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Gerätepark für Senioren verwaist

Hier bewegt sich fast niemand

HAMELN. Rund 45 000 Euro an Spendengeldern hat der Bewegungspark für Senioren im Hamelner Bürgergarten gekostet. Doch zwei Jahre nach der Eröffnung ist deutlich geworden: Hier bewegt sich fast keiner.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 11:47 Uhr

Ein Nachmittag im Bewegungspark für Senioren. Es herrscht Stillstand – wie fast immer seit der Installation vor zwei Jahren. Foto: Dana

Autor:

Eva Henjes
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Das Wetter ist schön. Es ist weder zu heiß, noch zu kalt. Im Bürgergarten herrscht reges Treiben. Besucher nutzen die Sonnenliegen, die auf dem Rasen stehen. Andere lesen und unterhalten sich auf den Bänken. Jugendliche hören Musik in der „Muschel“ und Senioren spielen auf dem großen Feld Schach. Aber eine Fläche des Bürgergartens bleibt leer. Der Seniorenbewegungspark.

Vor sechs Jahren war die Idee eines Seniorenbewegungsparks für Hameln in die lokale Politik eingebracht worden. Norbert Raabe, der damalige Geschäftsführer der Paritäten in Hameln, initiierte das Projekt. Es folgten Skepsis, Uneinigkeit und Diskussionen – bis der Bau schließlich gesichert war. Nur die Frage nach dem Standort war vorerst noch unbeantwortet. Für den Seniorenbeirat der Stadt stand damals fest: Entweder der Park wird im Bürgergarten gebaut, oder er wird gar nicht gebaut. Sie setzten sich durch. Man versprach sich viel von dem Bürgergarten. Er sei zentral, gut erreichbar und habe Sitzgelegenheiten sowie Toiletten in der Nähe, erklärten die Senioren. Auch Jung und Alt könne man hier ideal zusammenbringen. Der scheinbar perfekte Ort für eine unermüdliche Nutzung.

Im Sommer 2015 weihte der Oberbürgermeister die sechs Geräte des Seniorenbewegungsparks feierlich ein. Man hoffte auf Andrang. „Viele Jahre hatten wir dieses Ziel schon vor Augen“, erzählte Griese bei der Eröffnung. „Ich wünsche mir, dass der Park so angenommen wird, wie wir es uns alle wünschen.“

Beobachtungen der Dewezet im August und September 2018 zeigen das Gegenteil. Morgens, mittags, abends – der Seniorenbewegungspark bleibt größtenteils leer. Nur ganz selten einmal ist ein Senior auf einem der Sportgeräte zu sehen – oder eine Frau nutzt die Bank des „Beinbewegers“, um ein Buch zu lesen. Ihre Beine bleiben dabei aber ruhig auf dem Boden. Das Ziel war ein anderes. „Wir wollen die Menschen aus den Wohnungen holen und dafür sorgen, dass sie sich bewegen“, erklärte einst Heino Menkes vom Seniorenrat. Dreimal in der Woche bot der Turn-Club im Bürgergarten offene Übungszeiten an. Der Sportverein wollte damit in den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung den Bewegungspark anstoßen. „Jetzt ist die Eigeninitiative der Bürger gefragt“, sagt Karl Heinz Lewin, Lehrkraft des TC. Von dieser Eigeninitiative fehlt allerdings jede Spur.

Wer fühlt sich also heute verantwortlich für den Bewegungspark? Die Stadtverwaltung jedenfalls nicht. Rathaus-Sprecherin Janine Herrmann verweist auf die Hameln Marketing und Tourismus GmbH. Diese habe ihren Standort schließlich auch direkt neben dem Seniorenbewegungspark. Aber die Touristiker wollen mit dem Bewegungspark nichts zu tun haben. „Der Seniorenpark ist außerhalb unseres Aufgabenbereichs, sodass wir hier keine Bilanz ziehen können“, erklärt Öffentlichkeitsarbeiterin Anastasia Patsiarizis. Nicht einmal die Seniorenbeauftragte der Stadt, Hilke Meyer, kann Auskunft zu dem Park geben. „Da bekommen wir wenig von mit.“



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