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Treffpunkt Wochenmarkt: Stammtische kommen regelmäßig zum Kaffeetrinken

Hier gibt’s was zu lachen

Mittwochs, halb acht in Hameln. Aus dem Zelt neben Dörte Meyers Imbiss dringt lautes Gelächter. Wolfgang Schneider hat gerade wieder einen Witz erzählt. Wer um die Ecke lugt, entdeckt den Mann mit der Schlägermütze und drei andere Männer am Tisch hinten rechts. „Dort sitzen wir immer. Mittwochs und samstags. Und bei Wind und Wetter“, erzählt Schneider. Seit wie vielen Jahren schon es diesen Wochenmarkt-Stammtisch gibt, könne er gar nicht sagen. „In Mathe bin ich nicht so perfekt“, witzelt der Rentner. Überhaupt steht Spaß auf der Tagesordnung: „Hauptsache, wir haben hier was zu lachen“, sagen die vier Männer. Aktuelle Themen wie das gestrige Fußballspiel, Deutschlands Medaillenchancen bei Olympia und die Berliner Politikszene werden besprochen. „Doch bloß keine Krankheiten. Wer davon anfängt, kann gleich wieder gehen“, so Schneider. Mit Klaus Näther und Georg Wohlleben sitzen zwei langjährige Weggefährten Schneiders mit am Tisch. Irgendwann ist dann Günter Grahl in die Runde gekommen – im Gegensatz zu den anderen heißt es für ihn im Anschluss: ab zur Arbeit. Dennoch möchte er das eigens für den Wochenmarkt-Stammtisch frühe Aufstehen nicht missen. „Ich bin sogar noch etwas eher auf dem Markt und drehe hier meine Runde“, so Grahl. Ein paar Orangen und weiteres Obst liegen in der grünen Plastiktüte, in die die Wochenmarkthändler ihre Ware einpacken, neben Günter Grahls Platz. Sein Sitznachbar Wohlleben geht erst nach dem Kaffee bei Dörte Meyer über den Markt. „Mal gucken, wie die Preise heute so sind“, sagt er. Auch wenn die in den vergangenen Jahrzehnten meist angepasst wurden, der Wochenmarkt sei gleich geblieben. „Man kennt die Gesichter, und es ist hier einfach eine tolle Atmosphäre“, sagt Wohlleben. Günter Grahl hat inzwischen die nächste Kaffeerunde geholt. „Jeder zahlt mal“, erzählen die Männer, die ab und zu auch zu neunt an dem runden Plastiktisch sitzen. Wolfgang Schneider gießt in jede Tasse etwas Milch. In seine aber gibt er eigens mitgebrachte Kaffeesahne – laktosefrei. Auch eigene Servietten hat er mitgebracht – „damit wir den Tisch wieder sauber hinterlassen“. Denn um zehn nach neun ist Schichtwechsel. Jetzt setzen sich Karla Sommer und ihr Mann Hans-Dieter mit einem befreundeten Pärchen an den Tisch. Man kennt die andere Runde, die aufsteht, sobald die Sommers kommen. Wolfgang Schneider stößt beim Weggehen mit seiner großen Sporttasche in der Hand einen Becher Kaffee am Nachbartisch um. Großes Gelächter im Zelt. „Hier herrscht immer gute Laune“, freut sich Imbiss-Chefin Dörte Meyer.

veröffentlicht am 20.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

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