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Sechster Umsonst-Flohmarkt im Regenbogen / Sachspenden von Facebook-Gruppe

„Hier wird Armut sichtbar“

Hameln. „Ich bringe immer etwas mit hierher zum Umsonst-Flohmarkt im Regenbogen. Und ich hole für meine beiden Enkelkinder nur, was ich wirklich für sie brauche.“ Andrea Retzke sitzt zufrieden vor ihren Schätzen, die sie am Samstag gefunden hat. Sehr vieles findet sich auf den Tischen, die schon früh am Morgen vom Team um Sina Ertel mit Sachspenden, die zum größten Teil von Mitgliedern der Facebook-Gruppe „Von Herzen spenden“ gestiftet worden sind, weil sie nicht mehr von ihren Eigentümern benötigt werden.

veröffentlicht am 25.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Es ist bereits der sechste „Umsonst-Flohmarkt“ im Regenbogen, der zweimal pro Jahr veranstaltet wird und großen Zulauf von Menschen hat, die selbst etwas bringen, was sie nicht mehr brauchen und nach Sachen suchen, die sie selbst benötigen. Viel Bekleidung liegt auf den Tischen, Schuhe, Geschirr, Bestecke, Kinderspiele, Bücher, Nippes, auch ein Fernseher findet einen neuen Eigentümer. Eine junge Mutter trägt schwer an einem Autokindersitz. „Der ist für meinen kleinen Sohn“, freut sie sich über das Schnäppchen.

„Niemand muss hier erklären, warum er etwas braucht“, sagt Sina Ertel, die über Facebook nicht nur diese Tauschbörse organisiert, sondern in der Gruppe für einen permanenten Tauschhandel gesorgt, „denn abzugeben tut niemandem weh“. Den Anstoß gab eine ganz persönliche Hilfsaktion für eine Mutter mit drei Kindern, der sie vor Jahren mit drei Säcken voller Kindersachen half. „Die hat sie inzwischen hier wieder in den Umlauf gebracht.“

Puppenküchen, Kinderstühle, Übungsbücher für die Schule – die Auswahl scheint grenzenlos. „Gerade kurz vor Weihnachten ist das eine gute Sache“, erklärt eine Frau, die als Hartz-IV-Empfängerin ihren Namen nicht nennen möchte. „Wir haben schon einige Sachen gefunden, die gut als Geschenke für unsere drei Kinder geeignet sind. Die könnten wir uns sonst nicht leisten.“ Frank Langner, der sich mit Büchern auf dem Arm durch den Raum bewegt, hat selbst Bücher hergebracht.

Sie freuen sich über den Erfolg der Aktion (v.l.n.r.): Maya Schaffer, Christiane Zachmann, Jürgen Fecho und Sina Ertel. wft (2)

Sina Ertel geht davon aus, dass die meisten, die sich im Regenbogen um die Sachen drängen, Kunden des Jobcenters sind. „Hier wird Armut sichtbar“, kommentiert sie das Geben und Nehmen, „hier erleben wir, wo Mangel herrscht, aber auch, dass es Überfluss gibt.“ Getauscht werden offenbar vor allem Dinge, die nicht dauerhaft benötigt werden und wieder zum Tausch angeboten werden, wenn die Kinder zum Beispiel aus dem Anorak oder dem Schlafanzug herausgewachsen sind. Und wenn mal etwas nicht passt, dann wird es eben zur nächsten Tauschbörse am 8. März 2014 wieder gebracht.



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