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Apps können in Notsituationen wertvolle Tipps geben

Hilfe aus dem Handy

Hameln (ch). „Liegt ein Verkehrsunfall vor? Atmet die Person noch? Ist sie ansprechbar?“ Wer sich nur noch dunkel daran erinnern kann, was er beim lange zurückliegenden Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat, ist froh, wenn er in einer Notfallsituation Unterstützung erhält. Selbst, wenn diese nur elektronisch ist.

veröffentlicht am 01.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

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Der Verletzte liegt blutend auf der Straße, während der zu Hilfe geeilte Passant hektisch auf sein I-Phone tippt: Einige Rettungsdienste haben Erste-Hilfe-Apps entwickelt, die Ungeübten im Notfall helfen sollen, erste Soforthilfe zu leisten. Doch kann eine unpersönliche elektronische Anweisung wirklich helfen? Oder schadet es nicht mehr, wenn sich Helfer auf die Technik verlassen, anstatt die Situation eigenständig zu beurteilen?

„Natürlich ersetzt die App keinen Erste-Hilfe-Kurs“, sagt Maik Hüttig, Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes Hildesheim. Als Ergänzung oder auch Nachschlagewerk für sinnvoll hält er sie dennoch. Von dem Malteser Hilfsdienst gibt es sowohl eine „Erste-Hilfe-App“ (erfordert Android ab 2.2) sowie die App „Erste Hilfe“ (für Samsungs Bada 1.1). Schritt für Schritt hangelt sich das Gerät an Fragen zum Zustand des Patienten entlang, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. So soll einem geholfen werden, die Situation richtig einzuschätzen.

Ähnlich funktioniert auch die Erste-Hilfe-App des Deutschen Roten Kreuzes, „Erste Hilfe DRK“ (läuft auf Apple-Geräten ab IOS 3.1 sowie unter Android ab 1.6.). Hier hilft zusätzlich ein Notruf-Assistent beim Absetzen des Notrufes, damit in der Aufregung nicht etwa wichtige Angaben vergessen werden. Ferner gibt es in der Applikation einen Bereich mit Hintergrundwissen zum Üben („Der kleine Lebensretter“) und einen weiteren für „DRK-Infodienste“, etwa, um sich über Blutspendetermine zu informieren. Ganz ähnlich funktioniert auch die App „Erste Hilfe (auffrischen)“ der Johanniter-Unfall-Hilfe.

„Als Nachschlagewerk oder zur Sicherheit kann es sehr hilfreich sein“, findet Michael Bretzing vom DRK Hameln-Pyrmont. In den Erste-Hilfe-Kursen empfiehlt er den Teilnehmern die App als Unterstützung für den Notfall und als Nachschlagewerk, in das man in freien Minuten immer mal wieder reinschauen kann. „Die Zeit hat man auch im Notfall“, glaubt er. Bretzing: „Lieber ein paar Sekunden länger überlegen und dafür richtig handeln, als durch Hektik Fehler machen.“

Skeptischer äußert sich Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie in Hannover. Zwar begrüßt er „vom Grundsatz her“, dass durch die Apps das Thema Erste Hilfe vielleicht auch an Menschen herangetragen würde, die sich sonst weniger damit beschäftigten, doch in Notfallsituationen hält er sie nur bedingt für geeignet. „Die Situation ist so dynamisch und zeitintensiv, dass man nicht mehr nachblättern sollte.“



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