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Auch „Hemesath“ rockt die volle Sumpfblume

Hart, laut, Hammer: Heldmaschine

veröffentlicht am 11.02.2018 um 15:43 Uhr

Gehalten vom Publikum: René beim Stagediving zum Abschluss. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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HAMELN. „Live und laut“! Der Titel der Tour von „Heldmaschine“ ist Programm. Die Band trat 2017 in Wacken auf und in Hameln beim Autumn-Moon-Festival und brachte am Samstagabend die Sumpfblume zum Beben. Doch die Musiker können mehr als laut – die zahlreichen, meist in schwarz gekleideten Zuhörer bekamen ein breites Spektrum zu hören: mal heftig und laut, mal ruhig und getragen.

Bereits Hemesath überzeugt als erste Band des Abends mit hartem, dunklem Rock und anspruchsvollen, deutschen Texten. Nach vorn getragene Bühnenpräsenz, niveauvolle instrumentale Einlagen, klarer Gesang – sie erreichen das Publikum sofort. Mit dem Lied „Vater“ und Passagen wie „Statt Rückgrat nur ein Kreuz mit Haken“ setzen sie ein klares Statement gegen Rechts. Positiver Kontrapunkt: die Ballade „Flieg“ – vor Freude kann man auch gerne einmal abheben, so der Inhalt.

Als der Hauptact „Heldmaschine“ aus Nebelschwaden heraus die Bühne betritt, gibt es im Saal kein Halten mehr. Vor der Bühne kein Zentimeter Freiraum – keine Distanz zwischen Musikern und Publikum. Und das ist gut so; denn so entsteht ein Gesamtevent, bei dem durchaus auch einmal eine Stimme aus dem Publikum den Refrain mit ins Mikro schmettern darf. Frontmann René Anlauff versteht es immer wieder, die Stimmung und trotz teils nachdenklich stimmenden Texte auch die pure Freude am gemeinsamen Konzert aufrecht zu halten. Im Dewezet-Gespräch sagt er: „Wir haben zwar die Probleme unserer Zeit in die Songs verpackt, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger. Sie sollen nachdenklich machen. Uns ist es recht, wenn unser Publikum zunächst den Abend genießt und sich dann daheim die Gedanken macht. Wir wollen bei unseren Konzerten immer gern mit allen gemeinsam feiern.“ Dass sie mit dieser Philosophie und ihrer Musik mit eigenen Elementen und Texten, kombiniert mit Stilen aus Hard Rock, Alternative Metal, Deutschrock und Techno auf gutem Weg sind, beweist der Umstand, dass die vor drei Jahren nur halb gefüllte Sumpfblume in diesem Jahr aus allen Nähten platzt. Eine aufwendige Bühnenshow wie beim Song „Radioaktiv“ mit Atemgerät und Laserlicht oder Nebelbildern wie bei „Es brennt“ untermauert die Musik. „Live und laut“ sind natürlich die wummernden Beats der Bass-Drum, aber auch die Stimmgewalt, der basslastige Gesang neben feineren Klänge und die Gitarrenriffs kommen gut zur Geltung. Mit einem Stagediving des Frontmanns René aufs Publikum Richtung Theke „auf ein Bier“ geht es in die Schlusskurve. Beim Song „R“ mit rollendem R, was sonst eigentlich nur Heino und Rammstein dürfen, wie Drummer Dirk Oechsle verrät, findet ein lauter, begeisternder Abend sein Ende, dessen Texte noch länger wirken.

Liefert harten Rock mit deutschen Texten: Christopher Zumbült von Hemesath. Foto: hx
  • Liefert harten Rock mit deutschen Texten: Christopher Zumbült von Hemesath. Foto: hx
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