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Wegweisende Aktion zur Unesco-Bewerbung

Heute sind Rattenfänger gefragt!

Hameln. Sind wir nicht alle ein bisschen sagenhaft? Heute haben die Hamelner Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen: Um 13.30 Uhr sind die Einwohner der Rattenfängerstadt aufgerufen zu zeigen, wie sehr sie ihrem Pfeifer verbunden sind. Dabei geht es ums Ganze: um die Anerkennung der Rattenfänger-Sage als Unesco-Kulturerbe.

veröffentlicht am 01.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:41 Uhr

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Der Termin kommt kurzfristig. Sein Anlass: Eine internationale Unesco-Delegation hat erst gestern einen Blitzbesuch in Hameln angekündigt. Unesco-Vertreter aus den Märchen- und Sagen-Metropolen der Welt wollen sich heute vor Ort einen Eindruck verschaffen, wie sehr die Hamelner ihre Sage mit Leben füllen. So wird dieser 1. April zum richtungsweisenden Termin für den Erfolg der im Herbst eingereichten Unesco-Bewerbung.

Deshalb wurde zum Besuch in Windeseile eine Mitmach-Aktion auf die Beine gestellt: Heute Mittag sollen möglichst viele Hamelner beweisen, dass hier die Sage gelebt wird. Deshalb sollen so viele Rattenfänger wie möglich an der Hochzeitshausterrasse zusammenkommen. Gelingt die Aktion, könnte sich die langwierige Bewerbungsprozedur deutlich verkürzen. Sogar eine spontane Zuerkennung des Unesco-Siegels wäre dann nicht ausgeschlossen – je nachdem, wie beeindruckt die internationale Besuchergruppe von der Hamelner Vorstellung ist.

Doch was macht eine Rattenfänger-Verkleidung aus? Ein komplettes Pfeiferkostüm hat schließlich auch ein waschechter Hamelner nur in den seltensten Fällen im Kleiderschrank. „Hut, Pfeife, bunte Klamotten“, nennt Rattenfängerdarsteller Michael Boyer als unverzichtbare Zutaten. Wie man diese drei Komponenten nun aber bis heute Mittag zusammenbekommt, ist der Fantasie jedes Einzelnen überlassen. Kreativität ist gefordert – eigens gekaufte oder im Kostümverleih besorgte Verkleidungen zählen nicht! Opas Jäger- oder Muttis Strohhut plus Indianerfeder? Warum nicht? Dazu der Clownanzug vom Fasching oder das fiese 70er-Jahre-Disco-Hemd? Sehr passend! Und eine Flöte oder etwas, das zumindest von weitem so aussieht, findet sich doch auch noch irgendwo …

Die Aktion hat einen hochoffiziellen Hintergrund: Formen des immateriellen Kulturerbes seien, heißt es vonseiten der Unesco, „Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist“ sie würden „fortwährend neu gestaltet“ – soll heißen: Immaterielles Kulturerbe lebt. Und natürlich liefert Hameln dazu auch so manchen schlagenden Beweis. Allen voran das Rattenfänger-Freilichtspiel und das Muscial „Rats“ – doch dummerweise stecken beide derzeit noch mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, die erst im Mai beginnen wird.

Doch so lange kann die Unesco-Delegation nicht warten. Heute muss ein Signal her, das beweist: Hameln liebt und lebt seine Sage. Und was könnte dies besser belegen als eine Schar von Hunderten improvisierter Rattenfänger im Herzen der Stadt? Heute Mittag um 13.30 Uhr können die Hamelner an der Hochzeitshausterrasse Geschichte schreiben.red

Heute reicht ein einziger Rattenfänger nicht aus: Als Pfeifer verkleidet müssen die Hamelner eine Unesco-Delegation überzeugen.Dana

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