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„Der Tod“ zu Gast in der Sumpfblume

Happy Endstation

HAMELN. Ihre Reise ins Jenseits beginnt in 5, 4, 3, 2, 1 – so wurden die fast dreihundert Besucher in der ausverkauften Sumpfblume auf einen Comedy-Abend eingestimmt, dessen Thema durchaus noch Tabupotenzial hat: das Sterben und der Tod.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 20:28 Uhr

Immer pünktlich, eher zu früh: der Tod. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Den Auftakt bildete der Floßführer Charon, der die Fahrten zwischen diesseits und jenseits durchführt, begleitet von seiner Praktikantin Exitussi. Allerdings beklagt auch er die Modernisierung der Welt, denn die zunehmende Zahl von Tunneln mit LED-Lichtern nähme ihm langsam die Kundschaft weg. So wurden die Zuschauer vorsichtig an das sensible Thema herangeführt, doch es zeigte sich schnell, dass heute dessen humorvolle Seite gerne akzeptiert wurde. So sang das Publikum den Refrain vom Lied des Fähmanns zur MS Jordan lautstark mit: „Ich hab ein knallrosa Gummifloß.“ Gespannt warteten alle jedoch auf den spannendsten Gast des Abends, den „Tod“. In eine Kutte gewandet, das Gesicht im Schatten verborgen rätselten viele, wer wohl dahinter stecken mochte. Doch das blieb den ganzen Abend über ein Geheimnis. Sein Name wäre „Tod“ und sein Vorname „der“ und er sei Reiseunternehmer. Mit Blick ins Publikum stellte er fest: „Ich sehe, die meisten haben schon gebucht, nur der Abfahrtstermin ist noch unklar“. So kamen die Pointen um das Thema Sterben und Tod Schlag auf Schlag und ließen dem lachenden Publikum kaum Zeit zum Luftholen. Selbstkritisch berichtete er über seine größte Schwäche, die Kundenbindung. Da sei im Marketing noch was zu machen. Aber er sei dafür immer pünktlich, eher zu früh und ein Freund hoher Abgaswerte. Und sein Job sei zukunftssicher, man käme viel rum und mache was mit Menschen – das wäre doch Ideal. Auch politische Satire floss immer wieder ein. „Ich erlaube mir manchmal den Scherz, wenn ich jemanden von der AFD abhole: Ich begrüße ihn dann auf Arabisch. Apropos AFD, der Gauland ist 76, mal sehn wer wen bald jagt. Natürlich skizziert er auch seine Probleme wie das Friedhofssterben in Deutschland durch Friedwälder und Seebestattungen. Um hier die Kosten zu senken schlägt er Grabsteinsponsoring vor. Werbung passe eh zu seinem Thema wie bei „Red Bull verleiht Flügel“ oder wie bei Douglas mit „come in and find out“. Deren Kunden würden jedoch nicht sterben, sondern verduften. Im Dewezet Gespräch erläuterte „Der Tod“, dass er in Vorbereitung der inzwischen seit sieben Jahren erfolgreichen Comedy auch auf Friedhöfen recherchiert und dort viel Material für die Show sammeln könne. Auch auf dem Hamelner Deisterfriedhof hat er sich umgeschaut und dort an der Bushaltestelle beim Eingang den Wegweiser zur Deutschen Rentenversicherung gefunden. Ein wenig spät, sich dann darum zu kümmern findet er. Der Tod sei ein Thema, was alle anginge und in seinen rund 140 Auftritten pro Jahr könne er vielleicht den Umgang damit etwas entkrampfen.

Zu Ende ging dieser humoristisch- informative Abend mit dem Satz des Hauptdarstellers: „Finden sie es nicht seltsam, beim „Tod“ nach Zugaben zu rufen?“

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