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Bezahlen per Handy hat noch Ladehemmungen / Ohne Registrierung geht nicht viel

Handyparken: Versucht und gescheitert

HAMELN. Ganz so eilig hat es die Stadt Hameln dann wohl doch nicht: Bisher deuten jedenfalls nicht viele Aufkleber auf das neue Angebot in Hameln hin, künftig die Parkgebühren auch mit dem Handy bezahlen zu können. Das weitaus größere Problem: Genau einen Tag nach der Einführung funktioniert das Parken per Smartphone noch nicht bei allen Anbietern reibungslos.

veröffentlicht am 19.06.2018 um 18:04 Uhr

Normalerweise technikaffin, aber am Handyparken scheitert auch Video-Redakteur Jan-Philipp Hullmann. Foto: ll

Autor:

Lars Lindhorst und Jan-Philipp Hullmann
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An über 60 Parkzonen im Stadtgebiet soll das Handyparken nun möglich sein, so hieß es noch bei der öffentlichkeitswirksamen Einführung mit Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust am Montag. Doch wie das genau gehen soll, dazu gibt es keine weitere Erklärung, zumindest nicht – wie vorgesehen – mittels Aufklebern an den Parkautomaten.

Auf Nachfrage ist aus dem Rathaus zu hören, dass die Erklärungen an den Automaten „in den nächsten ein, zwei Wochen“ angebracht werden sollen. Ein Sprecher bittet in dieser Frage um „etwas Geduld“. Mögliche Nutzer des neuen Smartparking-Angebots müssen indes über die Modalitäten der Anwendung weiter rätseln.

Das weitaus größere Problem ist aber ein ganz anderes: Genau einen Tag nach der Einführung funktioniert das Parken per Smartphone noch nicht bei allen Anbietern reibungslos. Ein Test der Redaktion verlief zumindest weitgehend im Sande. So erklärte uns die App des Smartparking-Anbieters EasyPark an den Parkstreifen am Kastanienwall, gar „keine Parkzonen gefunden“ zu haben. Die auf das Redaktionshandy geladene App des Anbieters „travipay“ deutete zumindest auf einen Ostertor-Wall hin – doch lag diese „nächstgelegene Parkzone“ eben nicht in Hameln, sondern bei den lippischen Nachbarn in der Stadt Lemgo. Wenig hilfreich.

Die Ladehemmungen beim Smartparking-Start in Hameln hat man im Hamelner Rathaus auch erkannt. Der Verwaltungssprecher verwies an den Träger der Internetplattform, den Verein Smartparking, der für die technische Umsetzung und für den Kontakt zu den unterschiedlichen Anbietern verantwortlich sei. Es würde sich ganz offensichtlich um Kinderkrankheiten handeln, hieß es. Die Anbieter seien über die Probleme informiert. „Am Ende wird es sicher funktionieren“, war die Stadtverwaltung am Dienstagvormittag überzeugt.

Dienstagnachmittag waren die Test-Parker erst mal überzeugt – zumindest von einem der fünf auf den Aufklebern aufgeführten Anbieter. „ParkNow“ spuckte denn Parkplätze in Hameln auf dem Handydisplay aus, zeigte sogar Höhe der Parkgebühren und Höchstparkdauer an. Nicht einmal eine Registrierung ist notwendig. Die Parkgebühr kann ohne Nutzerregistrierung unkompliziert mit der monatlichen Mobilfunkrechnung abgebucht werden. Doch im Zahlvorgang stoßen wir an (digitale) Grenzen. Der Grund erschließt sich uns nicht. Einfach war auch der Test von „TrafficPass“ und „Yellowbrick“ nicht. Einfaches Ausprobieren war ohne Registrierung samt Lastschrift, Paypal- oder Kreditkartenangabe erst gar nicht möglich. Davon haben wir abgesehen.

Dienstagabend: Eine Nummer auf den Aufklebern hilft weiter bei der „Parkzonen-Suche“, ist die Erkenntnis. Das Problem: Es sind ja nicht überall Aufkleber angebracht. Also Sackgasse.

Das Fazit eines Testversuchs: Einfach ausprobieren, das funktioniert offenbar nicht. Eine vollumfängliche Registrierung ist wohl nötig. Aber so genau sagen, lässt sich das wiederum nicht. Denn fest steht nach dem Test nur eines: Geblieben sind zwei ratlose Redakteure.

Mein Standpunkt

Die Stadt hat keinen direkten Einfluss auf die Funktionalität. Wer die digitale Zukunft aber vollmundig ankündigt, muss sich im Hier und Jetzt eingestehen, wohl etwas vorschnell gewesen zu sein. Schade, ich werde beim Parken weiterhin auf Klimpergeld setzen.



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