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Erste deutsche Zwetschgen sind da

Herbst-Klassiker versüßen schon den Sommer

Nein, es ist noch nicht Herbst. Auch wenn sich manchmal ganz schön dicke Wolken am Himmel ballen und der Sommer zwischendurch immer wieder mal zickt. Über Vorboten der nächsten Jahreszeit aber darf man sich trotzdem schon freuen: Die ersten deutschen Zwetschgen sind da – dunkelblau, knackig-prall und viel früher als sonst. „Normalerweise gibt’s Zwetschgen erst Ende August, Anfang September“, sagt Dennis Böttcher, der Bühler Zwetschgen auf dem Wochenmarkt anbietet, das Kilo zu 2,95 Euro. Die Qualität der Herbst-Klassiker ist hervorragend: „Sie sind sehr aromatisch, aber viel runder als sonst.“ Der Mix aus warmen März- und regenreichen Mai-Tagen war ideal für die Zwetschgen-Bäume und hat bei den Früchten für einen Reifeschub gesorgt.

veröffentlicht am 02.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 20:41 Uhr

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Zwetschgen und Pflaumen sind nahe Verwandte. Trotzdem gibt es feine Unterschiede: Die normalerweise eher länglich-oval geformten Zwetschgen besitzen ein festes Fruchtfleisch und die Steine lassen sich leicht lösen. Sie schmecken pur, eignen sich aber auch gut zum Kochen und Backen. Die rundlichen Pflaumen sind weicher und saftiger und die Steine lassen sich schwerer lösen. Als Obst werden sie am liebsten frisch verzehrt.

Als „Frucht aus Damaskus“ gelangte die Zwetschge vermutlich bereits 100 v. Chr. von Syrien über Griechenland nach Europa. Hier gehört die gesunde Delikatesse seither zu den populärsten Obstsorten. Die anbaustärksten Bundesländer in Deutschland sind Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Berühmt ist die Bühler Zwetschge. In dem Ort bei Baden-Baden wird alljährlich am zweiten Wochenende im September das Zwetschgenfest gefeiert, stellte die Frucht doch für die Stadt einst die Haupterwerbsquelle dar und „eroberte“ von hier aus als Bühler Zwetschge die ganze Welt.

Ernährungsphysiologisch gesehen ist die abführende Wirkung der Zwetschgen von großer Bedeutung, was nicht zuletzt auf den hohen Ballaststoffgehalt der Früchte zurückzuführen ist. Zu 85 Prozent bestehen sie aus Wasser, enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und helfen über den Mineralstoff Kalium und das Provitamin A Beta-Carotin den Blutdruck zu regeln. Vor allem die zu den Polyphenolen zählenden Anthocyane sind in der Steinfrucht enthalten. Sie befinden sich überwiegend in der Schale und sorgen für die blau-violette Farbe. Anthocyane sind antioxidativ und sollen vor Krebs und Herzinfarkten schützen.

Zwetschgen reifen bei Zimmertemperatur nach, sie sollten deshalb immer frisch gekauft und möglichst rasch gegessen werden. Reife Früchte lassen sich an ihrer dunkelblauen Farbe erkennen. Zwetschgen bilden während des Wachstums eine weißlich schimmernde Wachsschicht. Diese schützt die Frucht vor dem Austrocknen und dient als Barriere für schädliche Mikroorganismen. Aufgrund der schützenden Funktion sollte diese Schicht erst kurz vor der Zubereitung abgewaschen werden. Übrigens: Zwetschgen, aber auch Pflaumen, verströmen Ethylen-Gas, das Blätter vergilben und andere Obst- und Gemüsesorten rasch altern lässt. Deshalb sollten sie immer in Abstand zu ethylenempfindlichen Gewächsen wie Brokkoli, Blumenkohl, Gurken und Tomaten gelagert werden. Blattgemüse, Lauch und Pilze vertragen die Nähe von Pflaumen und Zwetschgen hingegen gut.

Dennis Böttcher genießt seine Zwetschgen am liebsten pur: „Aber auch auf dem Kuchen oder als Mus“, gesteht er. Wer nicht so sehr auf Süßes steht, kann Zwetschgen auch herzhaft zubereiten. Ein tolles Rezept ist Hähnchenbrust mit Kräutern auf Zwetschgen: Hähnchenfleisch salzen, pfeffern und in einer heißen Pfanne mit etwas Öl kurz anbraten. Herausnehmen und auf ein geöltes Backblech legen. Dazu gibt’s eine mediterrane Kruste: Dafür eine Schalotte und Knoblauch abziehen und mit Oliven hacken. Frisch gehackten Thymian, Rosmarin und Basilikum sowie geriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone, Pinienkernen, geriebenen Parmesan und 2 EL Olivenöl mischen. Auf den Hähnchenbrüsten verteilen und im vorgeheizten Ofen goldbraun gratinieren. Zwischenzeitlich Zwetschgen waschen, halbieren, entsteinen und in Spalten schneiden. In einer Pfanne Butter zerlassen, die Zwetschgenspalten zugeben, mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen. Hähnchenbrüste in Scheiben schneiden und zusammen mit den Zwetschgen anrichten. Dazu passt ein eisgekühlter, trockener Rosé.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Herzhaft-fruchtig mit mediterraner Note: Hähnchenbrust mit frischen Kräutern und Zwetschgen.

Die ersten deutschen Zwetschgen sind jetzt schon auf dem Wochenmarkt zu haben. Dennis Böttcher bietet Bühler Früchte an. Foto: Dana



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