weather-image

Dewezet startet Ideen-Serie / Die Promenade hat Potenzial

Hamelns Weserufer: Zeit für Visionen

veröffentlicht am 01.08.2014 um 16:38 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:30 Uhr

ieht so die Zukunft des Weserufers in Hameln aus? Pontons mit Liegestühlen, ein Drive-In-Café für Paddler. Die Ideenskizze stammt vom Berliner Architekten Fabian Lippert.

Hameln (wer). Hameln, eine Stadt am Fluss? Zugänge zu schaffen, die Promenade aufzuwerten, die Weser erlebbar zu machen – das sind Evergreens der Hamelner Politik. Wann immer in den letzten Jahren ein Konzept zur Stadtentwicklung auf den Weg gebracht wurde, an Absichtserklärungen hat es nie gefehlt. Schon 1999 bemängelte das Konzept: „Das Erlebnispotenzial der Weser wird bisher nicht genutzt.“ Und acht Jahre später hieß es: „Es ist ein erklärtes Ziel der Stadtentwicklung, das ,Ansehen‘ der Weser und ihre Funktion im Stadtraum zu stärken.“ Seitdem ist viel Wasser die Promenade entlang geflossen.

Gut, einige Lichtblicke gibt es. Vor 15 Jahren hat das Werder eine Fußgängerbrücke und einen Biergarten erhalten, auf beides möchte niemand mehr verzichten. Ebenso nicht auf die Brücke über den Hafen. Und zwischen Sumpfblume und Me Lounge floriert die Ufer-Gastronomie, das Flair des Flusses lässt sich hier erleben.

Aber das sind Inseln des Fortschritts. Als Ganzes gesehen dümpelt die Promenade seit Jahrzehnten vor sich hin. Hamelns Weserufer schläft einen durch Anrainer-Initiativen und Architekten-Workshops nur selten gestörten Dornröschenschlaf. So verliert die Stadt den Anschluss, andere Weserstädte sind längst aufgewacht.

Es muss nicht gleich ein „Skywalk“ wie in Bad Karlshafen sein, auch auf kleinerer Flamme lässt sich kochen. Die Nachbarstadt Rinteln hat es vorgemacht. Binnen weniger Jahre verwandelte sich hier ein Parkplatz in eine Promenade, die Stadt hat die Halbinsel am Alten Hafen gekauft und durch eine Fußgängerbrücke erschlossen, Kanuanleger und Strandbar sind entstanden.

Und in Hameln? Experten sehen „gewaltiges Potenzial“. Professor Heiner Haass, Lehrstuhlinhaber für „wasserbezogene Stadtentwicklung“ an der Hochschule Anhalt, weiß aus Erfahrung: Investitionen in den Faktor Wasser zahlen sich aus. „Eine Stadt wird dadurch attraktiver, private Investoren ziehen nach, am Ende stehen messbare Effekte bei der Gewerbesteuer“, sagt der Stadtplaner. Der „Erfolgsschlüssel“ sei, auf Freizeit und Gastronomie am Wasser zu setzen – ein Trend, der sich weltweit durchgesetzt habe.

Der Berliner Architekt Fabian Lippert hat bereits konkrete Visionen. In seinem „Wassergarten“ schwimmen Pontons mit Liegestühlen, Hängematten und Lounge-Bereich, Kanuwanderer halten im Drive-In-Café, Kinder planschen auf dem Wasserspielplatz mit Schiffchenrennstrecke und Fisch-Streichelzoo. Gedanklich ist der Berliner komplett in Hameln angekommen: Die Pläne enthalten auch ein Becken mit Wasserratten. So futuristisch die Ideenskizze anmutet: Auch das Berliner Badeschiff in der Spree begann einmal als Planspiel. Inzwischen gehört es zu den außergewöhnlichsten Orten der Hauptstadt, die ARD hat die schwimmende Lounge als Sendeplatz während der Fußball-WM genutzt. Lippert hat das Badeschiff maßgeblich mitgeplant und umgesetzt. Genau solche Ideen braucht Hameln.

Die Dewezet wird die Sommerferien nutzen, um konsequent über die Zukunft des Weserufers nachzudenken und um Visionen Raum zu geben. In der am Samstag beginnenden Serie „Vision Weserufer“ geht es darum, den status quo kritisch zu betrachten und zugleich nach Möglichkeiten und Potenzialen der Veränderung zu fragen.

Nicht unbedingt erforderlich sind in diesem Stadium übermäßig diensteifrige Bedenkenträger. Es liegt auf der Hand, dass am Ende nicht jede Idee in die Tat umgesetzt werden kann. Darum geht es auch nicht. Es geht vor allem darum, mutig und kreativ das Wünschenswerte zu umreißen, bevor der Pragmatismus des Machbaren greift. Denn wer nicht versucht, nach den Sternen zu greifen, erreicht den Himmel nie.

Der erste Teil der Serie befasst sich mit Hamlens Wohnmobilstellplätzen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt