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Handwerker stellen Strafanträge gegen Fard-Brüder

veröffentlicht am 15.01.2010 um 18:37 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

„Denn die Hoffnung, dass wir unser Geld noch bekommen, haben wir trotz aller Beteuerungen von Herrn Fard begraben. Viele betroffene Betriebe bewegen sich inzwischen aufgrund unbezahlter Rechnungen am Rande ihrer Existenz und kämpfen ums Überleben“, so der Inhaber einer Firma für Haustechnik.

Latzel ist Sprecher einer Interessengemeinschaft, die sich innerhalb der Handwerkerschaft gegründet hat und Forderungen in Höhe von zusammen etwa zwei Millionen Euro geltend macht. „Wir vertreten zudem rund 300 Jobs, von denen viele gefährdet sind“, erklärte Latzel, der zugleich schwere Vorwürfe gegen die Gebrüder Fard erhob: „Herr Fard hat sich in den Medien und vor der Hamelner Bevölkerung immer wieder als absoluter Ehrenmann, dem seine Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit über alles geht, dargestellt. In der Realität sieht jetzt leider alles ganz anders aus.“ Noch im Juni, so Latzel, sollen Aufträge zur Fertigstellung des Klüt-Restaurants erteilt worden sein. Die Handwerker unterstellen, dass zu diesem Zeitpunkt schon erkennbar gewesen sein müsse, „dass eine Bezahlung dieser Leistungen nicht mehr gewährleistet gewesen war“. Aus Latzels Sicht dürfe ein ehrlicher Geschäftsmann vor so einem Hintergrund keine Aufträge mehr erteilen und Arbeiten ausführen lassen. Weder Ali Memari noch Akbar Memari Fard waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Vernehmen nach weilen sie derzeit im Iran.

Latzel räumte aber auch Versäumnisse seiner Zunft ein. Jeder Handwerker hätte die gesetzliche Möglichkeit gehabt eine Sicherheitsleistung zur Absicherung der Forderungen zu verlangen. „Kein Handwerker hat hiervon Gebrauch gemacht – alle haben Herrn Fard ihr ganzes Vertrauen geschenkt. Nicht zuletzt durch immer wieder positive Darstellung in den Medien, unterstützt von Stadt, Rat und Politik. Entweder waren wir zu feige, zu dumm oder einfach zu gutgläubig“, so Latzel.

Die Handwerker fühlen sich betrogen und wollen sich nun wehren. Deshalb der Entschluss, nächste Woche Einzelanzeigen gegen die Fard-Brüder zu stellen. „Auch wenn uns das zusätzliches Geld für Rechtsberatung kosten wird“, so Latzel, den Björn Joachim unterstützte: „Wir hoffen, dass es zu einer Verurteilung wegen Insolvenzbetruges kommt. Und wenn es uns gelingt, auch nur einen Handwerker in München oder sonst wo vor Geschäften mit den Herren Fard zu schützen, dann haben wir genug geschafft.“ Zusätzlich provoziert fühlen sich die Handwerker von einer Weihnachtskarte der Cemag-Nachfolgegesellschaft CMP. Auf der hieß es unter anderem: „Manche Wünsche kann man nicht wahr machen – aber man sollte nie aufhören, Visionen zu haben.“



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