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Kein Geld vom Land – Planung für 16 Maßnahmen hinfällig / Bürgerversammlung zur Windkraft

Haverbecker ohne Schutz vor Hochwasser

Haverbeck (wul). Der Bote schlechter Nachrichten für Haverbeck war Andreas Bruns von der Stadt Hameln. Die Pläne zum Hochwasserschutz, die 16 Maßnahmen in dem Ortsteil vorsahen, sind laut Bruns hinfällig, weil das Land Niedersachsen die Förderkriterien für Leader-Plus-Mittel überarbeitet habe und sie für den Ortsteil nicht erfüllt sehe. Nun werde lediglich ein weiteres Rückhaltebecken an der K 58 Weidehohl/Hope in diesem Sommer gebaut, teilte der Abteilungsleiter bei der Ortsratssitzung mit. Die Kosten für das 3000 Kubikmeter fassende Becken belaufen sich auf 100 000 Euro, so Bruns. Für weitere stehe kein Geld zur Verfügung.

veröffentlicht am 28.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 00:41 Uhr

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„Aussichten sind unbefriedigend“

Der von Ortsbürgermeister Thorsten Sander (CDU) geäußerte Wunsch, dass mehrere Hochwasserschutzmaßnahmen ergriffen werden, damit „gerade im alten Dorf die Leute ruhiger schlafen können“, bleibt somit unerfüllt. Sie waren vom Hochwasser im Jahr 2002 besonders betroffen. Hintergrund für die Absage ist, dass Fördermittel nur noch für Maßnahmen bereitgestellt werden, die „Jahrhunderthochwasser“ abwehren könnten, so Bruns. Gemäß der Konzeptstudie, die für Haverbeck erstellt worden war, seien die einst geplanten 16 Rückhaltebecken jedoch nur geeignet, um die Folgen eines „zehnjährigen Hochwassers einzudämmen“. Haverbeck stehe in Konkurrenz zu anderen Gemeinden, beispielsweise im Hochharz. Dort hätten Hochwasser Schäden in Millionenhöhe verursacht, womit Haverbeck „einfach nicht vergleichbar ist“.

Ihren Unmut äußerten Sander („die Aussichten sind nicht befriedigend“) wie Björn Backeberg (CDU): „Erschreckend, dass die Richtlinie ein 100-jähriges Hochwasser zugrunde legt – wir sind ja nicht einmal vor einem 10-jährigen geschützt.“ Es könne nicht sein, dass zwei Becken den Halvestorfer Bach bändigten, aber keines den Mainbach in Haverbeck, kritisierte Sander. Die Ortsratsmitglieder baten daher die Stadtverwaltung, Kosten, Aufwand und Machbarkeit für ein weiteres Rückhaltebecken an der Gemeindeverbindungsstraße nach Hope zu ermitteln. In der Verwaltung werde dieser Antrag nun geprüft, so Bruns gegenüber der Dewezet. Woher das Geld für dieses Rückhaltebecken kommen sollte, sei jedoch unklar.

Auch das Thema Windkraftanlagen bewegte die rund 30 anwesenden Bürger erneut. Bereits im Februar waren die Emotionen hochgekocht, als über mögliche Vorrangflächen für Windkraftanlagen in Abwesenheit der Fachleute debattiert wurde. Diesmal stellte Michaela Klanck von der Stadt den Zwischenbericht vor. Sie machte deutlich, dass die drei Flächen, die in Haverbeck infrage kämen (In der Flage, Über dem Ochsenbruch und Ellerbrink), nicht zu den von der Verwaltung favorisierten zählten. Als Abwägungskriterium, das der Rat der Stadt bei seiner Entscheidung über eine weitere Vorrangfläche neben der in Afferde sicher berücksichtigen werde, nannte sie für Haverbeck „die besondere Beeinträchtigung durch Lachem und Höfingen“, wo bereits Windenergieanlagen stehen.

Ortsrat will noch keine Stellung beziehen

Bedenken äußerten die Bürger in Bezug auf Schattenwurf der Windräder, Geräuschbelästigung und die Versperrung des Blicks, „Horizontverschmutzung“ genannt. Zudem wurden Befürchtungen laut, dass Windräder den Zuzug von Familien ins Neubaugebiet verhindern könnten – was die Zukunft der Grundschule gefährde.

Während sich Manfred Maihöfer (SPD) grundsätzlich gegen Windräder in Haverbeck aussprach – woraufhin Backeberg ihm Populismus vorwarf und daran erinnerte, dass sich Betreiber einklagen könnten, wenn die Stadt keine Vorranggebiete ausweise – erklärte Sander, man wolle die Untersuchungen abwarten, bevor sich der Ortsrat positioniere. Das Vorkommen von Brutvögeln und Fledermäusen auf den Flächen wird derzeit noch ermittelt. Der Bitte um eine Bürgerversammlung, bei der alle ihre Meinung äußern könnten, wolle er nachkommen, erklärte Sander.

An dieser Stelle soll ein Rückhaltebecken entstehen, das 3000 Kubikmeter Wasser fassen kann. Die finanzielle Förderung weiterer Maßnahmen ist nach einer Prüfung durch den niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Haverbeck nicht möglich.

Foto: Wal



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