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Kreishandwerksmeister setzt auf kleine Gewerke

Heimische Handwerker wollen die Sanierung

Hameln (wul). In die Diskussion über die Sanierung der Hamelner Fußgängerzone bringt sich jetzt auch Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann öffentlich ein. Nach einem, so Steinmann, für viele Handwerksbetriebe schweren Jahr 2008 – etliche hätten Kurzarbeit angeordnet und sich mit Weiterbildungen über die Zeit gerettet – käme die Fußgängerzone gerade recht.

veröffentlicht am 17.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 06:41 Uhr

Karl-Wilhelm Steinmann sieht in der Erneuerung der Fußgängerzone
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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„Wir brauchen die Aufträge“, erklärte Steinmann gestern in einem Pressegespräch zusammen mit Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann und dem Ersten Stadtrat Eckhard Koss. Zuversichtlich zeigt sich Steinmann, dass das heimische Handwerk am Pferdemarkt tatsächlich auch zum Zuge käme. Die Stadt könne die Gewerke für das Teilprojekt „Pferdemarkt“ „so kleinteilig ausschreiben“, dass die Betriebe der Region – etwa 1000 mit 10 000 Mitarbeitern vertritt die Kreishandwerkerschaft – sich beteiligen könnten. Als ein Beispiel nennt Steinmann die Gestaltung der Grünanlagen. Eine Hoffnung, die nach Lippmanns und Koss’ Darstellung berechtigt scheint. „Wir müssen natürlich öffentlich ausschreiben“, so Koss. Dennoch hätten die heimischen Betriebe jede Chance die kleineren Gewerke anzubieten. „Wir wollen auch, dass das Geld in der Region bleibt.“

Hoffen auf den Schneeballeffekt

Wird die Fußgängerzone saniert unter Einbindung der hier ansässigen Firmen, würden nicht nur Arbeitsplätze erhalten, vielmehr würden neue entstehen, meint Steinmann. Koss liefert dazu Zahlen, von denen die Stadt ausgeht: 40 Arbeitsplätze in der Region, 50 außerhalb, basierend auf einer Untersuchung des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit der Rattenfängerstadt dient Koss als wegweisend für die Zukunft, wenn es um nachhaltige, positive Effekte geht: Im Rahmen der Altstadtsanierung in den 70ern wurden 200 Millionen D-Mark öffentlicher Gelder investiert, die das „Vier- bis Fünffache“ an privaten Investitionen nach sich gezogen habe. Auch für die Fußgängerzone hofft man im Rathaus auf diesen Schneeballeffekt – dass nach der Sanierung beispielsweise auch „die Geschäftsleute etwas für ihre Geschäfte tun“. Arbeitsplatzsicherung würde so auch in der Fußgängerzone bei den Verkäufern und Verkäuferinnen betrieben, sagte OB Lippmann. Der Höhepunkt der Krise sei noch nicht erreicht, schätzt sie die Lage ein; die Sanierung wirke da wie ein kommunales Konjunkturpaket. Und es griffe früher als das Paket des Bundes, wie Steinmann hervorhebt. Das würde in den Handwerksbetrieben frühestens im Herbst seine Wirkung entfalten. „Im Frühjahr und Sommer hätten wir ein Loch.“ Das von den Sanierungsarbeiten gefüllt werden könnte, so der Kreishandwerksmeister. Vorausgesetzt die Pläne werden am 19. April nicht per Bürgerentscheid gestoppt.***Kommentar: HoffnungsschimmerDas Werben um die Gunst der Bürger für die millionenschwere Investition der Stadt geht weiter und wird sich bis zum Tag des Bürgerentscheids verstärken. Der Erhalt von Arbeitsplätzen – womöglich die Schaffung neuer – ist da nicht nur zu Zeiten der schweren Wirtschaftskrise ein gewichtiges Argument. Damit erhält die Debatte, die sich mancherorts nur noch um das richtige Pflaster und um den richtigen Papierkorb dreht, wieder eine andere Qualität. Ob eine für fünf Millionen Euro sanierte Fußgängerzone tatsächlich all die positiven Effekte nach sich zieht, auf die Rat und Verwaltung und nun öffentlich das heimische Handwerk setzen, kann niemand vorhersagen – eine Investition ist immer auch unsicher. Doch als „kommunales Konjunkturpaket“ geschnürt und vermarktet, vermag diese offenbar noch etwas zu sein: Hoffnungsschimmer.b.wulff@dewezet.de



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