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Uralte Apotheke in der Bäckerstraße wechselt Besitzer / Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert

„Heinzelmänner“ geben den Löwen auf

Hameln. Irgendwann kommt der Punkt, wo man sich abnabeln muss. Und das trifft für die Familie Heinzelmann zu, die seit über einem Jahrhundert die Löwen-Apotheke in der Bäckerstraße betreibt. Gegründet Ende des vorletzten Jahrhunderts, wurde das Gebäude Anfang des letzten Jahrhunderts von einem Vorfahren des aktuellen Besitzers Dr. Henrik Heinzelmann (72) gekauft. Bei dem machte sein Vater Richard ein Praktikum und übernahm die Apotheke, da der Onkel selbst keine Kinder hatte. Ihm folgte Heinzelmann Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, im Jahre 2000 stieg auch seine Tochter Ulla Martin ein. Drei Generationen „Heinzelmänner“ arbeiteten hier, jetzt haben sie eine Entscheidung „für die Familie“ getroffen, wie sie sagen, und haben verkauft. Neuer Besitzer ist Dr. Thorsten Sproleder, der bereits die Ring-Apotheke betreibt und auch das neue Unternehmen im bewährten Stil weiterführen möchte.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 13:04 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Doch erst einmal kommt auf den 41-jährigen Apotheker eine ganz andere Aufgabe zu: die Sanierung dieses Giebelhauses, eines der ältesten Steinhäuser Hamelns mit einer denkmalgeschützten Fassade. Seit Wochen ist das Gebäude bereits eingerüstet, doch das Gestänge muss zunächst vorläufig wieder entfernt werden. Erst im kommenden Frühjahr soll es hier richtig weitergehen, das derzeitige Wetter lässt die geplanten Arbeiten nicht zu.

Und die scheinen beträchtlich zu sein, stammt das Gebäude nach Aussagen des städtischen Denkmalpflegers Michael Voss aus einer Zeit, die irgendwo zwischen den Jahren 1250 und 1300 liegt. Ganz alte Unterlagen gibt es naturgemäß nicht, wohl aber Vermutungen, deren Ursprung auf manche Funde zurückgeht. So scheint sicher, dass es mal einen Gewölbekeller gegeben hat, dass das Haus vermutlich auch im Mittelalter mal verputzt gewesen ist. Voss: „Das war als Mauerschutz auch damals schon üblich.“ Unter dem Putz freilich versteckte sich wertvoller Sandstein, der nach erfolgter Sanierung auch wieder zu sehen sein soll.

Erste gesicherte Quellen über die Löwen-Apotheke gibt es aus dem 19. Jahrhundert. Und 1948 wurde das Haus – es blieb im Zweiten Weltkrieg unversehrt – umgebaut, wovon auch ein Briefwechsel mit dem damaligen Landeskonservator Dr. André und dem Hamelner Stadtbaurat Schäfer zeugt. „Die Fassade sei nicht erfreulich“, meinte der Denkmalschützer aus Hannover seinerzeit. Sie sei vielmehr so gestaltet worden, wie man es nicht hätte machen sollen und weise sinnlose, unruhige Formen auf.

„Die Fassade birgt Geheimnisse“ – Apotheker Dr. Henrik Heinzelmann, seine Tochter Ulla Martin, Heinzelmann-Nachfolger Dr. Thorsten Sporleder und Denkmalpfleger Michael Voss von der Stadt Hameln vor der Löwen-Apotheke in der Bäckerstraße (v. li.). CK

„Sinnlos“ oder „unruhig“ soll es jetzt natürlich nicht werden, auch wenn es noch kein fertiges Konzept für die Sanierung gibt. Die Fassade jedenfalls, die nach den Worten von Voss „ein bisschen überarbeitet“ werden soll, birgt nach seiner Einschätzung „jede Menge Geheimnisse“. Zu diesen Geheimnissen gehört übrigens auch ein Emblem in Form eines sechseckigen Sterns, der – total ungewöhnlich – auf zwei Zacken steht und für den es nach Meinung des Denkmalpflegers kein Beispiel gibt.

Anders der stolze Löwe, der über dem Eingang thront. Er war ursprünglich aus Holz, sein Schwanz ragte in die Bäckerstraße hinein. Heinzelmann erinnert sich: „Abiturienten sind da immer hochgeklettert und haben auf dem Tier geritten.“ Bis der Schwanz abbrach, das Wahrzeichen 1957 durch eines aus Stein ersetzt und erheblich höher angebracht wurde.



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