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Neubau hat in Hameln oberste Priorität

Hier soll ein neuer Kindergarten hin

HAMELN. Ein neuer Kindergarten hat für Hameln oberste Priorität. Jahr für Jahr sind die Plätze knapp – und die Stadt rechnet mit immer weiter steigendem Bedarf. Allein bei den Überdreijährigen gibt es im kommenden Jahr 1497 Plätze – laut Stadt sind das aber nicht genug. Deshalb soll in der Nordstadt ein Neubau geschaffen werden.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 15:04 Uhr

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Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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„Diese Plätze werden voraussichtlich nicht ausreichen, um allen Kindern eine Aufnahme zu ermöglichen“, so die Verwaltung. Tendenz: In den folgenden Jahren könnte es sogar noch enger werden (siehe Information unten).

80 zusätzliche Plätze für unter- und überdreijährige Kinder sollen deshalb mit einem Neubau in der Hamelner Nordstadt geschaffen werden. Fünf Millionen Euro soll das insgesamt kosten. Damit die Stadt diese Investition stemmen kann, sollen andere Projekte wie die Sanierung des Hochzeitshauses oder der Neubau von Feuerwehrhäusern erst einmal aufgeschoben werden.

Die Bildung hat Vorrang. Doch ohne Weiteres wird die Politik voraussichtlich nicht den Plänen der Verwaltung zustimmen. Redebedarf kündigte sich bereits an, als Oberbürgermeister Claudio Griese seinen Haushaltsentwurf für das nächste Jahr mitsamt der Investitionsprioritäten dem Rat der Stadt vorstellte. Über den Kindergarten-Neubau will die Politik erstmals in der kommenden Woche im zuständigen Fachausschuss öffentlich beraten.

Die Stadt plant den Neubau derzeit größer als er eigentlich erforderlich wäre. Hintergrund: Die Paritätische Lebenshilfe hat ebenfalls zusätzlichen Raumbedarf für bis zu drei heilpädagogischen Gruppen an die Verwaltung herangetragen. Neben den zurzeit angedachten jeweils zwei Gruppen Unter- und Überdreijährige könnten die Lebenshilfe-Kinder im selben Neubau untergebracht werden, so der Verwaltungsvorschlag. Die Einrichtung des sogenannten Regelbereichs, der Gruppen für die Unter- und Überdreijährigen, würde nach aktuellem Stand rund 2,7 Millionen Euro kosten.

Im heilpädagogischen Bereich sind derzeit Investitionen in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro angepeilt. Geld, das zunächst die Stadt Hameln in die Hand nehmen würde – entsprechende Räumlichkeiten würden später an die Lebenshilfe verpachtet, heißt es.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist der ehemals von der britischen Armee genutzter Kunstrasenplatz an der Süntelstraße der ideale Standort für einen Neubau. Rund 5000 Quadratmeter seien für die Kindertagesstätte vonnöten; der gesamte Sportplatz umfasst eine Fläche von gut 10 000 Quadratmetern. Noch ist der nicht mehr gepflegte Kunstrasenplatz Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Wenn ein Kindergarten darauf gebaut werden würden, rechnet die Verwaltung mit einem Grundstückswert von etwa 235 000 Euro. Ob das Sportplatz-Areal überhaupt das richtige ist und ob nicht besser auf dem geplanten Bildungscampus auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne eine Kita besser aufgehoben ist; und inwieweit sich voneinander getrennte Regelgruppen mit heilpädagogischen Gruppen mit dem Inklusionsgedanken vertragen, sind Punkte, die für Diskussionen sorgen könnten.

Der Fachausschuss trifft sich am Donnerstag, 9. November, um 16 Uhr in der Pestalozzi-Schule.

Information

Immer mehr Kinder brauchen Betreuungsplätze – warum?

Die Stadt rechnet mit einem „Anstieg der Quote der Inanspruchnahme“ von Kindergartenplätzen. In der Beschlussvorlage für die Politik wird das so begründet:

Frauen steigen früher wieder in den Beruf ein als noch vor einigen Jahren. Dazu steigen die Geburtszahlen.

Immer mehr Unterdreijährige werden in den Kindergärten angemeldet. Dies führt dazu, dass über die Jahre dementsprechend auch immer mehr Überdreijährige einen Platz in den Hamelner Einrichtungen benötigen.

Die Aussicht auf gebührenfreie Kita-Plätze „führt vermutlich zu einer verstärkten Inanspruchnahme“, heißt es. Gegenwärtig sind Eltern im letzten Jahr vor der Einschulung von den Gebühren befreit. Die Landespolitik wird voraussichtlich im kommenden Jahr über die Gebührenbefreiung für die gesamte Kindergartenzeit (ab 3 Jahren) entscheiden. Das ist erklärtes Ziel von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Auch die CDU in Niedersachsen macht sich für eine Abschaffung der Kita-Gebühren stark.

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