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Unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen im FiZ

Hilfe kommt gut an

HAMELN. Als sie im August des Vorjahres mit ihrer Arbeit begonnen haben, rechneten beide nicht mit diesem Zulauf. Melanie Siemens-Gerth und Josina Starke kümmern sich unter dem Dach der Unabhängigen Teilhabeberatung Hameln-Pyrmont um Menschen mit Behinderungen, die Unterstützung brauchen – bei Behördengängen, mit dem Arbeitgeber, bei der Job-Suche, beim Verstehen von Anträgen.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 15:17 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 21:20 Uhr

Josina Starke (li.) und Melanie Siemens-Gerth waren auch beim Mitternachtsplausch am Hochzeitshaus dabei. Foto: pr
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Seit Januar haben sie bereits 170 Beratungsgespräche geführt, im vergangenen Jahr (von August bis Dezember) waren es insgesamt 213.

„Einige kommen regelmäßig, weil sie ein ganzes Paket haben“ an zu bewältigenden Aufgaben, erzählt Melanie Siemens-Gerth. „Wir rufen bei den Behörden an, klären, was noch fehlt“, nennt sie als Beispiel, neulich ist sie zum Job-Center mitgegangen, um Unterstützung zu leisten. Die Anwesenheit der Beraterin gebe sowohl den Rat suchenden Menschen mit Behinderung mehr Sicherheit als auch den Ansprechpartnern. „Neulich hat sich ein Arbeitgeber an uns gewandt, weil bei ihm jemand mit einer Behinderung arbeitet“ und er für seinen Angestellten Unterstützung gesucht habe. Nachdem der Kontakt zu dem Betroffenen hergestellt war, konnte geholfen werden. Viel Zeit neben der Beratung haben die beiden Frauen auch ins Kontakteknüpfen – zu Reha-Kliniken, Selbsthilfegruppen, Politik, Verwaltungen, Unternehmen – gesteckt. Diese gute Vernetzung ist in Siemens-Gerths Augen mit ein Grund für den hohen Zulauf. Und der Umstand, dass es sich um eine unabhängige Teilhabeberatung handelt, also nicht an einen bestimmten Träger gebunden ist, sei vielen Betroffenen wichtig.

Die systemische Beraterin und ihre Kollegin erledigen die Arbeit jeweils mit einer halben Stelle – sie könnten ein „Mehr“ an Stunden gut gebrauchen, weil die Nachfrage so groß sei, doch vorerst ist nur Geld für eben diese beiden Stellen bewilligt. Wie es nach Ende der Förderperiode Ende 2020 weitergeht, ist Zukunftsmusik, der noch kein Gehör geschenkt wird.

Zurzeit bilden Siemens-Gerth und Starke vier Ehrenamtliche fort, damit sie als „Peer-Berater“ arbeiten können – jemand, der selbst mit einer Behinderung lebt, kann andere mit der gleichen Behinderung besser beraten. Am Anfang stehen sogenannte Reflexionsgespräche an, in denen die künftigen Berater zunächst ihre eigenen Erlebnisse, die sie als Menschen mit Behinderung gemacht haben, besser einordnen können.

Jedes Beratungsgespräch werde anonym dokumentiert und dient dem Geld gebenden Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Arbeitsnachweis und Material für Statistiken. „Wir haben schon viel zu tun“, sagt Siemens-Gerth darüber, wie das Hameln-Pyrmonter Angebot im Vergleich mit anderen Beratungsstellen dasteht. Ende Juni nun geht es nach Berlin, wo alle Stellen der EUTB (Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung) ein Leitbild für sich erarbeiten sollen, unter dem künftig gearbeitet wird.

Die Unabhängige Teilhabeberatung Hameln-Pyrmont befindet sich im FiZ an der Hamelner Osterstraße 46 im zweiten Stock. Montags, mittwochs, freitags von 10 bis 13 Uhr; dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr und jeden zweiten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr. Telefonisch erreichbar sind Josina Starke und Melanie Siemens-Gerth unter 05151/4079178 oder per E-Mail: info@uthp.de.



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