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Kultusministerin lobt Hamelner „Zentrum für Beratung und Erziehung“

Hilfe bei „herausforderndem Verhalten“

Hameln. Die Bilanz des Wissenschaftlers ist auf den ersten Blick verheerend. „Deutschland sollte sich schämen, denn es ist ein Land mit klarer Bildungsbenachteiligung, vor allem für Kinder.“ Kinder mit „herausforderndem Verhalten“ sind der Arbeitsschwerpunkt des Oldenburger Erziehungswissenschaftlers Prof. Manfred Wittrock. Kinder, die als Klassenclowns „aus der Reihe tanzen“, provozieren, den Schulunterricht stören, manchmal unmöglich machen.

veröffentlicht am 21.04.2016 um 16:29 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Man müsse der Schule endlich die nötigen Ressourcen geben, so seine Forderung beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum des „Zentrums für Beratung und Erziehung“ (ZBE) in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule an der Süntelstraße.

Die Bilanz der von Land und Landkreis getragenen Einrichtung, die sich ausschließlich um Kinder mit „herausforderndem Verhalten“ kümmert, kann sich sehen lassen. „Seit der Gründung haben wir 1340 Fälle abgeschlossen, jede der derzeit sieben ZBE-Lehrkräfte bearbeitet 35 bis 45 Fälle gleichzeitig“, so Förderschulkonrektor Oliver Tillmann. Dabei habe sich der Anteil der gemeldeten Schüler in den vergangenen Jahren vom Bereich Hauptschule hin zur Grundschule verlagert. 56 Prozent aller Problemfälle würden heute aus den Klassen 1 bis 4 gemeldet. Für Tillmann ein klares Indiz, dass die Früherkennung von auffälligem Verhalten funktioniere.

Die seit 2002 in einem langwierigen Prozess mit vielen beteiligten Institutionen konzipierte Einrichtung, die 2006 ihre Arbeit aufnahm, arbeitet im Netzwerk mit Jugendamt, Paritätischem, Tagesgruppen, Erziehungsberatungsstellen und vielen anderen Organisationen an Kindern, die Verhaltens- und soziale Auffälligkeiten zeigen. „Keine leichte Aufgabe“, so Förderschulrektor Michael Witte. Der Leiter der Albert-Schweitzer-Förderschule weiß, dass solche Kinder jeden Unterricht sprengen können.

Mit Hilfe von „systemischer Beratung“, beispielweise in Form eines „Runden Tisches“ aller am Fall Beteiligten, soll ein von Fall zu Fall variierendes Ziel, wie etwa das Verbleiben an der Schule, erreicht werden. „Problematisch ist die oft völlig Abwesenheit von Erziehung. Die Kinder haben dann einfach kein soziale Verhaltensweisen gelernt“, beklagt Wittrock, und für Landrat Tjark Bartels ist das Problem der steigenden Zahl verhaltensauffälliger Kindern „ein Indikator, dass da in der Gesellschaft etwas nicht funktioniert.“ Viele Eltern seien angesichts der wachsenden Komplexität der Welt mit Erziehung zunehmend überfordert.

Große Lobs auch von der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), die vor allem die über alle Zuständigkeitsgrenzen hinweg praktizierte Zusammenarbeit in Form der „direkten Arbeit am Kind“ würdigte. Damit leiste das ZBE auch einen wichtigen Beitrag zum Thema „inklusive Schule“ und werde dem Ansatz „Integration statt Ausgliederung“ gerecht. Der Landkreis, so lobte die Ministerin, sei auf diesem Weg klares Vorbild für andere.



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