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Mehr als 160 Obdachlose und sozial Bedürftige feiern Weihnachten beim DRK

„Hier kann ich Freunde treffen“

Hameln. Martin Hoffmanns Worte treffen ins Herz. „You never walk alone. Ihr seid an Heiligabend nicht allein.“ Nicht nur für den ehemaligen Pastor der reformierten Gemeinde ist klar: „Wo wenn nicht hier und heute ist Christus geboren worden?“ Eine Botschaft, die bei den mehr als 160 Gästen der Weihnachtsfeier des Deutschen Roten Kreuzes im alten Klinkergebäude am Wilhelmsplatz ankommt. Ebenso lautstark wie inbrünstig werden Weihnachtslieder gesunden: „Stille Nacht“, „Kling’ Glöckchen“, „Oh Tannenbaum“.

veröffentlicht am 28.12.2015 um 11:43 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Seit 1997 lädt das DRK Obdachlose und sozial Benachteiligte an Heiligabend zur Weihnachtsfeier ein. Ein gutes Dutzend Helfer bereitet den Abend vor, hat Kaffee und Kuchen eingedeckt und das aus Spenden finanzierte Weihnachtsmenü vorbereitet. Viele Gäste sind alte Bekannte. Auch die 62-jährige Ursula ist wieder dabei. Noch immer kämpfe sie gegen die Krankenkassen, berichtet sie. „Hier kann ich Freunde treffen und muss nicht einsam sein“, sagt sie und strahlt. „Schön, dass du da bist“, sagt ihr Nachbar Gero und nimmt sie in den Arm. Gegenüber sitzen Janine und Fabienne. Auch die 22-jährige Mutter und ihre zweijährige Tochter kommen an diesem Abend zur Ruhe und genießen den Auftritt einiger Sängerinnen der Musicalschule von Anke Rettkowski. Die hat eine Mischung von beliebten Weihnachtsmelodien zusammengestellt. Alle singen mit und am Ende brandet stürmischer Beifall auf. „Danke Anke“- und „Zugabe“-Rufe machen die Sängerinnen ganz verlegen. „Das war das erste Mal, wir wussten gar nicht, was uns erwartet“, sagt Rettowski. Der Duft des Weihnachtsbratens zieht durch den Raum, Martin Hoffmann zeigt Krippenbilder von Rembrandt und lässt klar werden: Nie war ein Weihnachtsfest so aktuell wie heute. Flüchtlinge, kein Raum in der Herberge, die Hirten auf dem Felde, das Kind in der Krippe, die himmlischen Heerscharen. „Und wo würden die Engel heute singen? Nein, nicht auf dem Weihnachtsmarkt, sondern draußen vom Wilhelmsplatz würden sie uns zusingen.“ „Genau“, ruft jemand. Der Prediger trifft den Nerv der Zuhörer. Auch Lahoussine und Majdoulin Astag und der fünf Monate alten Samae aus Marokko feiern mit. Vielleicht etwas stiller und in sich gekehrter. Seit vier Monaten leben sie in Hameln. Helferin Ilse Hellwig nimmt das Kind und wiegt es in ihren Armen. „Ist das nicht schön?“ lacht sie. „Ja, es wird immer internationaler hier“, freut sich auch Ursula, und die achtjährige Nasrin und ihr zwei Jahre älterer Bruder Sehmus posieren noch schnell vor dem Weihnachtsbaum für ein Foto, ehe dann der Weihnachtsmann die Geschenktüten verteilt. „Es sind immer mehr sozial Bedürftige als klassische Obdachlose, die kommen“, sagt Wolfgang Kaiser, der den Abend organisiert hat. „Am liebsten sehe ich Mütter mit Kindern, denn die haben es wirklich nötig.“



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