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Anwohner wollen ihren Hinterhof zusammen mit Stadt aufwerten

Hilfe für trostloses Himmelreich

HAMELN. Mehr Grün, weniger Müll und am besten einen abschließbaren Zaun – das wünscht man sich im „Himmelreich“. Denn dort ist es schon längst nicht mehr himmlisch, sondern schäbig. Im Rahmen des Stadtteilprojekts „Hameln kan(n)’s“ wollen sich nun das Quartiersmanagement und Anwohner zusammentun, um daran endlich etwas zu ändern.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 12:27 Uhr

Trostlos, die Wände mit Graffiti beschmiert und von einem hohen Zaun umgeben – der Spielplatz im Himmelreich fristet ein armseliges Dasein. Anwohner wollen das gemeinsam mit dem Quartiersmanagement der Stadt ändern. Foto: dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Der Hinterhof des Himmelreichs zwischen Kupferschmiede- und Bäckerstraße könnte vom Paradies kaum weiter entfernt sein. Das Areal mit dem klingenden Namen ist vor allem eins: trostlos. Lebendig ist allenfalls das sprießende Unkraut auf dem früheren Spielplatz, bunt nur die Graffitis an seinen Wänden. Dem Spielplatz auf dem Dach einer Tiefgarage der HWG in der Mitte des Hinterhofes war nur eine kurze Zeit mit Kindern vergönnt: Nur wenige Jahre nach der Einrichtung wurde er wegen zu viel Lärm geschlossen. Vor zehn Jahren zog die Stadt dann einen hohen Zaum um das Areal, um Drogenkonsumenten und andere Ruhestörer fernzuhalten, die das verschwiegene Areal für sich entdeckt hatten.

Genutzt hat das nur bedingt. Weiche und auch harte Drogen werden im Himmelreich weiter konsumier, heißt es. Ganz offen, erzählt eine Anwohnerin beim Altstadtgespräch in der Pfortmühle, zu dem das Quartiersprojekt Hameln kan(n‘)s eingeladen hatte, um Probleme im Wohnumfeld mit den Bewohnern gemeinsam anzugehen. An den Zuständen des seit Langem als problematisch geltenden Hinterhof des Himmelreichs etwas zu ändern, liegt Anwohnern genauso am Herzen wie den Quartiersmanagern der Stadt.

Der erste Schritt wurde nun gemacht: Elf Anwohner haben sich beim Altstadtgespräch bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen. Was genau passieren soll, blieb noch offen, aber so viel ist klar: Der ehemalige Spielplatz soll aufgewertet werden. Marius Rettkowski, dessen Familie hier ein Haus besitzt, in dem seine Oma wohnt, kann sich im Hof einen begrünten Nachbarschaftstreff vorstellen. Er selbst kommt täglich ins Himmelreich und wäre bereit, mitzuhelfen, zum Beispiel bei der Grünpflege. Wenn genügend Leute zusammenkommen, ist für so eine Idee auch Projektkoordinatorin Claudia Schmidt offen, sie leitet das Quartiersmanagement. „Wir würden auch noch mal Klinken putzen gehen“, sagt Schmidt.

Einen Nachbarschaftstreff kann sich auch der ehemalige Stadtplaner Wolfgang Kaiser gut vorstellen. Wichtig wäre aus seiner Sicht, dass der Bereich des ehemaligen Spielplatzes abschließbar wäre. Zugang hätten dann nur die Anwohner. Kaiser kommt bei seinen Stadtrundgängen regelmäßig am Himmelreich vorbei, die Hinterhofgestaltung dient dann als abschreckendes Beispiel.

Ein gutes Beispiel gibt es in der Altstadt ebenfalls: Es liegt an der Großen Hofstraße: Der Hinterhof der umliegenden Häuser ist gepflegt, er wird gemeinschaftlich sauber gehalten, die Beete sind mit Blumen bepflanzt. Stress mit Parkplätzen gibt es so gut wie nie, sagt Anwohnerin Jutta Zeropa. Alle haben ein Auge darauf, dass dort nicht wild geparkt wird. Wirklich funktioniert hat es erst, als der Verwalter regelmäßig abschleppen ließ. Für das Himmelreich würde sich Marius Rettkowski wünschen, dass die Anwohner außerhalb des Lieferverkehrs eine Berechtigung erhalten, im eingeschränkten Halteverbot zu parken. „Natürlich ohne andere zu gefährden.“

Dass es an der Großen Hofstraße insgesamt besser funktioniert, hat mehrere Gründe, wie beim Altstadtgespräch deutlich wurde. Zum einen sei der Hof etwas kleiner, übersichtlicher. Noch entscheidender sei, dass in fast allen umliegenden Häusern die Eigentümer wohnen. Das ist im Himmelreich schon lange nicht mehr so.



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