ich habe mir Fernsehverbot erteilt.“ Chorleiter Higuchi habe sich auch schon gemeldet. Ihm und seiner Familie gehe es gut, aber in seinem Kindergarten hätten die Erdstöße einige Schäden hinterlassen, zum Glück aber nur materieller Art.

Für die kommenden Wochen gibt es laut Wanger übrigens keine lange im Voraus geplanten Gruppenreisen aus Japan in die Rattenfängerstadt – die Saison habe noch nicht richtig begonnen, sagt er. Lediglich vereinzelte Individualreisende, die aber bei der HMT nicht angemeldet seien, kämen nach Hameln.

Wanger, der zusammen mit Frank Lücke, Teamleiter Tourismus, zahlreiche Gespräche auf der Messe führte, zeigte sich erfreut über den überproportionalen Zuwachs des Städtetourismus in Niedersachsen – minus ein Prozent laute zwar das Ergebnis Hamelns im Vergleich zu 2009. Vor dem Hintergrund, dass die Rattenfängerstadt entgegen dem allgemeinen Trend im Jubiläumsjahr mehr als sechs Prozent zugelegt hatte, zeigte sich Wanger abfast das Ergebnis des Jubiläumsjahres erreicht.“

 

Der Tourismus im gesamten Weserbergland hat sich im vergangenen Jahr weitgehend stabil entwickelt. Die Zahl der Urlauber ist um 2,9 Prozent gewachsen. Da sich die Aufenthaltsdauer im Schnitt aber etwas verkürzt hat, ist die Zahl der Übernachtungen nur um 0,1 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden niedersächsischen Teil des Weserberglandes gut drei Millionen Übernachtungen registriert. Unter dem Strich sei sie damit zufrieden, sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Petra Weniger. Damit die Region wettbewerbsfähig bleibe, konzentriere sich der Verband besonders auf die Themen Radfahren und Wandern sowie auf die historischen Städte.

www.weserbergland-tourismus.de



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