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Energiesparendere Leuchten ersetzen Vorgänger / Gibt es Zuschüsse für Großprojekt in Hilligsfeld?

Hamelns schöner Schein: LED für helle Plätze

Hameln (bha). Vor 50 Jahren wäre an diese Entwicklung noch nicht zu denken gewesen. Hätte jemand 1962, als sie erstmals eingesetzt wurden, vorgeschlagen, LED-Lampen auch für den Straßenraum zu nutzen, wäre er vermutlich ausgelacht worden. Zu klein war die Lichtausbeute und sie konnten gerade einmal kleinere Glühlampen ersetzen. Das hat sich geändert, und die Stadt Hameln setzt seit 2010 auf den Einsatz der erhellenden und effizienten Technologie.

veröffentlicht am 31.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:41 Uhr

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Vier Projekte sind seither umgesetzt worden, das fünfte – das bislang größte – wartet auf Umsetzung. Das jüngste, auf das Manuel Demuth von der Stadtverwaltung besonders stolz zu sein scheint, einen Tag vor Heiligabend, wurde am 23. Dezember abgeschlossen. An jenem Freitag wurde der Fußgängerüberweg an der Lohstraße auf Höhe der St.-Augustinus-Kirche neu erleuchtet, die alten Natriumdampflampen durch LED-Leuchten ersetzt, was laut Demuth entscheidende Vorteile hat: „Man wird von überall angeleuchtet“ und ist besser sichtbar als vorher. Auch die beiden sogenannten Aufenthaltszonen vor dem Übergang sind jetzt als Kreis ausgeleuchtet, so dass die Fußgänger, die über die Straße wollen, schon früh von Autofahrern zu sehen sind.

Die Lichtemittierenden Dioden, so die Langfassung von LED, verbrauchen im Vergleich zu den Vorgängern erheblich weniger Energie, zeichnen sich durch einen niedrigeren Kohlendioxid-Ausstoß aus und helfen der Stadt, bares Geld zu sparen, auch, weil die Wartungsintervalle länger sind als bei den bisher verwendeten Leuchten. Die Natriumdampflampen (NAV) müssen alle vier Jahre ausgetauscht werden, während die LEDs nach sechs Jahren erst einmal kontrolliert und von Dreck befreit würden. Ob dann auch tatsächlich schon ausgewechselt werden muss, entscheide sich dann; Demuth rechnet am Beispiel Mertensplatz vor: Statt der bislang sieben alten Leuchten seien jetzt nur noch sechs LED-Leuchten im Einsatz, die statt jeweils 80 nur noch 31 Watt verbrauchen. „Pro Jahr sparen wir 1900 Kilowattstunden, was etwa 319 Euro entspricht.“

Erheblich bemerkbar macht sich im Stromverbrauch auch die Umrüstung der Leuchten im Tunnel an der Tunnelstraße. Dort wurden Hamelns erste LEDs zur Beleuchtung im öffentlichen Straßenraum installiert, nachdem die grundsätzliche Umrüstung im Klimaschutzkonzept der Stadt beschlossen worden war. Von einst sieben kraftvollen NAV-Strahlern an den Tunnelwänden mit je 150 Watt Leistung erhellen jetzt nur noch fünf 31-Watt-Strahler den Tunnel, die es auf eine Leistung von 155 Watt bringen. Zusammen mit einer jetzt möglichen „Dämmerschaltung“ in drei Stufen würden pro Jahr rund 740 Euro eingespart, weil 4350 Kilowattstunden weniger verbraucht würden. Mit der neuen Schaltung können die Leuchten problemlos gedimmt und auch an- und ausgeschaltet werden. Dagegen hätte das „harte“ Einschalten, wie Demuth es nennt, die alten Leuchten gekillt. „Die haben 30 bis 35 Minuten fürs Abkühlen gebraucht“, bevor sie erneut eingeschaltet werden konnten. Jetzt kann das Licht im Tunnel dem Tageslicht entsprechend reibungslos angepasst, heller, dunkler, mittelhell gedimmt werden.

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Im nächsten Schritt folgte die Gartenstraße im Dezember 2010, wo ebenfalls an elf Masten statt 80-Watt- jetzt 31-Watt-Leuchten zum Strahlen kommen. Kostenersparnis: 400 Euro. Der Arbeitsaufwand sei nicht sonderlich hoch, erzählt Demuth. Wenn, wie an der Gartenstraße, nur die Leuchte selbst ausgetauscht wird und in das alte Gehäuse eingesetzt wird, hätten zwei Männer das schnell erledigt. Die Kosten für die neuen Lampen hätten sich nach sechs bis sieben Jahren amortisiert. Für eine Komplettleuchte mit Gehäuse, dem sogenannten Koffer, müsse die Stadt 350 Euro zahlen; für einen Umbausatz zwischen 270 und 300 Euro.

An welchen Stellen der Stadt auf warmweiße LED-Lampen umgerüstet wird, hängt zum einen von den bestehenden Leuchten ab und von den Wartungszyklen. Die Ecken, die ohnehin gewartet werden müssen, werden auf möglichen LED-Einsatz geprüft. Das bislang größte Projekt steht bevor: Groß- und Klein Hilligsfeld satteln um. Dort sorgen noch Quecksilberdampflampen für Helligkeit im nächtlichen Dunkel, die ab 2016 nicht mehr hergestellt werden dürfen. Die Stadt Hameln hofft nun auf Fördermittel für die Umrüstung in den beiden Ortsteilen. Werde mindestens 60 Prozent Energie eingespart, fördere das Bundesumweltministerium entsprechende Projekte mit 25 Prozent, erzählt Demuth. Der Antrag sei eingereicht; für Mitte März rechnet er nun mit einem Bescheid aus Berlin. 158 komplette Lampen stehen zur Disposition, die künftig umwelt- und stadtkassenfreundlicher strahlen sollen. Insgesamt 55 000 Euro wird die Umsetzung des Projekts laut Demuth in etwa kosten, von denen, so die Hoffnung im Hamelner Rathaus, 15 000 Euro vom Bund übernommen werden. Wenn nicht, zögen trotzdem LED-Leuchten an Hilligsfelds Straßenlaternen ein.

Das Budget für Investitionen in diesem Bereich beträgt für dieses Jahr 50 000 Euro – 10 000 Euro mehr als im Vorjahr. „Das amortisiert sich in sechs bis sieben Jahren“, sagt Demuth über die Investitionen in neue LED-Lampen, die etwa zehnmal weniger Energie verbrauchen als die üblichen. Der Jahresverbrauch der Hamelner Straßenlampen, die 4100 Stunden pro Jahr brennen, betrug nach Angaben der Stadt 2011 insgesamt 1,8 Millionen kW/h. Seit der Einführung der LED-Lampen an Straßen hat Hameln laut Demuth pro Jahr 39 700 Kilowattstunden weniger verbraucht als vorher.

„Einen Haken haben wir bisher nicht entdeckt“, sagt Demuth über die Wirkweise der Energie-Wunderlampen. Außer vielleicht: Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. OLED, die organische Leuchtdiode. Doch bis sie reif ist fürs Ausleuchten der Städte, dauert es noch.

Tunnelstraße:

Fünf Leuchten können unabhängig voneinander geschaltet werden und sparen der Stadt rund 750 Euro pro Jahr.

Foto: KD/Demuth

Gartenstraße (v. li.), der Fußgängerüberweg an der Lohstraße und der Mertensplatz wurden ebenfalls mit LED-Leuchten ausgestattet.



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