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Rathaus nimmt Stellung

Hat Hameln ein Müll-Problem?

HAMELN. Überfüllte Mülleimer in der Innenstadt, Glasscherben im Gebüsch hier, verdreckte Uferbereiche an der Weser dort – Müll und dessen Entsorgung ist in Hameln Dauerthema, nicht nur bei Anwohner und Touristen, sondern auch in der Politik.

veröffentlicht am 03.08.2017 um 18:39 Uhr

An den Altglascontainern an der Basbergstraße liegt Müll, der dort nicht hingehört. Weil wilde Ablagerungen nicht erlaubt sind, hat die Stadt an den Standorten Hinweisschilder angebracht. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Eine Anfrage der CDU/DU/UFB-Fraktion im Stadtrat hebt das Thema Sauberkeit in der Stadt aktuell wieder auf die politische Bühne. Im Vorfeld der Umweltausschusssitzung am kommenden Montag hat die Verwaltung auf die Fragen der Fraktion geantwortet. Tenor: Im Rathaus werde die Müllsituation in der Innenstadt nicht so gravierend angesehen wie es in der Fraktionsanfrage formuliert ist. Die Beschwerden über Dreckecken in Hameln seien weniger geworden. Und die Verwaltung tue im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles, was sie kann gegen den Dreck in der Stadt. Wollte sie mehr für Sauberkeit und Ordnung tun, so viel steht fest, brauche das Rathaus mehr Personal.

Im letzten Jahr hat die Stadtreinigung in Hameln den Steuerzahler rund 543 000 Euro gekostet. Im Jahr zuvor waren es nach Rathausangaben 583 000 Euro. Für die Sauberkeit ist der Betriebshof der Stadt zuständig. Dort sind fünf Mitarbeiter mit Papierkorbentleerungen und sogenannten Sichtreinigungen beschäftigt. Zwei zusätzliche Mitarbeiter fahren die städtischen Kehrmaschinen. Die „gute Stube“ der Stadt – Altstadt, Weserpromenade sowie die Achse von der Innenstadt in Richtung Bahnhof – werde täglich gereinigt, heißt es. Die Kehrmaschinen sind auch täglich unterwegs, in der Fußgängerzone kommen sie sogar zwei- bis dreimal wöchentlich zum Einsatz. Die Reinigung durch die Stadt sei „intensiviert und optimiert“ worden, erklärt die Verwaltung nun auf Anfrage der CDU/DU/UFB-Fraktion. Und doch gibt es wiederkehrende Probleme.


Altbekannte Dreck-Ecken: die Altglascontainer. Nach wie vor werden die Behälter für Leergut in einem 14-tägigen Rhythmus geleert. Daran hat sich erst einmal nichts geändert. Das Drumherum der Container-Standorte würden einmal im Monat vom gröbsten Dreck gereinigt – zusätzlich jedoch auf Anforderung der Stadt, wenn in den Zwischenzeiten „zusätzliche Vermüllung“ auftritt. Die Stadt sagt: Einmal wöchentlich wird kontrolliert, ob die Umgebungen der Altglascontainer über die Maßen verdreckt sind.

Müll auf dem Boden. Es gibt Papierkörbe, sie werden laut Stadt oft nicht genutzt. Foto: dana
  • Müll auf dem Boden. Es gibt Papierkörbe, sie werden laut Stadt oft nicht genutzt. Foto: dana
Zwischen Pfortmühle und Amtsgericht ist das Weserufer häufig verdreckt. Foto: dana
  • Zwischen Pfortmühle und Amtsgericht ist das Weserufer häufig verdreckt. Foto: dana
Mülleimer in der Innenstadt werden laut Verwaltung zweimal wöchentlich entleert. Foto: dana
  • Mülleimer in der Innenstadt werden laut Verwaltung zweimal wöchentlich entleert. Foto: dana

Weil es immer wieder Probleme mit Sperrmüll gibt, der an den Containern einfach abgeladen wird, seien inzwischen an allen Standorten Hinweisschilder angebracht worden, die auf den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit hinweisen. An den Altglascontainern an der Basbergstraße, über die auch regelmäßig Beschwerden in der Redaktion auflaufen, gibt es laut Stadt nun zumindest Überlegungen, ob die Installation eines großen Bewegungsmelders weiterhelfen könnte. So glaubt man zu verhindern, dass manche ihren Müll in der Dunkelheit illegal abladen. Immer wieder würde die Stadt auch Verursacher unerlaubter Müllentsorgung ermitteln, teilt sie mit. Dann würden Verwarnungen ausgesprochen, teilweise auch Verwarngelder verhängt. Im Hinblick auf Altkleider- und Schuhcontainer, die ausnahmslos durch gewerbliche Sammler aufgestellt werden, gibt es laut Verwaltung derzeit keine Probleme.


Zigarettenkippen in Innenstadt, auf Gehwegen und Straßen: In den meistfrequentierten Bereichen der Innenstadt wie am zentralen Omnibus Bahnhof und in der Fußgängerzone gibt es Papierkörbe, an denen ein spezieller Ascher zur Entsorgung von Zigarettenkippen angebracht ist. „Die Nutzung lässt allerdings zu wünschen übrig, die Zigarettenkippen werden erfahrungsgemäß an der Stelle entsorgt, an der sie nicht mehr gebraucht werden“, erläutert die Stadtverwaltung. Zu dieser Erkenntnis müsse man zwangsläufig anhand der „immensen Anzahl an Zigarettenkippen auf der Fußgängerzonenfläche“ kommen. Deshalb ist aus Sicht der Stadt zurzeit nicht vorgesehen, weitere Papierkörbe mit Aschern auszurüsten – sie bringen demnach schlicht nichts.

Verdrecktes Weserufer an der Pfortmühle: Es kommt vor, dass sogar Fahrräder auf Höhe der Pfortmühle in der Weser entsorgt werden. Beliebter Treffpunkt tags wie nachts ist der Bereich zwischen Pfortmühle und Amtsgericht. Hinter der Mauer Richtung Weser ist häufig viel Abfall zu finden. Das Problem: Die Weserufergrundstücke liegen nicht in der Verantwortung der Stadt, sie gehören dem Bund – also formell erst einmal keine Angelegenheit für die Stadt. Deshalb gab es bislang auch keine klaren Zuständigkeiten, wer die Reinigung des Uferbereichs an der Pfortmühle übernimmt.

„In der Regel wird die Stadt Hameln dann tätig, wenn die Vermüllung Überhand nimmt“, heißt es. Seit diesem Frühjahr sei eine Vereinbarung mit dem zuständigen Wasserschifffahrtsamt getroffen worden: Die Stadt reinigt nun auch die nicht städtischen Uferbereiche.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Du kannst noch so viel appellieren, noch so viel Personal für die Stadtreinigung einstellen – solange es am Verstand mancher Müllproduzenten hapert, ist das alles sinnlos. Müll gehört in die Tonne, Kippenstummel zur Not in die Hosentasche

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