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Vom richtigen Umgang mit Blumen und ihren Farben / Warum weiße Sträuße tabu sein sollten

Heute darf’s rote Rosen regnen – und sonst?

Hameln. Sie tragen so herzige Namen wie „Sweetheart“, „Liebe auf den ersten Blick“ oder „Romanze in Rot“ und lassen sich farblich schnell auf einen Nenner bringen: Rot. Natürlich Rot, zum Valentinstag. Schließlich ist Rot die Farbe der Liebe und so ein glutvoller Strauß ein gefühlvolles Bekenntnis, das längst nicht mehr nur aus Rosen bestehen muss, sondern auch andere Blüten zulässt wie rote Anemonen und Ranunkeln, aber auch rosa Freesien, Hortensien oder Fetthenne, Herzchen inklusive.

veröffentlicht am 13.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Die Sprache der Blumen. Niemals sonst ist sie so eindeutig und unmissverständlich wie am Valentinstag. Das sieht bei anderen Gelegenheiten ganz anders aus. Und kann, wenn man bei der Wahl des Straußes danebenlangt, auch schon mal richtig peinlich werden. Denn jede Blume und jeder Strauß sind nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine ganz persönliche Mitteilung. Die Größe des Bouquets, die Farbe, die Symbolik der Blumensprache – das alles spielt eine Rolle: „Obwohl junge Leute die Sprache der Blumen nicht mehr kennen“, meint Uli Sporleder von der Gärtnerei Sporleder in Heyen und Bad Münder. Die Symbolik der einzelnen Blumen verstünden meist nur noch die Älteren.

Doch es gibt sie – die Blumensprache. Und man kann sie lernen. Bei der roten Rose funktioniert das am problemlosesten: Sie gilt bei Jung und Alt seit jeher als Liebesgeständnis. Andere Blumen geben ihre Geheimnisse nicht so offen preis. Während gelbe Narzissen die Frage stellen: „Warum bist du so eitel?“, sagen weiße Narzissen: „Meine Liebe zu dir ist aussichtslos“. Alpenveilchen signalisieren: „Sie sind mir gleichgültig.“ Die winzigen, intensiv duftenden violetten Veilchen, die unter ausladenden Bäumen im Garten oft große Blumenteppiche bilden, verraten dagegen: „Du hast mich behext.“

Eher unwahrscheinlich ist es, dass jemand Erdbeerblüten verschenkt. Sollte dies aber doch einmal der Fall sein, heißt das ohne Wenn und Aber: „Du bist mir zu unreif.“ Vermutlich aber wird der Desinteressierte ohnehin auf Blumen verzichten und lieber gleich auf Abstand gehen.

Die eine oder andere Pflanze hat im Laufe der Jahre einen symbolischen Wandel erlebt: Vierblättriger Klee gilt heute generell als Glücksbringer, der gern als gutes Omen fürs neue Jahr zu Silvester verschenkt wird. Ursprünglich aber hat er einen ganz persönlichen Bezug zum Beschenkten und signalisiert: „Ich will mit Dir viel Glück erleben.“ Weißer Klee ist noch fordernder: „Werde endlich mein!“

Und der stachelige Kaktus, der meistens – in Anspielung auf einen bärbeißigen und wenig umgänglichen Charakter – als Beleidigung interpretiert wird, galt ursprünglich als Zeichen für „unveränderliche Treue“.

Letztlich aber gilt: Die geschenkten Blumen müssen in erster Linie den Empfänger erfreuen, eigene Vorlieben spielen eher eine untergeordnete Rolle. Auch die Regel, dass man keine gerade Anzahl von Blüten verschenken sollte, ist überholt. Früher hatte das mit einer anderen Bindetechnik zu tun, bei der sich eine ungerade Anzahl besser arrangieren ließ. Heute lässt sich auch aus einer geraden Anzahl Dekoratives gestalten. Allerdings: „Ein gestylter Strauß ist nicht jedermanns Sache“, weiß Uli Sporleder: „Einem Menschen, der Bauernsträuße liebt, eine aufgebundene Streliezie oder Anturie zu schenken, ist ein Fauxpas.“ Und auch bei Nelken sollte man lieber vorsichtig sein: „Die meisten mögen sie nicht“, sagt Sporleder.

Tabu sind im Allgemeinen weiße Sträuße. „Für viele gehören die aufs Grab“, erklärt Sporleder. Vor allem weiße Lilien, Callas, Hortensien, Astern und Chrysanthemen gelten heute noch als Friedhofsblumen. Weiße Blumen sind allenfalls noch als Brautstrauß willkommen. Sporleder: „Sonst sollte man sie nur schenken, wenn man weiß, dass der Beschenkte ein spezielles Faible für Weiß hat.“ Im Zweifelsfall kann man mit einem bunten Tulpenstrauß kaum etwas falsch machen.

Manche Blumensorten – vor allem jene, die von ihrer Symbolik her mit „zart“, „zärtlich“ oder „innig“ in Verbindung gebracht werden – scheiden für Geschäftssträuße aus. Andere, wie die Sonnenblume, die eigentlich für Vitalität und Freude steht, hat als Symbolblume der Grünen einen politischen Beigeschmack bekommen. Und auch die Größe eines Bouquets ist nicht unerheblich. Als Faustregel gilt: Je seltener und bedeutender der Anlass, um so größer dürfen der Strauß oder das Gebinde ausfallen.

Am Valentinstag spielt dies alles keine Rolle: Da zählen nur die Gefühle. „Und die werden zu 90 Prozent in Schnittblumen ausgedrückt“, sagt Peter Ehlerding von Blumen-Ehlerding. Die rote Rose bleibt da die unangefochtene Nummer 1 und das Herzchen der populärste Deko-Artikel. „Bepflanzte Schalen sind kaum gefragt“, so Ehlerding.

Niemals sonst ist die Sprache der Blumen so eindeutig und unmissverständlich wie am Valentinstag. Rot ist seit jeher die Farbe der Liebe. Am Valentinstag werden rote Blumen auch gern mit rosa oder weißen Blüten kombiniert, wie in diesem Strauß, den Floristin Heike Maluschka bei Blumen-Ehlerding zusammengestellt hat.

Fotos: Dana



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