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Runder Tisch Obdachlosigkeit beendet die Wintersaison

Hier haben die Armen der Stadt Lobby und Stimme

Hameln (sto). Mit ihrem Engagement schenken sie den Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, Zeit, Zuneigung und Wärme. „Heute bedanken wir uns bei allen, die auch diesmal wieder das Obdachlosenfrühstück tatkräftig unterstützt haben“, betonte Dr. Gerhard Bulczak vom „Runden Tisch Obdachlosigkeit“ in der Marktkirche bei einem ökumenischen Gottesdienst, mit dem die zwölfte Saison des Obdachlosenfrühstücks beendet wurde.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 04:41 Uhr

Etwa 123 Personen nahmen teil am Frühstück, und auch Schüler geh
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Das Obdachlosenfrühstück war vor zwölf Jahren von dem „Runden Tisch“ ins Leben gerufen worden. Es findet jeweils im Winterhalbjahr statt für Menschen, die kein warmes Zuhause haben und bedürftig sind. Ausrichter sind die evangelischen, katholischen und reformierten Kirchengemeinden aus Hameln und Umgebung sowie der Civitan-Club. Erstmalig haben diesmal auch Kirchengemeinden aus Bad Münder mitgeholfen. „Weil uns die Arbeit soviel Freude bereitet, machen wir auch nächstes Mal wieder mit“, betonte Helferin Petra Bartels.

100 Ehrenamtliche decken den Tisch

Insgesamt sorgen etwa 100 Ehrenamtliche in der kalten Jahreszeit werktags für einen reichlich gedeckten Tisch, an dem durchschnittlich zehn bis 25 bedürftige Menschen Platz nehmen, sich stärken und die Gemeinschaft mit anderen suchen. Wie beispielsweise Wolfgang K. „Es ist schön, dass es das Obdachlosenfrühstück gibt. Das Essen in der Gemeinschaft und die Gespräche bedeuten mir sehr viel“, sagte der 47-Jährige, der mit seiner Mischlingshündin Ginni an der mit 123 Leuten besetzten Tafel Platz genommen hatte. Zur Tafelrunde gehörten übrigens auch Schüler der Papenschule und des Viktoria-Luise-Gymnasiums.

„Mit der Gründung des Runden Tisches Obdachlosigkeit haben wir eine Lobby für unsere Armen geschaffen. Wir sind ein Fürsprecher der Armen in unserer Stadt und geben diesen Menschen eine Stimme, die in der Öffentlichkeit auch wahrgenommen wird“, so Dr. Bulczak in seiner Predigt.

Die Arbeit werde demnächst einen neuen organisatorischen Rahmen erfahren, und zwar durch die Gründung des Vereins „Senior-Schläger-Haus“, der ein Haus in der Mühlenstraße/Ecke Ostertorwall gekauft habe, das als zentrale Anlaufstelle Hilfe unter einem Dach gewähren soll. – Der Gottesdienst wurde unter anderem mitgestaltet von Pastor Thomas Risel, Martin Hoffmann, Stefan Keil und Jutta Nikolaus.

Taagestreffpunkt für Obdachlose

Das Diakonische Werk in Hannover hat den ersten Tagestreffpunkt für Wohnungslose in Hameln vorgestellt. Die Anlaufstelle für Obdach- und Wohnungslose besteht seit November 2008 und ist ein Projekt der Diakonie, des Hamelner Obdachlosenvereins „Senior Schläger e.V.“ sowie des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden. „Es geht darum, die Betroffenen mental und seelisch zu stärken“, sagt Diakonie-Pastor Hans-Martin Joost.

Die Menschen, die in den Treffpunkt kämen, lebten zum Großteil auf der Straße und litten vor allem unter gesundheitlichen Problemen. Auch Gewalterfahrungen seien eine Problematik, mit der Sozialarbeiter immer wieder konfrontiert würden. „Das Leben auf der Straße ist hektisch. Daher kommen viele zu uns, um sich einfach mal auszuruhen“ sagt Joost.

In den letzten vier Monaten haben zwischen sechs und zehn Obdachlose täglich die Angebote wahrgenommen. Dies zeige, wie hoch die Anzahl notleidender Menschen selbst außerhalb der Ballungszentren sei. Joost geht davon aus, dass die Besucherzahlen steigen. „Aufgrund der Wirtschaftskrise rechne ich mit einem Anstieg armer Menschen.“

Der Tagestreffpunkt ist montags bis freitags jeweils von 10 Uhr bis 16 geöffnet. Neben den ständigen Einrichtungen wie Beratung durch Sozialarbeiter, Waschgelegenheiten und Zugang zu Internet und Telefon werden Gesprächsrunden zu ALG II und ein Besuchermittagstisch angeboten.



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