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Nicolas Kiefer als Fotomodell in Hameln

Helm statt Lorbeerkranz

Hameln. Die neugierigen Blicke der Passanten fallen auf den jungen Mann, der an der Weserpromenade von gleich fünf Kameras abgelichtet wird. „Wer ist das denn?“ Eigentlich müssten die meisten der Rätselnden den jungen Mann erkennen. Nun ja, sein Gesicht mit dem obligatorischen Dreitagebart steckt unter einem silberfarbenen Fahrradhelm. In seiner aktiven Laufbahn trug der ehemalige Tennisprofi dagegen meist Baseballcaps – den Schirm leger nach hinten geschoben – oder Stirnbänder. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen krönte sogar ein Lorbeerkranz sein Haupt. Den Kranz hat Nicolas Kiefer immer noch zu Hause. Doch oft könne er den nicht mehr in die Hand nehmen, der wäre zu trocken, meint der Silbermedaillengewinner.

veröffentlicht am 27.03.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:21 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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In Hameln tauscht Kiefer Tennisschläger gegen Fahrrad. Der gebürtige Holzmindener ist zu einem Fotoshooting von seinem Wohnort Hannover an die Weser gekommen. Statt eines Gegners auf der anderen Tennisplatzseite hat der sympathische 37-Jährige heute eine weibliche Begleitung. Polizeikommissarin Ann-Kristin Seehafer eskortiert den Sportler auf einer kleinen Fahrradtour. Die beiden sind Models für Fotoaufnahmen, die in einem Werbeflyer für einen Fahrradhelm erscheinen sollen.

Ein Gesprächsthema haben die zwei Freizeitradler schnell gefunden: kein Tennis, sondern Fußball ist angesagt. „Wir wären auf der Tennisebene nicht weitergekommen“, meint die Polizeibeamtin. Kiefer ist bekennender Hannover 96-Fan – Seehafer dagegen schwört auf den BVB. Die gestrige Niederlage seines Vereins ist Kiefer nicht anzumerken – er lächelt, macht Scherze, er kommt gut an. „Wie kommt man denn zu so einem Verein“, will er von der Polizistin wissen, die ihm erklärt, aus der dortigen Gegend zu kommen. Kiefer erzählt der 26-Jährigen, wie er einmal bei einem von Oliver Pocher organisierten Fußballspiel vor 50 000 Zuschauern mit zittrigen Knien ins Dortmunder Stadion eingelaufen ist.

Doch zurück zum Thema: Der Aufschlag beim Tennis ist ein ganz anderer als beim Fahrradfahren. Bei Stürzen kann schon der erste Aufschlag auf den Asphalt zu schlimmen Verletzungen führen. Ein von der Polizei und zehn weiteren Partnern initiiertes Projekt soll nun die Helmtragequote von Fahrradfahrern weiter erhöhen. Helfen soll hierbei der „Weserberglandhelm“, der ab Mai in der Region verkauft wird. Ein ähnliches Konzept läuft schon in Hannover mit der Bundesliga-Schiedsrichterin und Polizistin Bibiana Steinhaus. Im Weserbergland soll nun Nicolas Kiefer als prominentes Zugpferd Fahrradfahrer auf den Helm aufmerksam machen. Schließlich liegt sein Geburtsort Holzminden im Bereich der hiesigen Polizeiinspektion.

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Bewusst an ein Tennisspiel in der Rattenfängerstadt kann sich der ehemalige Profi übrigens nicht erinnern. „Es gab bestimmt das eine oder andere Jugendturnier in Hameln. Mit der Familie war ich aber früher öfter hier. Und wenn ich das hier sehe, kriege ich wieder Lust Fahrrad zu fahren“, meint er.

Ann-Kristin Seehafer und Nicolas Kiefer sind für Fotoaufnahmen auf Fahrräder gestiegen. Mehrmals radeln die Polizistin und der Ex-Tennisprofi die Weserpromenade entlangfn

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