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Technische Akademie weicht bereits in andere Städte aus / Hochschule Weserbergland weiß von keinen Problemen

Herrscht für Studenten in Hameln Wohnungsnot?

Hameln (ch). Das Flair einer Studentenstadt hat Hameln schon bei der Wohnungssuche nicht: Appartements oder Zimmer zur Untermiete auf Zeit dominieren das Bild, nicht die klassischen studentischen Wohngemeinschaften. Zwar müssen an der Weser deshalb nicht wie in manchen großen Unistädten Studierende in Turnhallen untergebracht werden, aber dennoch: Leicht gestaltet sich die Suche nach Wohnungen für Studierende in Hameln nicht.

veröffentlicht am 16.12.2012 um 18:48 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:21 Uhr

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Wer im Internet auf der von Studenten in ganz Deutschland frequentierten Homepage „WG gesucht“ „Hameln“ eingibt, erhält 87 Treffer – nur neun davon sind jedoch noch aktiv. Neben einem Eintrag unter „zentral“ werden WG-Zimmer vor allem in Tündern, Börry und Groß Berkel angeboten. Sogar Bad Pyrmont und Brockensen sind in der spärlichen Liste enthalten. Auch bei den Gesuchen sieht es nicht viel besser aus. 94 Anfragen werden angezeigt, wie die von Franzi (22), die ein gemütliches Zimmer sucht und es liebt, zusammen zu kochen und tanzen zu gehen. Oder Lea (28), die für ein Jahr ein Zimmer in Hameln sucht und gerne ins Fitnessstudio und joggen geht. Eigentlich müsste sie bei der Suche Glück haben, denn ihrer ist der einzige Eintrag unter „Gesuche“, der überhaupt noch aktiv ist.

„Es ist nicht schwierig, irgendetwas zu finden, aber etwas Schönes für einen angemessenen Preis“, sagt Ann-Kathrin Rolff, die an der Hochschule Weserbergland (HSW) studiert. Sechs Monate im Jahr ist sie während ihres dualen Studiums bei e.on an der Hochschule in Hameln. Jeweils drei Monate am Stück. Angebote für diese kurzen Phasen gäbe es, viele Vermieter seien auf die dualen Studenten eingestellt. Aus eigener Erfahrung und aus Berichten von Kommilitonen und Freunden wisse sie aber, dass die Qualität der kleinen Wohnungen oder möblierten Zimmer oft zu wünschen übrig lasse. Günstig seien sie dennoch meist nicht. Bevor sie ihr jetziges WG-Zimmer fand, wohnte sie auch in einer deutlich schlechteren Wohnung, für die sie mehr zahlen musste. Eine Kommilitonin sei gerade aus ihrem Zimmer nach einem Monat wieder ausgezogen, weil sie es unzumutbar fand.

An der Hochschule Weserbergland ist von Schwierigkeiten der Studenten, eine Unterkunft zu finden, offiziell nichts bekannt. Jeweils neun bis zwölf Wochen am Stück sind die HSW-Studenten vor Ort. In jedem Semester werde eine Evaluation unter ihnen durchgeführt, in der die Studenten die Möglichkeit hätten, zu kritisieren, was ihnen an der Hochschule nicht gefalle. „Da werden auch Kleinigkeiten kritisiert wie zu wenig Aschenbecher, zu wenig Fahrradständer – alles Mögliche – aber über Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche hat sich noch keiner beklagt“, sagt Marion Linnemann von der HSW. Derzeit sind rund 400 Studenten an der Hochschule eingeschrieben, nicht alle benötigen jedoch eine Unterkunft, viele kommen aus dem Landkreis oder aus Hannover und pendeln.

Eine andere Größenordnung hat die Technische Akademie in Hameln zu bewältigen. 80 000 Übernachtungen musste die TA im Jahr 2011 organisieren, die sich vor allem auf neun Monate verteilten. Die Studenten bleiben zwischen zehn Wochen und viereinhalb Monaten in der Stadt. So sind im Januar 2013 nach derzeitigem Stand 620 Studierende angemeldet. Für rund 80 von ihnen hat die Akademie, die sich für die Studenten um die Wohnungsvermittlung kümmert, noch keine Unterkunft gefunden. „Die Wohnungen müssen bezahlbar und qualitativ hochwertig sein“, sagt der Vorstandsvorsitzende Werner Thiele. Die Mehrzahl der Studenten sind keine Anfang-20-Jährigen, die gerade Abitur gemacht haben, sondern Berufstätige im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Um die anstrengende und mit Unterricht und Lerninhalten vollgestopfte Zeit an der TA bewältigen zu können, suchen sie eine ansprechende Unterkunft, die jedoch nicht zu teuer sein darf. Die meisten haben Familie und eine feste Wohnung, sodass sie eine doppelte Mietlast tragen müssen. Pendeln kann im Unterschied zu den Hochschul-Studenten kaum einer von ihnen. „Wir haben Studenten aus ganz Deutschland, auch aus der Schweiz und Österreich. Über 93 Prozent der Teilnehmer stammen nicht aus einem Umkreis von 100 Kilometern“, sagt Thiele.

Auf 200 eigene Zimmer kann die TA zurückgreifen. Auf dem Gelände selbst befinden sich acht Appartements, Kapazitäten für mehr Wohnungen gibt es nicht, die letzten freien Räume werden gerade zu weiteren Unterrichtsräumen ausgebaut. Zu konkreten Bauplänen in Hameln will sich Thiele nicht äußern. Doch: „Die Technische Akademie wird sich sicher noch in den nächsten Jahren über den Standort hier am Bahnhof hinaus entwickeln.“ Bis zum Sommer 2014 werden die britischen Soldaten Hameln verlassen. Platz bietet die Stadt spätestens dann voraussichtlich reichlich. Über eventuelle Entwicklungen in der Stadt hinaus, sagt der TA-Chef, sei man jedoch ob der schlechten Wohnungsmarktsituation bereits jetzt gezwungen, Lehrgänge an andere Standorte der TA auszulagern – beispielsweise nach Göttingen, Hildesheim oder Hannover.

Wohnungsangebote gibt es in Hameln zwar viele, doch für Studierende – rechts im Bild Studenten der TA – wird es mitunter schwierig.Fotos: Wal



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