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Heimisches Unternehmen kritisiert EU-Politik

veröffentlicht am 25.08.2011 um 09:05 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

ae lohmann

Emmerthal (cb). Ob höhere Kosten, Wettbewerbsnachteile oder aufwendige Reglementierungen: Die Auswirkungen der Politik des Europäischen Parlaments hat der Geschäftsführer der Lohmann-Gruppe in Emmerthal, Jürgen Lohmann, beklagt. Gegenüber dem Europaparlamentarier Bernd Lange (SPD) sagte Lohmann gestern: „Helfen Sie uns, das Industrieland Deutschland zu stärken. Ohne ein finanzstarkes Deutschland kann auch eine EU nicht überleben.“
 An zahlreichen Beispielen machte der Geschäftsführer besonders die Folgen für die Dr. Paul Lohmann GmbH KG deutlich, die als Chemikalienproduzent vor allem Mineralsalze im Programm hat. Im Vordergrund seiner Kritik steht deshalb die EU-Chemikaliengesetzgebung, die 2007 in Brüssel unter der Abkürzung Reach mit dem Ziel des Verbraucher- und Umweltschutzes verabschiedet worden ist. Darin wird festgeschrieben, dass alle Chemikalien auf ihre Gefährlichkeit getestet werden müssen – die Beweislast liegt dabei beim Hersteller. Dabei seien die meisten Produkte aus Emmerthal für die Pharma-, Lebensmittel- und Nahrungsergänzungsmittelindustrie bestimmt. Zum Beispiel Magnesium: Was viele Menschen in Form von Tabletten zu sich nehmen würden, sei gleichzeitig für die Produktion von Autoreifen notwendig – und müsse deshalb auf den Prüfstand. „Für uns fatal“, sagte Lohmann unter Hinweis auf die Kosten. 

 Mit dem Abgeordneten Lange hatte der Geschäftsführer zumindest einen Experten vor Ort. Der Parlamentarier ist einer von 32 Mitgliedern im Verwaltungsrat der „Europäischen Agentur für chemische Stoffe“, die für die Umsetzung des Regelwerks Reach zuständig ist. Der Sozialdemokrat rechtfertigte den Ansatz der Verordnung als sinnvoll für Verbraucher und Umwelt. Dabei bezog er sich besonders auf viele von rund 30.000 Stoffen, die vor 1981 auf den Markt gekommen und in ihren Risiken kaum bekannt seien. Lange betonte, dass er sich immer stark für die Industrie in Niedersachsen einsetze, gestand aber ein, dass es bei den Ausführungsbestimmungen des Gesetzes durchaus Schwierigkeiten gegeben habe. Für kleinere Unternehmen sei schon einiges erleichtert worden, sagte der Parlamentarier, der aber bereits eine Überarbeitung des EU-Chemikalienrechts ankündigte. „Da kann man sicher noch einiges optimieren“, so Lange



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