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Familie Oehme mischt beim Bundesliga-Trainerspiel der Dewezet schon ganz oben mit, aber: „Das Ziel ist Platz 1“

Heimspiel – für drei Generationen im Fußballfieber

Hameln. Immer freitags treffen sie sich zum gemeinsamen Mittagessen. Dann wird gefachsimpelt, diskutiert. Dann werden die neuesten Bundesliga-Nachrichten ausgetauscht und Strategien entwickelt. Wer ist nicht in Form? Wer ist verletzt? Wer muss auf die Bank? Wer kommt rein? Familie Oehme ist Bundesliga-Trainer. Generationsübergreifend. Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Enkelin bilden ein Team beim Dewezet-Trainerspiel. Und sind richtig gut. Bis auf den dritten Platz haben sie sich vorgekämpft: „Aber das Ziel ist Platz 1“, sagt Holger Oehme (33). Der Hamelner, der Polizist in Hannover ist, kennt sich am besten aus, verpasst kein Bundesliga-Spiel im Fernsehen, wenn es sein Dienstplan erlaubt, und ist Kapitän des Familien-Teams.

veröffentlicht am 16.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Nach dem freitäglichen Mittagessen ist die Marschrichtung für die Oehmes klar, dann tritt Holger in Aktion, setzt sich an den heimischen PC und tauscht, wenn nötig, Spieler aus. Das sei ganz wichtig bei dem Trainerspiel. „Klar“, sagt Holger, „Grundkenntnisse sollte man schon haben, denn es nützt nichts, wenn man 100 Millionen zur Verfügung hat und das Geld nur in elf Spieler investiert. Man kann dann nicht mehr auswechseln.“ Das aber ist für den fußballbegeisterten Polizisten das A und O: „Die Ersatzbank sollte gut bestückt sein.“ Um bei Ausfällen für Nachschub zu sorgen. Und die Trainer müssen immer auf dem Laufenden sein, um rechtzeitig einzugreifen. Denn nach den neuen Regeln des Trainerspiels gibt es in dieser Saison nicht nur Extra-Punkte für Torschüsse, sondern auch Abzüge für Gelbe, Gelbrote und Rote Karten. „Das macht das Spiel interessanter und spannender“, findet Holger. Aber eben auch komplexer.

Wie sein Sohn ist auch Vater Klaus (61) ein echter Bundesliga-Fan. Das Betriebsratsmitglied bei der Firma Lenze Operations GmbH spielt am liebsten auf Bundesliga-Ebene, während Holger ebenso gern an EM- und WM-Trainerspielen teilnimmt und die Frauen in der Familie diese sogar bevorzugen. „Wenn die Nationalmannschaft antritt, schaue ich mir auch gern Fußball im Fernsehen an“, sagt Holgers Schwester Christina (29). Ihre Tochter Kim (8) kennt alle WM-Spieler aus Deutschland: „Ich habe ja auch alle Karten gesammelt“, erzählt sie. Einen Lieblingskicker hat die Schülerin zwar nicht, aber eine Mannschaft, für die sie die Daumen drückt: Hannover 96.

Holger und sein Vater favorisieren Werder Bremen. Das hindert Klaus Oehme allerdings nicht, mit der Mannschaft aus der Hansestadt hart ins Gericht zu gehen, wenn Werder verliert. Streit gibt’s deswegen in der Familie nicht: „Kritik muss sein“, findet Holger. Bundesliga-Spiele werden im Gegensatz zu EM- oder WM-Spielen nicht gemeinsam geschaut. Alle erwachsenen Oehmes sind berufstätig und die Dienstzeiten nicht unbedingt familienkompatibel. Das Trainerspiel dagegen ist es schon. „Von Anfang an stand für uns fest, dass wir zusammen spielen“, meint Holger, der sich selbst als Familienmenschen bezeichnet. „Mitgetippt haben wir vorher auch schon, aber immer einzeln“, sagt der Vater. Jetzt wollen es die Oehmes als Familie wissen und sind auf dem besten Weg, es allen zu zeigen. Ihre Stamm-Elf ist bunt zusammengewürfelt: Die Kicker kommen aus Stuttgart, Wolfsburg, Hoffenheim, Gladbach, Dortmund, Frankfurt, Mainz, Hamburg und natürlich aus Bremen. Ausgerechnet ein Werder-Spieler ist in dieser Saison bislang aber die größte Enttäuschung der Oehmes: Claudio Pizarro. „Drei Muskelfaserrisse“, erklärt Holger: „Ein ständiger Ausfall.“ Die größte Überraschung für das Familien-Team ist hingegen der Japaner Shinji Kagawa von Borussia Dortmund: „Billig eingekauft und gut“, freut sich der Kapitän des Familien-Teams, der selbst vor „langer, langer Zeit“ mal Fußball gespielt hat, jetzt lieber zum Tennisschläger greift und sich im Vorstand des TC Westend Klein Berkel engagiert. Sein Vater Klaus ist „auch nur beim Tischfußball“ aktiv, räumt er schmunzelnd ein. Statt zu kicken, schwebt er mit Ehefrau Angelika lieber in einem privaten Tanzclub übers Parkett. Oder er strampelt sich – wie die anderen Familienmitglieder übrigens auch – im Fitness-Club ab.

Eine Ahnung, wer in dieser Bundesliga-Saison Meister werden könnte, haben die Oehmes auch. Ihr Tipp? „Leverkusen“, behauptet Vater Klaus. Kim wünscht sich: „96 soll’s werden!“ Und Holger ist jeder recht – „außer Bayern.“ Klare Ansage.

Holger Oehme (li.), seine Schwester Christina, deren Tochter Kim und Vater Klaus sind ein Bundesliga-Trainerteam. Mutter Angelika spielt zwar mit, konnte aber zum Fototermin nicht kommen. Sie hat sich den Fuß gebrochen – nicht beim Fußball. Foto: Dana

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