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Hausaufgaben für die Hochschule

veröffentlicht am 12.05.2010 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (wul). Zeit zum Durchatmen blieb Dr. Volkmar Langer und seinen Kollegen gestern nicht. Nachdem der Leiter der Berufsakademie Weserbergland am Stockhof Bescheid bekommen hatte, dass die Bildungseinrichtung ab August in die Liga der Hochschulen aufgenommen werden soll, sind noch Hausaufgaben zu erledigen. Zum Beispiel muss per Satzung sichergestellt werden, dass die Freiheit von Forschung Lehre gewährleistet ist und die Unternehmen im Trägerverein der Hochschulleitung nicht reinreden dürfen.
 Die Auflage des Wissenschaftsrates in Potsdam, der für die Umwandlung der BA in eine Fachhochschule grünes Licht gegeben hat, lautet: Stärkung der akademischen Unabhängigkeit. Doch was verlangt wird, sei eigentlich das, was schon gelebt wird – nur im Konzept hatte man einen anderen Vorschlag unterbreitet, erklärt Volkmar Langer. Die Organe einer künftigen Hochschule Weserbergland sind das Präsidium, der Hochschulrat und der Senat. Im Entwurf war vorgeschlagen worden, den Hochschulrat grundsätzlich mehrheitlich mit vier Vertretern aus dem Trägerverein, also der Wirtschaft zu besetzen, was in der Stellungnahme des Wissenschaftsrates bemängelt worden war. Jetzt soll die Satzung dahingehend überarbeitet werden, dass der siebenköpfige Hochschulrat nicht vorrangig von der Wirtschaft besetzt wird. Gestern gab es dazu bereits ein Treffen mit Juristen, die den Prozess begleiten.
 Ende Mai sollen alle Unterlagen in Hannover beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft eingereicht sein, damit Ende Juni auch dessen Zustimmung kommt und die Berufsakademie ihren Lehrbetrieb als Hochschule fortsetzen kann. Das Ministerium macht die Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Voraussetzung für das eigene „Ja“. Für September ist ein dreitägiges Fest am Stockhof geplant unter dem Motto „Ab in die Zukunft“. Als Hochschule kann die Einrichtung künftig auf Geld für Forschungszwecke hoffen, die ihr bislang als BA verwehrt waren. Ein weiterer Wettbewerbsnachteil ist, „dass wissenschaftliches Personal nur schwer zu finden ist“, so Langer. Denn: Ein festangestellter Dozent an einer BA für einen zugelassenen Bachelorstudiengang muss zwar die gleiche Qualifikation haben wie ein Fachhochschulprofessor – einen Professorentitel können sie aber von der Berufsakademie nicht erhalten.



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