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Zwei Weihnachtskonzerte begeistern im Hamelner Theater / „Weserbergland-Heimatlied“ als neue Komposition

Hingebungsvoll singende Chöre – glanzvolles Orchester

Hameln. Auch für den Rezensenten ist es eine Freude, wieder einmal über eine Traditionsveranstaltung zu berichten: über die Weihnachtskonzerte des Polizeichores Hameln. Sie fanden am Sonnabend gleich zweimal hintereinander im gut besetzten Theater statt und begannen mit einer – wie es formuliert wurde – „Welt-Uraufführung“: Der musikalische Leiter des Chores, Andranik Simonyan, hat ein „Weserbergland-Heimatlied“ komponiert, das zum Volksgut werden könnte, wenn man denn den Text verstehen könnte. Aber das ist ein Problem der Akustik im Hamelner Hause, die einem Chor zumeist nicht günstig ist. Zunächst aber war der 1. Vorsitzende des Polizeichores Hameln, Thomas Schrell, an der Reihe: Er konnte viel Prominenz und einige Ehrengäste begrüßen.

veröffentlicht am 03.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Ernst-Wilhelm Holländer
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Johannes Brahms hat 1869 die Liebeslieder, opus 52, komponiert, eine Walzerfolge, die in einer Fassung für Chor und kleines Orchester vom vormaligen Leiter Wolfgang M. Sieben erklangen, und hierbei setzte die Neue Philharmonie Hamburg erste Akzente, während der hingebungsvoll singende Chor im Hintergrund seine Probleme hatte. Dann aber, höchst eindrucksvoll, der erste Auftritt des Polizeichores Hamburg, ein stark besetzter reiner Männerchor unter der Leitung von Kazuo Kanemaki. Dabei wirken auch gute Solisten mit, und man genoss vor allem die „Legende von den zwölf Räubern“, bei der auf den Spuren der Don-Kosaken

gewandelt wurde, mit einem klangmächtigen Bassisten als Erzähler.

Nun aber zeigten sich die Hamelner mit ihrem ganzen Können: Sie interpretierten Zeitgenössisches und begeisterten besonders mit „I will follow him“ aus dem Musical „Sister Act“, wie immer in einer Bearbeitung von Andranik Simonyan mit einem glanzvollen Orchestersatz.

Das mit Musikern aus großen Hamburger Orchestern besetzte Orchester spielte den Faust-Walzer aus Gounods Oper „Margarethe“, der auf der Bühne mit Chor und Sinfonieorchester erklingt, aber hier in reduzierter Fassung durchaus wirkungsvoll interpretiert wurde. Und wer denkt bei dem später musizierten festlichen Prélude aus Charpentiers Tedeum nicht an die Titelmelodie der „Eurovision“?

Im zweiten Teil boten der Polizeichor Hameln und das Orchester Klassisches und Weihnachtliches. Wir können nur auf wenige Einzelheiten eingehen und stellen den Choral „Näher, mein Gott, zu Dir“ heraus, der angeblich auf der sinkenden „Titanic“ erklang (das ist allerdings umstritten). Diese Wiedergabe wurde zum klanglichen Ereignis: Herzlichen Dank, Andranik Simonyan, für dieses wundervolle Arrangement und dem Chor für die ergreifende Wiedergabe!

Noch einmal begeisterte der Polizeichor Hamburg, und auch hier neben anderen ein Höhepunkt: ein weihnachliches Lied von der britischen Insel, dynamisch, rhythmisch und von den Einsätzen her geradezu vertrackt, aber glanzvoll gemeistert! Diesen Chor leitet der Japaner Kazuo Kanemaki, der ja ein musikalisches Allround-Talent ist als Dirigent namhafter Orchester und mehrerer Chöre. Seine sehr exakte, höchst inspirierende Schlagtechnik muss einen Chor zu Höchstleistungen anfeuern, so wie hier erlebt.

Das Konzert, vom Inhalt her so ganz anders als gewohnt, endete mit Weihnachtsklängen, aber mit wenig bekannten, sehr hörenswerten, und nur als man „O du fröhliche“ mitsingen durfte, gelang der Anschluss an Altvertrautes. Das Fazit: Der Polizeichor Hameln ist ein hervorragend geschultes Ensemble, das alle dynamischen und klanglichen Anforderungen vom Pianissimo bis hin zur markanten Strahlkraft erfüllt, und er hat einen Leiter, der für die Musik lebt.

Andranik Simonyan verdient alle Bewunderung für seine professionellen Arrangements und seine offensichtlich intensive Arbeit mit diesem Chor. Und der dankbare Zwischenbeifall und die Ovationen am Ende waren wohlverdient, wie auch die Dankesworte von Thomas Schrell an alle Mitwirkenden.

Nur ein winziger Wermutstropfen fiel in diesen Freudenbecher: Auf die sonst doch übliche Zugabe „Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä“ wartete man diesmal vergebens. Aber die kommt wohl bei den nächsten Weihnachtskonzerten Ende 2013.

Prächtig: das Weihnachtskonzert des Polizeichores Hameln.

Foto: geb



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