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Streit um Ausschreibung fürs Schulzentrum

Handwerker besetzen Rathausplatz

HAMELN. Am Freitag versammelten sich zahlreiche heimische Handwerker auf dem Rathausplatz, um ihrem Unmut über die Vergabepolitik der Stadt Ausdruck zu verleihen. Anlass ist die für 30 Millionen Euro geplante Sanierung des Schulzentrums Nord, für die die Stadt Hameln einen Generalunternehmer beschäftigen will. Oberbürgermeister Claudio Griese, der auch zugegen war und eine Rede hielt, erntete heftige Reaktionen. Am kommenden Mittwoch entscheidet der Hamelner Rat.

veröffentlicht am 10.06.2016 um 14:10 Uhr
aktualisiert am 16.02.2017 um 14:44 Uhr

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Nicole Trodler

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Nicole Trodler Onlineredakteurin zur Autorenseite
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Die Stimmung auf dem Rathausvorplatz ist aufgeheizt und das liegt nicht nur an der Sonne, die auf die etwa 300 Menschen, die sich dort versammelt haben, herunter scheint. Die Kreishandwerkerschaft hatte für den Freitagmittag zu einer Kundgebung aufgerufen und Mitarbeiter mehrerer Unternehmen aus dem gesamten Weserbergland sind gekommen. Der Anlass: Die Stadt Hameln möchte für die 30 Millionen Euro teure Sanierung des Schulzentrum Nord einen Generalunternehmer beschäftigen, am kommenden Mittwoch soll der Rat darüber entscheiden. Die heimische Kreishandwerkerschaft befürchtet dadurch, bei der Auftragserteilung leer auszugehen.

Neben Vertretern aus dem Handwerk – es sprachen Hauke Wilhelm Bente, Kreishandwerksmeister für Hameln-Pyrmont und sein Vorgänger Karl-Wilhelm Steinmann – wandte sich auch Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) an die Protestierenden. Für die Stadt, so wird es aus seiner Rede und auch in Gesprächen nach der Kundgebung deutlich, scheinen zwei Faktoren bei der Entscheidung für die Vergabe an einen Großunternehmer ausschlaggebend. Zum einen der Respekt vor der Großbaustelle Schulzentrum und zum anderen die Hoffnung, mit einem Generalunternehmer einen schnelleren Abschluss der Bauarbeiten gewährleisten zu können.

Bei den Handwerkern stößt Grieses Argumentati auf starken Widerspruch. Mehrfach muss der OB seine Rede aufgrund von Zwischenrufen unterbrechen. Die Handwerker haben offenbar den Eindruck, dass ihnen die Aufgabe nicht zugetraut wird. Oliver Isenbart, Obermeister der Baugewerksinnung, betont, dass heimische Unternehmer etwa bei der Sanierung des Sana-Klinikums bewiesen hätten, dass sie die Arbeit auf einer Großbaustelle bei laufendem Betrieb schaffen.

Mit der Protestaktion vor dem Rathaus hofft die Kreishandwerkerschaft, noch Ratsmitglieder, von denen auch einige zuschauten, in ihrer Entscheidung beeinflussen zu können. Kreishandwerksmeister Bente sieht die Kundgebung jedoch vor allem als Signal für zukünftige Projekte.

Sollte sich der Rat für die Vergabe an einen Generalunternehmer aussprechen, wäre es eine Premiere für Hameln. Bisher sind Großprojekte immer gewerkeweise, das heißt anhand der jeweiligen handwerklichen Arbeiten, ausgeschrieben worden.



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